Ein Vermittler für Ihr Geld
Ein Zahlungsdienst ist ein Unternehmen, das im Internet zwischen Käufer und Verkäufer steht und die Zahlung abwickelt. Der bekannteste in Deutschland ist PayPal, gesprochen „Pehpal“; auch Klarna oder Apple Pay und Google Pay auf dem Handy gehören in diese Familie. Das Prinzip ähnelt einem vertrauenswürdigen Boten: Sie geben dem Boten das Geld, der Bote übergibt es dem Händler. Der Händler bekommt Ihre Bankverbindung dabei nie zu sehen.
Einmal eingerichtet, geht das Bezahlen sehr bequem: Im Shop wählen Sie den Dienst als Zahlungsart, melden sich mit E-Mail-Adresse und Passwort an und bestätigen die Zahlung. Das Geld holt sich der Dienst dann von Ihrem Bankkonto per Lastschrift oder von Ihrer Kreditkarte, je nachdem, was Sie hinterlegt haben.
Was dafür spricht, und was zu beachten ist
Drei Vorteile machen Zahlungsdienste beliebt. Erstens die Datensparsamkeit: Statt Ihre Kontodaten bei vielen Shops zu hinterlegen, liegen sie nur an einer Stelle. Zweitens der Käuferschutz: Kommt bestellte Ware nicht an oder ist sie völlig anders als beschrieben, erstattet der Dienst nach einer Prüfung den Betrag; wie das genau geht, zeigt die nächste Lektion. Drittens die Geschwindigkeit: Der Händler sieht die Zahlung sofort und verschickt früher.
Dem stehen Punkte gegenüber, die Sie kennen sollten. Das Konto beim Zahlungsdienst wird nur durch E-Mail-Adresse und Passwort geschützt und ist deshalb ein beliebtes Ziel für Diebe. Wählen Sie also ein starkes, einmaliges Passwort und schalten Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung ein, also die zusätzliche Bestätigung per Handy. Und wie jeder große Name wird auch PayPal ständig für Phishing missbraucht, also für gefälschte E-Mails, die Ihre Zugangsdaten angeln wollen („Ihr Konto wurde eingeschränkt!“). Die Regel dagegen kennen Sie schon: nie über Links aus E-Mails anmelden, sondern die Seite selbst aufrufen.
Die „Freunde und Familie“-Falle
Einen Punkt müssen Sie unbedingt kennen, weil er ständig für Betrug genutzt wird. PayPal bietet zwei Arten, Geld zu senden:
- „Waren und Dienstleistungen“: für Einkäufe. Hier gilt der Käuferschutz.
- „Freunde und Familie“: für private Geldgeschenke, etwa den Zuschuss zum Geburtstag des Enkels. Hier gilt kein Käuferschutz, das Geld ist wie bar übergeben.
Betrüger auf Kleinanzeigen-Portalen bestehen deshalb gern auf „Freunde und Familie“, oft mit der Begründung, so spare man Gebühren. Fällt der Käufer darauf herein, kassiert der „Verkäufer“ und verschwindet, und der Käuferschutz greift nicht. Die Regel ist einfach: An Menschen, die Sie nicht persönlich kennen, senden Sie niemals Geld als „Freunde und Familie“. Ein ehrlicher Verkäufer akzeptiert den normalen Weg.
Brauchen Sie einen Zahlungsdienst?
Müssen Sie PayPal und Co. nutzen? Nein. Wer mit Rechnung und Lastschrift zurechtkommt, kommt gut durchs Online-Leben. Ein Zahlungsdienst lohnt sich, wenn Sie häufiger online einkaufen, auch bei kleineren Shops, oder den Käuferschutz schätzen. Lassen Sie sich die Einrichtung ruhig von einem geübten Menschen zeigen; danach ist die Bedienung einfacher als beim Onlinebanking.
Merksatz: Zahlungsdienste sind bequeme Vermittler mit Käuferschutz. Aber „Freunde und Familie“ heißt: kein Schutz. Für Fremde ist diese Funktion tabu.
Das Wichtigste in Kürze
- Zahlungsdienste wie PayPal wickeln die Zahlung ab; der Shop sieht Ihre Bankdaten nicht.
- Bezahlt wird per Anmeldung beim Dienst; das Geld kommt vom hinterlegten Konto oder der Karte.
- Käuferschutz hilft, wenn Ware nicht ankommt oder völlig falsch ist.
- Konto absichern: starkes, einmaliges Passwort plus Zwei-Faktor-Anmeldung.
- Anmeldung nie über Links aus E-Mails; Phishing gibt sich gern als PayPal aus.
- „Freunde und Familie“ nur für wirklich vertraute Menschen, nie für Käufe bei Fremden.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Welchen Vorteil hat das Bezahlen über einen Zahlungsdienst wie PayPal in einem Onlineshop?
Der Zahlungsdienst steht als Vermittler dazwischen: Der Shop sieht Ihre Konto- oder Kartendaten nicht, und bei Problemen mit der Lieferung greift oft der Käuferschutz.
Frage 2 von 3: Ein fremder Verkäufer auf einem Kleinanzeigen-Portal besteht darauf, dass Sie per PayPal „an Freunde und Familie“ zahlen. Warum?
Die „Freunde und Familie“-Funktion ist für private Geldgeschenke gedacht und ohne Käuferschutz. Fremde, die darauf bestehen, wollen fast immer betrügen.
Frage 3 von 3: Sie erhalten eine E-Mail, angeblich von PayPal: „Ihr Konto ist eingeschränkt, bestätigen Sie hier Ihre Daten.“ Was tun Sie?
Solche E-Mails sind meist Phishing, also Datenangeln. Echte Hinweise finden Sie nach der Anmeldung direkt auf der Seite des Dienstes; Links aus E-Mails sind tabu.