Was Sie brauchen
Atmen Sie kurz durch. Das meiste erledigen Sie von einem anderen Gerät aus, und oft liegt das Handy nur in der Sofaritze.
- Ein anderes Gerät mit Internet: einen Computer, ein Tablet oder das Handy eines Angehörigen. Darauf brauchen Sie einen Browser, also das Programm für Internetseiten.
- Die Zugangsdaten Ihres Google-Kontos. Das ist Ihre Anmeldung bei Google, meist eine Gmail-Adresse mit Passwort.
- Falls vorhanden: Ihre Ersatzcodes für die Anmeldung, zum Beispiel aus Ihrem Passwortheft.
Gut zu wissen: Ist auf dem Handy ein Google-Konto eingerichtet, ist Googles Ortungsdienst „Mein Gerät finden“ automatisch eingeschaltet. Orten heißt: Google zeigt Ihnen auf einer Karte, wo das Handy gerade ist. Das klappt, wenn das Handy eingeschaltet ist und Internet hat: über WLAN, also ein drahtloses Netz, oder über das Mobilfunknetz. In englischen Texten heißt der Dienst „Find Hub“, gesprochen „Faind Hab“.
Schritt für Schritt
Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: erst orten und klingeln lassen, dann sperren. Löschen kommt ganz zum Schluss.
Zuerst: orten und klingeln lassen
- Öffnen Sie auf dem anderen Gerät den Browser und tippen Sie oben in die Adresszeile: google.com/android/find
- Melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an. Auf dem Android-Handy eines Angehörigen geht es auch in der App „Mein Gerät finden“ über „Als Gast anmelden“.
- Wählen Sie Ihr Handy aus der Liste. Fragt die Seite nach einer PIN, geben Sie die Zahl ein, mit der Sie Ihr Handy sonst entsperren.
- Jetzt sehen Sie eine Karte. Ist das Handy gerade nicht erreichbar, zeigt sie den letzten bekannten Standort.
- Liegt es vermutlich in der Nähe, wählen Sie „Ton abspielen“. Das Handy klingelt fünf Minuten lang in voller Lautstärke, auch wenn es auf lautlos steht.
Dann: sperren
- Ist das Handy nicht in Reichweite, wählen Sie „Als verloren markieren“ und dann „Weiter“.
- Geben Sie eine Telefonnummer und eine kurze Nachricht ein, zum Beispiel „Ich habe dieses Handy verloren. Bitte rufen Sie mich an.“ Beides erscheint auf dem Sperrbildschirm, also dem Bild, das man vor dem Entsperren sieht. Wurde das Handy gestohlen, schreiben Sie nur das Nötigste und keine Adresse.
- Tippen Sie noch einmal auf „Als verloren markieren“. Das Handy ist jetzt mit Ihrer PIN, Ihrem Muster oder Ihrem Passwort gesperrt. Benachrichtigungen sind auf dem Sperrbildschirm nicht mehr zu sehen.
Zuletzt: löschen
Löschen Sie das Handy nur, wenn Sie sicher sind, dass es nicht wiederkommt. Danach können Sie es nicht mehr orten, nicht mehr klingeln lassen und nicht mehr sperren.
- Wählen Sie Ihr Handy aus und öffnen Sie seine Einstellungen, meist über ein Zahnrad-Symbol.
- Wählen Sie „Auf Werkseinstellungen zurücksetzen“. Werkseinstellungen heißt: Das Handy ist danach leer wie beim Kauf.
- Bestätigen Sie. Ist das Handy gerade ohne Internet, wird es gelöscht, sobald es wieder eine Verbindung hat.
Danach sind alle Daten auf dem Handy endgültig weg. Daten auf einer eingesteckten Speicherkarte bleiben unter Umständen erhalten. Wer das Handy findet, braucht Ihr Google-Passwort, um es wieder einzurichten.
Wenn es hakt
Das Handy taucht nicht in der Liste auf. Prüfen Sie, ob Sie mit dem richtigen Google-Konto angemeldet sind: mit dem, das als erstes auf dem Handy eingerichtet wurde. Fehlt das Handy trotzdem, war „Mein Gerät finden“ ausgeschaltet. Dann lassen Sie die SIM-Karte sperren, also die kleine Chipkarte Ihres Mobilfunkanbieters im Handy, und ändern Ihre Passwörter, wie unten beschrieben.
Google will einen Bestätigungscode, aber der geht an das verlorene Handy. Ein Bestätigungscode ist eine zusätzliche Zahl, mit der Google prüft, ob wirklich Sie es sind. Wählen Sie auf der Anmeldeseite eine andere Möglichkeit, etwa einen Ersatzcode aus Ihren Unterlagen. War vorher „Sperren per Fernzugriff“ eingeschaltet, sperren Sie das Handy auch ohne Google-Anmeldung: Tippen Sie android.com/lock ein und geben Sie Ihre Handynummer ein. Das klappt nur mit aktiver SIM-Karte, also bevor Sie diese beim Anbieter sperren lassen.
Der Standort ist alt oder fehlt. Das Handy ist aus, der Akku ist leer oder es hat kein Internet. Sie können trotzdem sperren und löschen: Beides wird ausgeführt, sobald es wieder online ist.
Der Knopf heißt bei Ihnen anders. Statt „Als verloren markieren“ steht dort vielleicht „Gerät sperren“. Gemeint ist dasselbe.
Bevor Sie fertig sind
- Lassen Sie die SIM-Karte bei Ihrem Mobilfunkanbieter sperren. Wie das geht, steht in einer eigenen Anleitung in diesem Bereich.
- Ändern Sie wichtige Passwörter, zuerst das Ihres E-Mail-Postfachs, dann das Ihres Google-Kontos.
- War eine Banking-App oder eine TAN-App auf dem Handy, also eine App zum Freigeben von Überweisungen? Rufen Sie Ihre Bank an. Bei vielen Banken sperrt auch der Sperr-Notruf 116 116 rund um die Uhr das Online-Banking.
- Wurde das Handy gestohlen, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Dafür brauchen Sie die IMEI, die Seriennummer des Handys. Sie finden sie auf google.com/android/find in den Einstellungen Ihres Handys oder auf der Originalverpackung.
- Entfernen Sie das Handy nicht aus Ihrem Google-Konto, solange es weg ist. Sonst verlieren Sie den Schutz gegen Weiterverkauf.
Fürs nächste Mal: Richten Sie eine Bildschirmsperre mit PIN ein, notieren Sie die IMEI und legen Sie Ersatzcodes für Ihr Google-Konto ins Passwortheft. Schalten Sie in den Einstellungen unter „Google“, „Alle Dienste“ und „Diebstahlschutz“ auch „Sperren per Fernzugriff“ ein.
Achtung: Nach einem Diebstahl melden sich Betrüger oft als angebliche Finder, per SMS oder WhatsApp, manchmal erst Tage später. Der Link in der Nachricht führt auf eine gefälschte Anmeldeseite, die Ihr Google-Passwort abgreifen will. Geben Sie Zugangsdaten nie über einen Link ein. Tippen Sie google.com/android/find immer selbst ein.