Was Sie brauchen
Atmen Sie kurz durch. Eine SIM-Karte ist schnell gesperrt, meist genügt ein Anruf.
Die SIM-Karte ist die kleine Chipkarte Ihres Mobilfunkanbieters im Handy. Sie verbindet das Handy mit Ihrer Telefonnummer. In neueren Handys steckt oft eine eSIM, gesprochen „I-Sim“: eine SIM-Karte in digitaler Form, fest im Gerät eingebaut. Gesperrt wird beides auf dieselbe Weise.
- Ein Telefon, zum Beispiel Ihr Festnetztelefon oder das Handy eines Angehörigen. Oder einen Computer für Ihr Kundenkonto im Internet.
- Ihre Handynummer und den Namen Ihres Anbieters. Er steht auf der Rechnung und auf dem Kontoauszug bei der monatlichen Abbuchung.
- Wenn zur Hand: Ihre Kundennummer und Ihr Kundenkennwort oder Ihre Service-PIN, eine Geheimzahl für den Kundendienst. Beides steht in den Vertragsunterlagen.
Schritt für Schritt
Warum die Sperre wichtig ist: Mit Ihrer SIM-Karte kann ein Fremder auf Ihre Kosten telefonieren und im Internet surfen. Er könnte auch SMS empfangen, die für Sie bestimmt sind. Darunter sind oft Bestätigungscodes, also Zahlen, mit denen Banken und Online-Dienste prüfen, ob wirklich Sie es sind.
Die SIM-Karte sperren
- Sperren Sie, wenn möglich, zuerst das Handy selbst. Das geht über den Ortungsdienst von Google, Samsung oder Apple, mit dem man ein Handy aus der Ferne findet. Dafür gibt es eigene Anleitungen in diesem Bereich. Nach der SIM-Sperre hat das Handy nur noch über WLAN Internet, also über ein bekanntes drahtloses Netz.
- Lassen Sie die SIM-Karte sperren, online im Kundenkonto oder per Telefon:
- Telekom: In der App „MeinMagenta“ den Vertrag wählen, dann „SIM“, „Weitere SIM-Optionen“ und „SIM sperren“. Im Kundencenter im Internet finden Sie es unter „Meine SIMs“. Per Telefon: 0800 33 02202.
- Vodafone: In „MeinVodafone“ unter „Gerät verloren oder gestohlen“. Dort bestellen Sie eine neue SIM-Karte, die alte wird dann automatisch abgeschaltet. Per Telefon kostenlos: 0800 172 1212, aus dem Vodafone-Netz 1212, aus dem Ausland +49 172 12 172 12.
- O2: Online im Kundenbereich „Mein O2“. Per Telefon: 089 78 79 79 400, für Prepaid-Karten, also Karten mit Guthaben ohne Vertrag: 0176 88 85 52 82. Beide sind montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr besetzt.
- 1&1: Im 1&1 Control-Center, im Internet oder in der App. Per Telefon täglich rund um die Uhr: 0721 96 00.
- Andere Anbieter: Die Nummer zum Sperren steht auf der Rechnung oder auf der Internetseite des Anbieters.
- Sagen Sie am Telefon gleich, dass Ihr Handy verloren oder gestohlen ist und die SIM-Karte gesperrt werden soll.
- Bestellen Sie dabei eine Ersatz-SIM mit Ihrer alten Nummer. So bleiben Sie unter der bekannten Nummer erreichbar und bekommen Ihre Bestätigungscodes wieder. Bei der Telekom gibt es im Shop auch kurzfristig eine fertig eingerichtete Ersatzkarte. Hatten Sie eine eSIM, bestellen Sie ein neues eSIM-Profil, meist online.
- Notieren Sie Datum, Uhrzeit und die Bestätigung der Sperre.
Gut zu wissen: Den Sperr-Notruf 116 116 kennen Sie vielleicht von Bankkarten. Er ist rund um die Uhr erreichbar und aus dem deutschen Festnetz kostenlos. SIM-Karten sperrt er aber nur für Anbieter, die mitmachen, laut seiner Internetseite derzeit die Telekom und congstar. Bei allen anderen wenden Sie sich direkt an Ihren Anbieter.
Anzeige erstatten und die IMEI finden
- Wurde das Handy gestohlen, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Das geht auf jeder Wache oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes im Internet. Bewahren Sie das Aktenzeichen auf.
- Nennen Sie dabei die IMEI, gesprochen „I-Em-E-I“. Das ist die 15-stellige Seriennummer Ihres Handys, eine Art Fahrgestellnummer. Mit ihr kann die Polizei ein gefundenes Handy Ihnen zuordnen. Sie finden sie hier:
- auf dem Aufkleber der Originalverpackung oder auf dem Kaufbeleg,
- bei Android-Handys: auf google.com/android/find anmelden und beim Handy die Einstellungen öffnen,
- beim iPhone: auf account.apple.com anmelden, „Geräte“ wählen und das iPhone anklicken.
Wenn es hakt
Das Kundenkonto will einen Code per SMS, und der geht an das verlorene Handy. Dann kommen Sie online nicht weiter. Rufen Sie stattdessen die Nummer Ihres Anbieters an.
Sie finden Kundennummer oder Kennwort nicht. Rufen Sie trotzdem an und sagen Sie, was Ihnen fehlt. Bei Vodafone können Sie auch in einen Shop gehen: Bringen Sie Ihre Handynummer und Ihre Service-PIN mit.
Es ist Nacht oder Wochenende. Im Kundenkonto im Internet können Sie jederzeit sperren. Bei 1&1 ist die Telefonnummer rund um die Uhr besetzt, Telekom-Karten sperrt zusätzlich der Sperr-Notruf 116 116.
Die Sperre kostet Geld. Manche Anbieter verlangen dafür eine einmalige Gebühr, die Ersatzkarte kostet meist auch etwas. Sperren Sie trotzdem: Bis zur Sperre kann Ihre Nummer weiter benutzt werden, danach nicht mehr.
Bevor Sie fertig sind
- Steckt die Ersatz-SIM in einem Ersatzhandy, kommen Ihre Bestätigungscodes wieder an. Ändern Sie dann wichtige Passwörter, zuerst das Ihres E-Mail-Postfachs.
- War eine Banking-App oder eine TAN-App auf dem Handy, also eine App zum Freigeben von Überweisungen? Rufen Sie Ihre Bank an. Bei vielen Banken sperrt der Sperr-Notruf 116 116 auch den Zugang zum Online-Banking.
- Ihr Vertrag läuft weiter, auch die Raten für ein mitgekauftes Handy.
- Haben Sie eine Handyversicherung, melden Sie den Diebstahl dort schnell. Die Fristen sind oft kurz, meist brauchen Sie das Aktenzeichen der Polizei.
Fürs nächste Mal: Schreiben Sie auf einen Zettel, den Sie zu Hause aufbewahren: Ihre Handynummer, Ihren Anbieter mit der Nummer zum Sperren, Ihre Kundennummer und die IMEI Ihres Handys.
Achtung: Nach einem Verlust melden sich manchmal angebliche Finder, Servicecenter oder Mitarbeitende Ihres Anbieters und drängen zur Eile. Auch Anrufe angeblich vom Sperr-Notruf sind Betrug: Die 116 116 ruft niemals selbst an. Legen Sie auf und wählen Sie die Nummer Ihres Anbieters selbst, von der Rechnung oder aus dieser Anleitung.