Ein Foto zeigt mehr, als man sieht
Ein Digitalfoto ist mehr als das Bild selbst. Unsichtbar im Hintergrund speichert das Gerät Begleitangaben dazu: wann das Foto entstand, mit welchem Gerät, und häufig auch, wo es aufgenommen wurde, auf wenige Meter genau. Diese Begleitangaben heißen Metadaten, gesprochen „Metadaten“ mit Betonung auf „Meta“. Stellen Sie sich das vor wie die Rückseite eines Papierfotos, auf die jemand automatisch Ort und Datum geschrieben hat, nur dass diese Rückseite beim digitalen Bild niemand sieht.
Das ist zunächst praktisch: Genau daraus baut Ihre Fotos-App die Sortierung nach Zeit und Ort. Es hat aber eine zweite Seite, die man kennen sollte.
Wann der Aufnahmeort zum Problem werden kann
Verschicken Sie ein Foto in Originalgröße, etwa als E-Mail-Anhang, dann reisen die Metadaten mit. Wer sich auskennt, kann daraus ablesen, wo das Bild entstand. Ein Beispiel: Sie stellen ein Foto Ihres blühenden Gartens öffentlich ins Netz. Aus den Metadaten könnte ein Fremder Ihre Wohnadresse ablesen. Auch Serien verraten etwas: Viele Urlaubsfotos mit Ortsangabe zeigen ganz nebenbei, dass zu Hause gerade niemand ist.
Kein Grund zur Panik, aber ein Grund für zwei einfache Gewohnheiten. Erstens: Die gängigen Messenger wie WhatsApp entfernen die Metadaten beim Versand meist automatisch, für Bilder im Familienkreis ist das Thema dort also entschärft. Zweitens: Wer den Ort gar nicht erst speichern möchte, kann der Kamera die Ortsangabe abgewöhnen. Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Gerät, suchen Sie in den Einstellungen nach „Kamera“ und „Standort“ oder „Berechtigungen“ und schalten Sie den Zugriff aus. Die Fotos werden dadurch kein bisschen schlechter.
Andere Personen im Bild: erst fragen, dann teilen
Auf vielen schönen Fotos sind andere Menschen zu sehen, die Familie beim Fest, Freunde beim Ausflug, manchmal auch Fremde im Hintergrund. In Deutschland gilt das Recht am eigenen Bild: Jeder Mensch darf grundsätzlich selbst entscheiden, ob Fotos von ihm verbreitet werden. Vor Gericht landet so etwas im Familienkreis natürlich selten. Aber es ist eine Frage des Respekts, und Missstimmungen entstehen schnell: Nicht jeder möchte sich auf einem Schnappschuss in einer großen Familiengruppe wiederfinden.
Die Lösung ist einfach und kostet einen Satz: „Ich habe ein schönes Foto von dir, darf ich es in die Familiengruppe stellen?“ Bei Kindern fragen Sie die Eltern. Besondere Zurückhaltung gilt bei allem, was öffentlich sichtbar ist, also für jedermann im Internet, im Unterschied zur privaten Nachricht an eine Person. Was einmal öffentlich war, lässt sich kaum wieder einsammeln.
Zeit und Umgebung: der Blick aufs Bild selbst
Nicht nur die unsichtbaren Angaben erzählen etwas, auch das Bild selbst. Ein kurzer Blick vor dem Teilen lohnt sich: Liegt im Hintergrund ein Brief mit Ihrer Adresse auf dem Tisch? Ist der Kalender an der Wand lesbar? Das klingt kleinlich, ist aber schnell geprüft und schützt ganz nebenbei Ihre Privatsphäre.
Merksatz: Jedes Foto trägt unsichtbares Gepäck: Ort und Zeit reisen mit. Und für Bilder anderer Menschen gilt: erst fragen, dann teilen.
Das Wichtigste in Kürze
- Metadaten sind unsichtbare Angaben im Foto: Datum, Uhrzeit, oft der genaue Ort.
- Beim Versand in Originalgröße reisen sie mit, Messenger entfernen sie meist automatisch.
- Die Ortsspeicherung lässt sich in den Kamera-Einstellungen abschalten.
- Andere Personen vor dem Teilen um Erlaubnis fragen, bei Kindern die Eltern.
- Öffentlich ist etwas anderes als privat: Öffentliche Bilder lassen sich kaum zurückholen.
- Vor dem Teilen kurz den Bildhintergrund prüfen.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was sind Metadaten bei einem Foto?
Jedes Digitalfoto trägt unsichtbare Begleitangaben in sich, unter anderem wann und oft auch wo es aufgenommen wurde. Man sieht sie dem Bild nicht an.
Frage 2 von 3: Sie möchten ein schönes Foto vom Geburtstagsfest verschicken, auf dem auch die Nachbarin zu sehen ist. Was ist ein rücksichtsvoller Umgang?
Jeder Mensch darf grundsätzlich selbst entscheiden, wo Bilder von ihm landen. Eine kurze Frage vorher ist höflich und erspart Ärger.
Frage 3 von 3: Wie verhindern Sie, dass künftige Fotos den Aufnahmeort speichern?
Die Kamera fragt das Gerät nach dem Standort und schreibt ihn ins Foto. Entziehen Sie der Kamera diese Berechtigung, bleibt der Ort künftig außen vor.