Signal ist ein Messenger wie WhatsApp, also ein Programm für Nachrichten, Fotos und Anrufe über das Internet. Viele wählen Signal, weil dahinter keine große Firma steht, sondern eine unabhängige, gemeinnützige Organisation. Sie finanziert sich über Spenden, zeigt keine Werbung und verzichtet auf Tracking (gesprochen „Träcking“), also das Mitverfolgen Ihres Verhaltens. Alle Nachrichten und Anrufe sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt: Nur Sie und Ihr Gegenüber können sie lesen, wie bei einem Brief, den unterwegs niemand öffnen kann. Signal ist kostenlos. Schreiben können Sie damit aber nur Menschen, die Signal ebenfalls nutzen.
Was Sie brauchen
- Ein Android-Handy mit Android 6.0 oder neuer oder ein iPhone mit iOS 15 oder neuer.
- Ihre eigene Handynummer, auf der Sie SMS oder Anrufe empfangen können.
- Eine Internetverbindung, am besten Ihr WLAN zu Hause.
- Ihr Passwortheft und einen Stift.
- Etwa 15 Minuten Ruhe.
Schritt für Schritt
- Öffnen Sie auf einem Android-Handy den Play Store (gesprochen „Pläi-Stoor“), auf dem iPhone den App Store (gesprochen „Äpp-Stoor“). Das sind die Läden für Apps, also Programme für Ihr Handy.
- Suchen Sie nach Signal. Die echte App heißt „Signal – Sicherer Messenger“. Als Anbieter steht im Play Store „Signal Foundation“, im App Store „Signal Messenger, LLC“.
- Tippen Sie auf „Installieren“ (Android) beziehungsweise „Laden“ (iPhone).
- Öffnen Sie Signal. Das Zeichen ist eine blaue Sprechblase. Lesen Sie die Hinweise zu Nutzungsbedingungen und Datenschutz und tippen Sie auf „Fortfahren“.
- Signal bittet um einige Berechtigungen, etwa für Benachrichtigungen und Ihre Kontakte, also das Telefonbuch im Handy. Erlauben Sie das. Dann sehen Sie, wer aus Ihrem Bekanntenkreis Signal nutzt.
- Auf Android-Handys bietet Signal neuerdings auch an, sich ohne Telefonnummer gegen eine einmalige Gebühr zu registrieren. Diesen Weg brauchen Sie nicht.
- Wählen Sie als Land Deutschland und tippen Sie Ihre Handynummer ohne die erste Null ein, also zum Beispiel 151 12345678. Tippen Sie auf „Fortfahren“ (Android) beziehungsweise „Weiter“ (iPhone) und bestätigen Sie die Nummer mit „OK“.
- Sie bekommen eine SMS mit einem Bestätigungscode. Oft erkennt Signal ihn von selbst, sonst tippen Sie ihn ab.
- Richten Sie Ihr Profil ein. Nur der Vorname ist Pflicht, ein Spitzname reicht auch. Ein Foto können Sie hinzufügen, müssen es aber nicht.
- Legen Sie Ihre Signal-PIN fest. Das ist ein Geheimcode, den Sie selbst wählen. Mit ihm holen Sie Profil, Einstellungen und Kontakte zurück, wenn Sie das Handy wechseln. Ihre Nachrichten stellt die PIN nicht wieder her. Normalerweise besteht sie aus Ziffern. Über „Alphanumerische PIN erstellen“ dürfen Sie auch Buchstaben verwenden. Nehmen Sie nicht 123456 oder Ihr Geburtsdatum. Schreiben Sie die PIN sofort in Ihr Passwortheft.
Jetzt sehen Sie die Liste Ihrer Chats. Die Einstellungen erreichen Sie über Ihr Profilbild oben links, auf dem iPhone danach über „Einstellungen“.
