Atmen Sie einmal durch. Ein gehacktes Konto lässt sich oft zurückholen, und es passiert jeden Tag vielen Menschen. Das Microsoft-Konto ist Ihr Zugang zu Outlook.com oder Hotmail, oft auch zur Anmeldung am Windows-Computer, zu OneDrive und zur Xbox. „Gehackt“ heißt: Ein Fremder kennt Ihr Passwort und hat sich angemeldet. Microsoft sagt zum Passwort Kennwort.
Das Dringendste zuerst: Kommen Sie noch hinein, ändern Sie sofort das Kennwort. Kommen Sie nicht mehr hinein, nutzen Sie den Wiederherstellungsweg von Microsoft. Beides steht unten.
Was Sie brauchen
- Ein sauberes Gerät. Microsoft rät, den Computer vor dem Kennwortwechsel auf Schadsoftware zu prüfen, also auf heimlich installierte Programme, die Passwörter mitlesen.
- Für das Wiederherstellungsformular möglichst ein Gerät, mit dem Sie sich früher schon angemeldet haben, an einem gewohnten Ort wie Ihrem Zuhause. So empfiehlt es Microsoft.
- Ihr Handy und Zugang zu Ihren Sicherheitsinformationen. So nennt Microsoft die Telefonnummern und E-Mail-Adressen, an die es Bestätigungscodes schickt.
- Eine E-Mail-Adresse, die Sie gerade lesen können. Es darf auch die Adresse eines Angehörigen sein.
- Etwa 20 Minuten Ruhe, für das Formular eher mehr.
Schritt für Schritt
Wenn Sie noch hineinkommen
- Prüfen Sie zuerst den Computer. Unter Windows öffnen Sie „Windows-Sicherheit“, dann „Viren- und Bedrohungsschutz“, dann „Scanoptionen“. Wählen Sie „Vollständige Überprüfung“ und „Jetzt überprüfen“. Das dauert eine Weile.
- Melden Sie sich auf der Kontoseite von Microsoft an, zum Beispiel über account.microsoft.com, und öffnen Sie den Bereich „Sicherheit“. Wählen Sie dort oben den Link zum Ändern des Kennworts. Geben Sie ein neues Kennwort ein, das Sie nirgendwo sonst verwenden, und wählen Sie „Speichern“.
- Öffnen Sie in Ihrem Konto die Seite „Letzte Aktivität“. Erscheint der Abschnitt „Ungewöhnliche Aktivitäten“, wählen Sie bei allem Fremden „Das war ich nicht“ und folgen Sie den Anweisungen, zum Beispiel „Konto sichern“.
- Prüfen Sie im Bereich „Sicherheit“ Ihre Sicherheitsinformationen. Entfernen Sie Telefonnummern und Adressen, die nicht Ihnen gehören.
- Steht dort „Ihre Sicherheitsinformationen stehen noch aus“, und Sie haben nichts geändert? Dann hat der Täter versucht, sie auszutauschen. Wählen Sie den Link „lassen Sie es uns wissen“. Microsoft lässt so einen Austausch erst nach 30 Tagen wirksam werden und warnt in dieser Zeit Ihre alten Kontaktdaten. Das ist Ihre Chance.
- Suchen Sie in den erweiterten Sicherheitsoptionen den Punkt „Überall abmelden“ und wählen Sie „Abmelden“. Innerhalb von 24 Stunden sind alle Geräte abgemeldet, außer einer Xbox.
- Prüfen Sie in Outlook.com Weiterleitungen, automatische Antworten und verbundene Konten. Eine Weiterleitung schickt heimlich Kopien Ihrer Mails an eine fremde Adresse. Entfernen Sie alles, was Sie nicht selbst eingerichtet haben.
Wenn Sie nicht mehr hineinkommen
- Wählen Sie auf der Anmeldeseite „Kennwort vergessen?“. Fehlt dieser Link, wählen Sie „Kennwort zurücksetzen“, geben Ihre Adresse ein und tippen auf „Weiter“.
