Lektion 2 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Netiquette in Gruppen, Foren, Kommentaren

Gute Manieren gibt es auch im Netz

Für das Zusammenleben haben wir überall Umgangsformen: Man grüßt im Treppenhaus, drängelt nicht an der Kasse, unterbricht andere nicht ständig. Für das Internet gibt es das auch. Diese Umgangsformen heißen Netiquette, gesprochen „Netikette“ — zusammengesetzt aus „Netz“ und „Etikette“, also den guten Manieren.

Das Schöne daran: Sie können eigentlich schon alles. Die Netiquette ist zu neunzig Prozent das, was Sie ein Leben lang geübt haben — Freundlichkeit, Rücksicht, erst denken, dann reden. Es kommen nur ein paar Besonderheiten dazu, weil im Netz viele Menschen mitlesen und weil Geschriebenes bleibt.

Der Grundgedanke: Da sitzen Menschen

Die wichtigste Regel der Netiquette lautet seit Jahrzehnten: Vergessen Sie nie, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt. Auf dem Bildschirm sieht man nur Namen und Buchstaben — da schreibt sich eine schnippische Bemerkung leichter, als man sie je ins Gesicht sagen würde. Ein guter Prüfstein vor dem Absenden: Würde ich das dieser Person auch am Kaffeetisch so sagen, wenn sie mir gegenübersäße? Wenn nein: umformulieren oder löschen.

Dazu gehört auch: Was Sie schreiben, lesen oft mehr Menschen, als Sie denken — in der Familiengruppe alle Verwandten, in Kommentarspalten die ganze Welt. Und es bleibt lesbar, auch Jahre später. Schreiben Sie deshalb nichts über Dritte, was diese nicht lesen sollten, und geben Sie keine fremden Telefonnummern, Adressen oder Fotos ohne Erlaubnis weiter.

Regeln für Gruppen und Chats

In Gruppen, etwa der Nachbarschafts- oder Familiengruppe im Messenger, sorgen ein paar Gewohnheiten für Frieden:

Beim Thema bleiben. Eine Gruppe für den Gartenverein ist kein Ort für Weltpolitik. Was nicht alle betrifft, gehört in eine private Nachricht an die betreffende Person.

Sparsam senden. Jede Nachricht lässt viele Geräte klingeln. Zwanzig einzelne „Danke!“-Nachrichten, Kettenbriefe („Schick das an zehn Personen weiter“) und tägliche Grußbilder empfinden viele als Störung — auch wenn sie zu höflich sind, es zu sagen. Kettennachrichten dürfen Sie übrigens guten Gewissens immer versanden lassen; es passiert dadurch nichts Schlimmes.

Zeiten beachten. Nachrichten um Mitternacht wecken Menschen, die den Ton angelassen haben. Dringend ist im Gruppenchat fast nie etwas.

Regeln für Foren und Kommentarspalten

Ein Forum ist ein öffentlicher Diskussionsort im Internet, geordnet nach Themen — wie ein schwarzes Brett mit Antwortmöglichkeit. Dort und in Kommentarspalten unter Artikeln gilt zusätzlich:

Erst lesen, dann schreiben. Viele Fragen wurden schon beantwortet. Wer kurz sucht und die angehefteten Regeln der Gruppe liest, erspart allen Wiederholungen — und erntet freundlichere Antworten.

Sachlich widersprechen ist erlaubt und erwünscht. Verschiedene Meinungen machen eine Diskussion erst wertvoll. Der Ton macht den Unterschied: „Das sehe ich anders, weil …“ ist Diskussion. „So einen Quatsch kann nur ein Idiot schreiben“ ist keiner.

Nicht jeden Köder schlucken. Manche Menschen schreiben absichtlich Provozierendes, nur um Streit zu entfachen. Solche Beiträge ignoriert man am besten vollständig — mehr dazu in der nächsten Lektion.

Merksatz: Schreiben Sie nichts, was Sie der Person nicht auch am Kaffeetisch sagen würden — und denken Sie daran, dass der ganze Tisch mitliest.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was bedeutet das Wort „Netiquette“?

Frage 2 von 3: Sie sind neu in einem Forum und möchten eine Frage stellen. Was ist ein guter erster Schritt?

Frage 3 von 3: Warum sollte man in einer großen Gruppe sparsam mit Weiterleitungen und Kettennachrichten sein?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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