Drei Sätze zum Merken
Betrüger sind erfinderisch, aber erstaunlich unoriginell: Dieselben Maschen tauchen seit Jahren in immer neuem Gewand auf — als E-Mail, als SMS, als Anruf, als Fenster auf dem Bildschirm. Das ist Ihre Chance. Wenn Sie drei typische Sätze kennen, erkennen Sie den Großteil aller Fallen sofort. Bei diesen drei Sätzen brauchen Sie nicht abzuwägen. Sie sind immer eine Falle.
Satz 1: „Bestätigen Sie sofort Ihre Daten, sonst wird Ihr Konto gesperrt.“
Dieser Satz kommt angeblich von Ihrer Bank, der Sparkasse, einem Paketdienst oder einem großen Versandhaus. Immer sollen Sie schnell auf einen Verweis klicken und Zugangsdaten, Kartennummern oder Geheimzahlen eingeben.
Die Wahrheit: Keine Bank und keine seriöse Firma fragt Zugangsdaten per E-Mail, SMS oder Telefon ab. Niemals. Die Drohung mit der Sperrung soll nur Angst machen. Wenn Sie unsicher sind, ob mit Ihrem Konto wirklich etwas ist: Rufen Sie Ihre Bank unter der Ihnen bekannten Nummer an — nicht unter der Nummer aus der Nachricht.
Satz 2: „Sie haben gewonnen — zahlen Sie nur noch eine kleine Gebühr.“
Ein Auto, eine Reise, ein hoher Geldbetrag: Sie hätten gewonnen, heißt es. Nur eine „Bearbeitungsgebühr“, „Versandkosten“ oder „Steuer“ sei vorab zu zahlen. Manchmal werden stattdessen Ihre Kartendaten „zur Auszahlung“ verlangt.
Die Wahrheit: Ein echter Gewinn kostet nie Geld. Wer zahlen soll, um zu bekommen, bekommt nichts — außer weiteren Forderungen. Dazu kommt: Man kann nichts gewinnen, woran man nie teilgenommen hat.
Satz 3: „Hier ist der Technik-Support, Ihr Computer hat ein Problem.“
Das Telefon klingelt, jemand meldet sich auf Englisch oder gebrochenem Deutsch als Mitarbeiter von Microsoft oder einem „Sicherheitsdienst“. Ihr Computer sende Fehlermeldungen; man wolle helfen und brauche dafür Zugriff auf Ihr Gerät. Dieselbe Masche gibt es als Bildschirm-Meldung mit Telefonnummer.
Die Wahrheit: Microsoft und andere Firmen rufen niemals unaufgefordert an. Diese Firmen können von außen auch gar nicht sehen, ob Ihr Computer Probleme hat. Wer Fremden Zugriff auf sein Gerät gibt, öffnet ihnen die Tür zu Passwörtern und Bankgeschäften. Die richtige Antwort ist einfach und höflich zugleich: auflegen. Ohne Erklärung, ohne schlechtes Gewissen.
Merksatz: Daten bestätigen, Gebühr für den Gewinn, Anruf vom Support — diese drei sind immer Betrug. Nicht klicken, nicht zahlen, auflegen.
Diese Sätze begegnen Ihnen am Computer und am Smartphone gleichermaßen, per E-Mail genauso wie per SMS oder Anruf. Die Verpackung wechselt, die Falle bleibt dieselbe.
Das Wichtigste in Kürze
- „Daten bestätigen, sonst Sperrung“ — Banken fragen so etwas nie ab: Falle.
- „Gewinn gegen Gebühr“ — echte Gewinne kosten nichts: Falle.
- „Support-Anruf wegen Computerproblemen“ — solche Anrufe gibt es seriös nicht: Falle.
- Bei Unsicherheit: die Firma selbst über die Ihnen bekannte Nummer kontaktieren.
- Auflegen und Löschen sind erlaubt und höflich genug.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Eine E-Mail schreibt: Bestätigen Sie sofort Ihre Kontodaten, sonst wird Ihr Konto gesperrt. Was ist das?
Banken fordern nie per E-Mail oder Anruf zur Eingabe von Zugangsdaten auf. Der Satz mit der Sperrung ist eine klassische Falle.
Frage 2 von 3: Sie haben angeblich gewonnen, sollen aber vorab eine Gebühr zahlen. Was gilt?
Wer wirklich gewonnen hat, muss nichts bezahlen. Vorab-Gebühren für Gewinne sind ein sicheres Betrugszeichen.
Frage 3 von 3: Am Telefon sagt jemand: Hier ist der Microsoft-Support, Ihr Computer meldet Fehler. Was tun Sie?
Weder Microsoft noch andere Firmen rufen unaufgefordert wegen Computerfehlern an. Solche Anrufe sind immer Betrug. Auflegen ist die richtige Antwort.