- Erkennen Sie eine der angezeigten Nummern oder Adressen als Ihre eigene, wählen Sie sie. Geben Sie zur Kontrolle den Anfang der Adresse oder die letzten vier Ziffern der Nummer ein und wählen Sie „Code abrufen“. Mit dem Code legen Sie ein neues Kennwort fest.
- Erkennen Sie keine davon, weil der Täter sie ausgetauscht hat, nutzen Sie das Anmeldehilfsprogramm von Microsoft. Es fragt nach Ihrer Adresse oder Telefonnummer und zeigt den passenden Weg.
- Hilft das nicht, füllen Sie das „Formular für die Kontowiederherstellung“ aus. Sammeln Sie vorher so viel wie möglich: alte Kennwörter, Namen von Kontakten, genaue Betreffzeilen von Mails, die Sie verschickt haben. Fragen Sie Freunde, denen Sie geschrieben haben.
- Geben Sie als Kontaktadresse eine E-Mail-Adresse an, die Sie lesen können. Raten ist erlaubt, falsche Antworten schaden nicht.
- Microsoft prüft Ihre Angaben und antwortet innerhalb von 24 Stunden an diese Adresse. Klappt es, erhalten Sie dort eine Anleitung. Gehen Sie danach die Schritte 3 bis 7 aus dem ersten Teil durch.
Wenn es hakt
Die Antwort lautet „Wir konnten Ihr Konto nicht verifizieren“. Sammeln Sie weitere Angaben und versuchen Sie es erneut. Das geht bis zu zweimal am Tag.
Die zweistufige Überprüfung war eingeschaltet, und Sie erreichen keine Ihrer Methoden. So nennt Microsoft die Zwei-Faktor-Anmeldung: Neben dem Kennwort braucht man einen zweiten Nachweis, meist Ihr Handy. In diesem Fall kann Microsoft nach eigener Aussage nicht helfen. Das ist bitter, aber ehrlich. Legen Sie dann ein neues Konto an und informieren Sie Ihre Kontakte über die neue Adresse.
Sie können das Kennwort im Moment nicht ändern. Wartet ein Austausch der Sicherheitsinformationen, ist das Konto 30 Tage lang eingeschränkt. Melden Sie über „lassen Sie es uns wissen“, dass die Änderung nicht von Ihnen stammt.
Sie suchen eine Telefonnummer. Supportmitarbeitende von Microsoft schicken keine Links zum Zurücksetzen und ändern keine Kontodaten. Wer Sie anruft und sich als Microsoft ausgibt, ist ein Betrüger. Legen Sie auf.
Bevor Sie fertig sind
- Ändern Sie das Kennwort überall, wo Sie dasselbe benutzt haben. Fangen Sie mit E-Mail, Bank und Onlineshops an.
- Schalten Sie die zweistufige Überprüfung ein. Dann reicht ein gestohlenes Kennwort allein nicht mehr.
- Warnen Sie Ihre Kontakte: „Mein Konto war gehackt. Wenn seltsame Mails von mir kamen, nichts anklicken und kein Geld überweisen.“
- Prüfen Sie im Microsoft-Konto Zahlungsarten, Abos und Bestellungen auf Unbekanntes. Ist eine Karte betroffen, rufen Sie Ihre Bank an.
- Sie können den Vorfall bei der Polizei anzeigen. In vielen Bundesländern geht das auch über die Onlinewache, die Polizei-Seite für Anzeigen im Internet.
Achtung: Nur Microsoft selbst kann Ihr Konto wiederherstellen, über die eigenen Seiten. Bieten Ihnen „Helfer“ in Kommentaren, Foren oder sozialen Netzwerken an, das Konto gegen Geld oder Zugangsdaten zurückzuholen, antworten Sie nicht. Das sind Betrüger. Geben Sie Codes, die Microsoft Ihnen schickt, niemals weiter.