Lektion 3 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Ein Bild rückwärts suchen

Der häufigste Bildertrick: echtes Foto, falsche Geschichte

Wenn von gefälschten Bildern die Rede ist, denken viele an aufwendige Computertricks. Die Wirklichkeit ist meist banaler: Die allermeisten irreführenden Fotos sind völlig echt — sie zeigen nur etwas anderes, als behauptet wird. Ein Beispielmuster: Ein Foto zeigt eine überflutete Straße. Dazu steht: „Gestern in unserer Stadt!“ Tatsächlich stammt das Foto von einem Hochwasser vor acht Jahren, aufgenommen in einem anderen Land. Das Bild ist echt, die Geschichte ist falsch.

Warum machen Fälscher das so? Weil es so einfach ist. Ein passendes Foto ist im Internet in einer Minute gefunden, eine dramatische Bildunterschrift schnell getippt. Zum Glück ist die Gegenwehr genauso einfach — sie heißt Bilder-Rückwärtssuche.

Was eine Rückwärtssuche ist

Normalerweise geben Sie in eine Suchmaschine Wörter ein und bekommen Seiten und Bilder. Bei der Rückwärtssuche läuft es andersherum: Sie geben ein Bild ein und die Suchmaschine zeigt Ihnen, wo dieses Bild (oder sehr ähnliche) schon einmal im Internet aufgetaucht ist — oft mit Datum und ursprünglichem Zusammenhang. Sie fragen das Internet sozusagen: „Kennst du dieses Foto schon?“

Damit beantworten Sie die entscheidenden Fragen: Ist das Bild älter als die Meldung? Erschien es zuerst in einem ganz anderen Zusammenhang? Wurde es womöglich verändert?

So führen Sie die Suche durch

Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Gerät und Suchmaschine, das Prinzip ist aber überall gleich. Große Suchmaschinen wie Google bieten in ihrer Bildersuche ein kleines Kamera-Symbol an. Ein Klick darauf, und Sie können ein gespeichertes Bild hochladen oder die Internetadresse eines Bildes einfügen. Bei Google heißt die Funktion „Google Lens“, gesprochen „Guhgel Lens“. Es gibt auch eigenständige Dienste für die Bildersuche, zum Beispiel TinEye, gesprochen „Tin-Ei“.

Praktisch geht es oft so: Sie speichern das verdächtige Foto aus der Nachricht auf Ihrem Gerät (bei Messenger-Bildern meist durch längeres Antippen und „Speichern“ oder „Herunterladen“). Dann öffnen Sie die Bildersuche, tippen auf das Kamera-Symbol und wählen das gespeicherte Foto aus. Nach wenigen Sekunden sehen Sie die Fundstellen. Auf manchen Smartphones geht es noch kürzer: Bild gedrückt halten und eine Option wie „Mit Lens suchen“ oder „Bild im Web suchen“ wählen. Wenn Sie den Weg auf Ihrem Gerät nicht finden, suchen Sie einmal nach „Bilder-Rückwärtssuche“ plus dem Namen Ihres Geräts — danach können Sie es immer.

Die Ergebnisse richtig lesen

Schauen Sie in den Fundstellen vor allem auf zwei Dinge: das früheste Datum und den ursprünglichen Zusammenhang. Taucht das „aktuelle“ Foto schon vor Jahren auf, ist die neue Geschichte widerlegt. Zeigt die früheste Fundstelle einen anderen Ort oder Anlass, ebenfalls. Finden Sie dagegen nur die aktuelle Meldung selbst, ist das kein Beweis für Echtheit — aber ein Punkt weniger auf der Verdachtsliste. Kombinieren Sie die Bildersuche dann mit den anderen Prüfschritten: Quelle, Datum, Faktencheck.

Merksatz: Trauen Sie keinem dramatischen Foto, nur weil es echt aussieht. Fragen Sie das Internet, ob es das Bild schon kennt — die Rückwärtssuche dauert eine Minute.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was ist eine Bilder-Rückwärtssuche?

Frage 2 von 3: Die Rückwärtssuche zeigt: Das „aktuelle Unwetterfoto aus Ihrer Region“ erschien schon vor acht Jahren auf einer Seite aus einem anderen Land. Was folgt daraus?

Frage 3 von 3: Warum sind alte Fotos mit neuer Geschichte häufiger als komplett gefälschte Bilder?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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