Was Sie brauchen
Eine E-Mail-Adresse anzulegen dauert meist nur eine Viertelstunde. Es geht leichter, wenn Sie vorher alles bereitlegen. Sie bekommen dabei ein Postfach, also Ihren elektronischen Briefkasten, in dem Ihre E-Mails ankommen. Die Firma, die das Postfach betreibt, heißt E-Mail-Anbieter. Legen Sie sich zurecht:
- Ein Gerät mit Internet. Am bequemsten ist ein Computer mit großem Bildschirm und Tastatur. Ein Tablet oder Smartphone geht aber auch.
- Ihr Handy mit eigener Nummer. Viele Anbieter schicken während der Anmeldung einen Bestätigungscode per SMS. Bei GMX und WEB.DE ist die Handynummer Pflicht, Google verlangt eine Bestätigung mit dem Smartphone.
- Ihr Passwortheft und einen Stift. Dort notieren Sie gleich die neue Adresse und das Passwort.
- Ein neues Passwort. Überlegen Sie es sich vorher in Ruhe: lang, am besten ein kurzer Satz, und nirgendwo sonst benutzt. Lassen Sie Umlaute wie ä, ö, ü und das ß weg, manche Anbieter lehnen sie im Passwort ab.
- Ihre persönlichen Angaben. Name und Geburtsdatum, bei manchen Anbietern auch Ihre Anschrift. Die großen kostenlosen Anbieter setzen ein Mindestalter von 16 Jahren voraus.
- Eine ruhige Viertelstunde. Wer mitten in der Anmeldung lange Pause macht, muss bei manchen Anbietern von vorn beginnen.
Welcher Anbieter passt zu Ihnen?
Alle hier genannten Anbieter sind seriös, und Sie können mit jedem gut leben. Die meisten kostenlosen Postfächer bezahlen sich über Werbung. Werbefreie Postfächer kosten einen kleinen monatlichen Betrag.
- GMX ist ein deutscher Anbieter, Ihre E-Mails werden in Deutschland gespeichert. Das Postfach FreeMail ist kostenlos und werbefinanziert. Dazu gehört ein wöchentlicher Rundbrief mit Angeboten, den Sie nicht abbestellen können.
- WEB.DE gehört zum selben Unternehmen wie GMX und funktioniert sehr ähnlich: deutsch, kostenlos, mit Werbung. Ob GMX oder WEB.DE, ist reine Geschmackssache.
- Gmail, gesprochen „Dschie-Mehl“, kommt vom US-Konzern Google. Es ist kostenlos und zeigt Werbung an. Ihre Nachrichten werden dafür laut Google nicht gelesen.
- Outlook.com kommt vom US-Konzern Microsoft, dem Hersteller von Windows. Kostenlos mit Werbung, ohne Werbung nur mit einem Abo, also einem bezahlten Vertrag mit monatlicher oder jährlicher Gebühr. Praktisch, wenn Sie an einem Windows-Computer ohnehin ein Microsoft-Konto nutzen.
- T-Online ist das E-Mail-Angebot der Deutschen Telekom mit Sitz in Deutschland. Telekom-Kunden haben meist schon ein Postfach im Vertrag. Es gibt auch kostenlose Adressen mit Werbung, die Anmeldung dafür war zuletzt aber nur mit einer Handynummer der Telekom möglich.
- iCloud, gesprochen „Ei-Klaud“, kommt vom US-Konzern Apple. Mit Ihrem Apple-Konto, bei Apple „Apple Account“ genannt, bekommen Sie kostenlos eine Adresse mit der Endung @icloud.com. Angelegt wird sie am iPhone, iPad oder Mac. Werbebanner im Postfach gibt es nicht.
- Posteo und mailbox.org sind kleinere Anbieter aus Deutschland. Sie sind werbefrei und kosten dafür einen kleinen Betrag im Monat. Bei Posteo können Sie sich sogar ohne Angabe persönlicher Daten anmelden.
Eine einfache Faustregel: Haben Sie ein Android-Handy, also ein Smartphone, das kein iPhone ist, liegt Gmail nahe, denn ein Google-Konto brauchen Sie dort ohnehin. Mit einem iPhone ist eine iCloud-Adresse bequem. Möchten Sie einen kostenlosen deutschen Anbieter, nehmen Sie GMX oder WEB.DE. Wer keine Werbung möchte und dafür etwas zahlt, ist bei Posteo oder mailbox.org richtig. Für den Anfang reicht eine einzige Adresse.
Den Adressnamen wählen
Den Teil vor dem @ dürfen Sie selbst bestimmen. Der Teil dahinter heißt Endung und gehört zum Anbieter, etwa @gmx.de oder @gmail.com. Diese Tipps helfen bei der Wahl:
- Ausweichnamen bereithalten. Häufige Namen sind fast immer vergeben. Schreiben Sie Ihre Wunschadresse und zwei, drei Abwandlungen auf, zum Beispiel maria.muster, maria.luise.muster und maria.muster58.
- Nur einfache Zeichen. Sicher erlaubt sind Buchstaben, Ziffern und der Punkt. Umlaute schreiben Sie aus, also mueller statt müller. Bindestrich und Unterstrich erlaubt nicht jeder Anbieter, Gmail zum Beispiel nicht.
- Der Telefon-Test. Sagen Sie die Adresse einmal laut, als würden Sie sie am Telefon durchgeben. Müssen Sie dabei viel buchstabieren, ist sie zu kompliziert. Meiden Sie leicht Verwechselbares wie die Ziffer 0 und den Buchstaben O.
- Nichts Geheimes hinein. Ihr vollständiges Geburtsdatum oder Teile eines Passworts gehören nicht in die Adresse. Jeder, dem Sie schreiben, sieht sie.
- Vorschläge prüfen. Die Anbieter schlagen oft Namen mit langen Zahlen vor. Nehmen Sie nur einen, den Sie sich wirklich merken können.
Wählen Sie mit Bedacht: Eine Adresse lässt sich später meist nicht einfach umbenennen. Im Zweifel legen Sie eine neue an und teilen sie allen mit.
Achtung: Tippen Sie die Adresse des Anbieters selbst oben in die Adresszeile Ihres Browsers, zum Beispiel gmx.net oder web.de. Beginnen Sie die Anmeldung nicht über Werbeanzeigen, Links in E-Mails oder Treffer einer Suchmaschine, die als „Anzeige“ markiert sind. Betrüger bauen Anmeldeseiten täuschend echt nach. Und: Für ein kostenloses Postfach geben Sie niemals Bank- oder Kreditkartendaten ein.
So geht es weiter
In den folgenden Anleitungen dieses Kurses finden Sie für jeden der genannten Anbieter eine eigene Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sie brauchen nur die eine, die zu Ihrer Wahl passt. Jede Anleitung nennt zuerst, was Sie bereitlegen sollten, führt dann durch jeden einzelnen Bildschirm und endet mit einem kurzen Sicherheits-Check.
Nehmen Sie diese Seite als Spickzettel mit: Handy und Passwortheft liegen bereit, das Passwort ist ausgedacht, die Ausweichnamen stehen auf dem Zettel. Dann kann es losgehen. Und keine Sorge: Wenn unterwegs etwas schiefgeht, brechen Sie einfach ab und beginnen später von vorn. Das passiert vielen beim ersten Mal.