Telefonnummer und Nutzername
- Öffnen Sie in den Einstellungen „Datenschutz“ und „Telefonnummer“. Unter „Wer kann meine Telefonnummer sehen“ ist Ihre Nummer schon gut geschützt: Wer sie nicht ohnehin kennt, sieht sie nicht. Unter „Wer kann mich anhand der Telefonnummer finden“ lassen Sie am besten alle zu. Sonst findet Ihre Familie Sie nicht über das Telefonbuch.
- Wenn Sie mögen, legen Sie einen Nutzernamen an. Das ist ein selbst gewählter Name, den Sie statt Ihrer Nummer weitergeben können. Tippen Sie dazu in den Einstellungen auf Ihr Profil und auf das @-Zeichen. Erlaubt sind 3 bis 32 Zeichen: Buchstaben a bis z, Ziffern und der Unterstrich. Am Ende müssen mindestens zwei Ziffern stehen. Der Nutzername ist freiwillig.
Die Registrierungssperre einschalten
- Öffnen Sie in den Einstellungen „Konto“ und schalten Sie die „Registrierungssperre“ ein. Will sich dann jemand mit Ihrer Nummer auf einem anderen Handy anmelden, braucht er außer dem SMS-Code auch Ihre Signal-PIN.
Bittet Signal Sie um eine Spende, ist das freiwillig. Signal funktioniert auch ohne.
Wenn es hakt
Die SMS kommt nicht an. Warten Sie, bis der Zeitzähler abgelaufen ist, und tippen Sie dann auf „Ruf mich an“. Sie bekommen den Code per Anruf.
Signal fragt immer wieder nach Ihrer PIN. Das ist kein Fehler und kein Betrug. Signal kann die PIN nicht für Sie zurücksetzen und hilft Ihnen deshalb beim Merken. Geben Sie sie ein paar Mal richtig ein, dann kommt die Frage seltener.
Sie haben die PIN vergessen. Signal kann sie nicht zurücksetzen. Ohne Registrierungssperre legen Sie eine neue an: auf Android über „Überspringen“ und „Neue PIN erstellen“, auf dem iPhone über „Hilfe benötigt?“ und „Erstelle eine neue PIN“. Ihr Profil und einige Einstellungen gehen dabei verloren. Mit Registrierungssperre bleibt das Konto dann sieben Tage gesperrt.
Bekannte fehlen in der Liste. Die Person nutzt Signal nicht, oder sie hat eingestellt, dass niemand sie über die Telefonnummer findet. Fragen Sie dann nach ihrem Nutzernamen.
Ein Fremder schreibt Ihnen. Unbekannte erscheinen als Unterhaltungsanfrage. Bilder werden erst nach Ihrer Zustimmung geladen, Links sind nicht anklickbar. Nehmen Sie eine Anfrage nur an, wenn Sie sicher wissen, wer schreibt. Sonst können Sie sie blockieren oder als Spam melden.
Bevor Sie fertig sind
- Steht Ihre Signal-PIN im Passwortheft?
- Ist die Registrierungssperre eingeschaltet?
- Ihre Nachrichten liegen nur auf Ihrem Handy. Geht es verloren, sind sie weg. Eine Sicherung („Signal Secure Backups“) richten Sie in den Einstellungen unter „Backups“ ein. Kostenlos sichert sie alle Texte sowie Fotos und Dateien der letzten 45 Tage, für mehr verlangt Signal 1,99 Euro im Monat. Schreiben Sie den 64-stelligen Wiederherstellungsschlüssel, den Signal dabei zeigt, vollständig ab.
Achtung: Den Bestätigungscode aus der SMS und Ihre Signal-PIN geben Sie niemals weiter. Signal fragt Sie nie nach diesem Code und schreibt Ihnen in der App nie von sich aus. Meldet sich in einem Chat ein angeblicher „Signal-Support“ und will einen Code oder Ihre PIN, ist das Betrug. Brechen Sie den Kontakt ab und melden Sie den Chat als Spam.