Fernsehen, wann Sie wollen
Das klassische Fernsehen bestimmt den Takt: Der Film beginnt um 20:15 Uhr, ob es Ihnen passt oder nicht. Die Mediathek dreht das um. Eine Mediathek ist das Online-Angebot eines Fernsehsenders, eine Art Videoregal im Internet: Dort stehen die Sendungen bereit, und Sie entscheiden, wann Sie schauen. Den Sonntagskrimi am Dienstagnachmittag, die Dokumentation in zwei Teilen mit Pause, und wenn das Telefon klingelt, halten Sie einfach an und schauen später weiter.
Die bekanntesten sind die ARD-Mediathek und die ZDF-Mediathek. Auch die dritten Programme wie WDR, NDR oder BR sowie Arte und 3sat sind dort vertreten oder haben eigene Mediatheken.
Das Beste: Es kostet nichts extra
Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gilt: Die Mediathek ist bereits bezahlt, nämlich über den Rundfunkbeitrag, den jeder Haushalt in Deutschland ohnehin entrichtet. Es gibt kein Abo, keine versteckten Kosten, keine Zahlungsdaten, die Sie eingeben müssten. Wenn eine angebliche „ARD-Seite“ nach Ihrer Kreditkarte fragt, sind Sie falsch, und zwar bei Betrügern. Die echten Mediatheken verlangen niemals Geld.
Auch eine Anmeldung ist zum Zuschauen nicht nötig. Manche Mediatheken bieten ein freiwilliges, kostenloses Konto an, damit Sie eine Merkliste führen können und ein angefangener Film auf dem Tablet dort weiterläuft, wo Sie auf dem Fernseher aufgehört haben. Das ist praktisch, aber kein Muss.
So kommen Sie hinein
Die Mediatheken erreichen Sie auf mehreren Wegen, je nachdem, welches Gerät Ihnen am liebsten ist:
- Smartphone oder Tablet: Installieren Sie die App „ARD Mediathek“ oder „ZDFmediathek“ aus dem App-Store, so wie Sie es aus dem Kurs zum Apps-Installieren kennen.
- Computer: Öffnen Sie im Browser die Adresse ardmediathek.de oder zdf.de.
- Moderner Fernseher: Auf sogenannten Smart-TVs, gesprochen „Smart-Tiwis“, also Fernsehern mit Internetanschluss, sind die Mediatheken meist als Apps vorhanden. Oft führt auch die rote Taste auf der Fernbedienung während einer Sendung direkt hinein.
Drinnen finden Sie sich schnell zurecht: Auf der Startseite liegen Empfehlungen und Rubriken wie Filme, Serien, Dokumentationen. Über das Suchfeld mit der Lupe finden Sie gezielt eine Sendung, etwa „Tagesschau“ oder den Titel des verpassten Films. Ein Tipp auf die Sendung, dann auf das Abspiel-Dreieck, und es geht los.
Kleine Kniffe für mehr Komfort
Zwei Funktionen machen das Schauen angenehmer. Erstens die Untertitel: Bei fast allen Sendungen lassen sich eingeblendete Texte zuschalten, hilfreich, wenn Schauspieler nuscheln oder das Gehör nachlässt. Suchen Sie im laufenden Video nach einem Symbol mit „UT“ oder einer Sprechblase. Zweitens die Verfügbarkeit: Sendungen bleiben nicht ewig im Regal. Wie lange ein Titel abrufbar ist, steht meist direkt dabei, etwa „verfügbar bis 12.10.“. Den Krimi also nicht Jahre aufheben, aber ein paar Wochen Zeit sind fast immer.
Merksatz: Die Mediatheken von ARD und ZDF sind Ihr Fernsehprogramm ohne Uhrzeit, bereits bezahlt und ohne Anmeldung nutzbar. Wer dort nach Geld gefragt wird, ist auf einer falschen Seite.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Mediathek zeigt die Sendungen eines Senders zum Wunschzeitpunkt.
- ARD- und ZDF-Mediathek kosten nichts extra, sie sind über den Rundfunkbeitrag finanziert.
- Zuschauen geht ohne Anmeldung, ein kostenloses Konto ist freiwillig.
- Zugang per App, im Browser oder direkt am Smart-TV.
- Untertitel lassen sich zuschalten, Symbol „UT“ im Video.
- Sendungen sind zeitlich begrenzt verfügbar, das Datum steht dabei.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was ist eine Mediathek?
In der Mediathek stellt ein Sender seine Sendungen ins Internet. Sie schauen, was Sie möchten und wann Sie möchten, unabhängig vom Programmplan.
Frage 2 von 3: Was kosten die Mediatheken von ARD und ZDF?
Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ohne zusätzliche Kosten nutzbar. Sie sind über den Rundfunkbeitrag finanziert, den Haushalte ohnehin zahlen.
Frage 3 von 3: Sie haben am Sonntag den „Tatort“ verpasst. Was können Sie tun?
Genau dafür gibt es die Mediathek: Verpasste Sendungen stehen dort meist kurz nach der Ausstrahlung bereit und bleiben oft Wochen oder Monate abrufbar.