Der Grundsatz: so wenig wie möglich
Sie können jetzt Formulare ausfüllen — zum Schluss geht es darum, was Sie eintragen. Der wichtigste Grundsatz lautet: Geben Sie so wenig wie möglich an, nur so viel wie nötig. Jede Angabe, die eine Webseite hat, kann gespeichert, weitergegeben oder gestohlen werden. Was Sie nie eingetragen haben, kann Ihnen nie schaden.
Stellen Sie sich bei jedem Feld die Zweck-Frage: Braucht diese Seite das wirklich für ihren Zweck? Ein Beispiel: Ein Blumenladen braucht für die Lieferung Ihren Namen und die Adresse — klar. Aber wozu Ihr Geburtsdatum? Wenn eine Angabe nicht zum Zweck passt und kein Pflichtfeld ist: leer lassen.
Diese Angaben gehören in kein normales Formular
Bei den folgenden Angaben gilt nicht Vorsicht, sondern ein klares Niemals:
- PIN Ihrer Bankkarte: Die Geheimzahl gehört nur an den Geldautomaten und das Kartengerät im Laden. Keine Webseite, keine E-Mail und auch nicht Ihre Bank fragt sie in einem Formular ab. Wer danach fragt, ist ein Betrüger.
- Passwörter für andere Dienste: Ihr E-Mail-Passwort geht nur Ihr E-Mail-Postfach an. Eine fremde Seite, die danach fragt, will sich Zugang verschaffen.
- Alle Zahlen einer Bankkarte auf einer unbekannten Seite: Kartennummer, Ablaufdatum und die Prüfziffer auf der Rückseite zusammen genügen für Einkäufe. Diese Angaben nur bei Händlern eingeben, die Sie kennen und denen Sie vertrauen — nie für ein „Gewinnspiel“ oder eine „Verifizierung“.
- Ausweiskopien und Sozialversicherungsnummer: nur bei wenigen, klar seriösen Anlässen nötig, etwa der Eröffnung eines Bankkontos. Ein Shop oder ein Gewinnspiel braucht so etwas nie.
- Antworten auf Sicherheitsfragen wie der Mädchenname Ihrer Mutter — sie sind Schlüssel zu Ihren Konten.
Eine TAN — eine einmalige Bestätigungszahl fürs Online-Banking — geben Sie nur in dem Moment ein, in dem Sie selbst gerade eine Überweisung ausführen. Fragt eine Seite oder ein Anrufer außerhalb davon nach einer TAN: sofort abbrechen.
Merksatz: Geheimzahlen und Passwörter sind wie Ihr Haustürschlüssel. Ein seriöses Formular fragt nie danach — genau wie kein ehrlicher Handwerker Ihren Schlüssel per Post verlangt.
Warnzeichen erkennen
Misstrauisch sollten Sie werden, wenn ein Formular ohne guten Grund sehr viel wissen will, wenn ein Gewinn oder eine Drohung Druck aufbaut („Konto wird gesperrt, sofort bestätigen!“) oder wenn die Seite Sie über einen Verweis in einer unerwarteten E-Mail erreicht hat. In all diesen Fällen gilt: nichts eintragen, Seite schließen. Das ist keine Unhöflichkeit, sondern kluger Selbstschutz — am Computer wie am Smartphone.
Und falls Sie doch einmal etwas Heikles eingetragen haben: nicht schämen, sondern handeln. Bei Karten-Daten die Bank anrufen, bei Passwörtern das Passwort ändern. Je schneller, desto besser.
Das Wichtigste in Kürze
- Grundsatz: so wenig angeben wie möglich — freiwillige Felder leer lassen.
- Die Zweck-Frage stellen: Braucht die Seite das wirklich für ihr Angebot?
- Niemals eintragen: Bank-PIN, fremde Passwörter, TAN auf Zuruf, Ausweiskopien für Gewinnspiele.
- Druck und Eile („sofort bestätigen!“) sind Warnzeichen — Seite schließen.
- Falls doch etwas passiert ist: sofort Bank anrufen oder Passwort ändern.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Eine Webseite fragt in einem Gewinnspiel-Formular nach Ihrer Bank-PIN. Was tun Sie?
Die PIN fragt niemand Seriöses ab, auch die Bank nicht. Eine solche Frage ist ein sicheres Zeichen für Betrug.
Frage 2 von 3: Welche Angabe ist in einem normalen Bestell-Formular eines Shops üblich und in Ordnung?
Für eine Lieferung braucht der Shop Name und Adresse. Fremde Passwörter oder Ausweiskopien braucht ein normaler Einkauf nie.
Frage 3 von 3: Woran messen Sie, ob eine Frage im Formular angemessen ist?
Die Zweck-Frage ist der beste Maßstab: Ein Newsletter braucht eine E-Mail-Adresse, aber kein Geburtsdatum und keine Kontonummer.