Lektion 4 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Anderen erklären, ohne zu überfahren

Vom Lernenden zum Helfenden

Wenn Sie die Kurse dieses Bereichs durchgearbeitet haben, wissen Sie mehr über Computer und Internet als viele Menschen in Ihrem Umfeld. Das merken die anderen schneller, als Sie denken: Bald fragt die Nachbarin, wie man ein Foto verschickt, oder der Bruder, was dieses „WLAN“ schon wieder will. Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt die Person, die man fragt.

Das ist eine schöne Rolle, und sie hat einen Nebeneffekt: Erklären ist die beste Wiederholung. Was Sie einmal jemandem beigebracht haben, vergessen Sie selbst so schnell nicht mehr. Aber gutes Helfen will gelernt sein, denn gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Der häufigste Fehler: übernehmen statt anleiten

Sie kennen die Szene vielleicht von der anderen Seite: Man fragt jemanden um Hilfe, derjenige nimmt einem das Gerät aus der Hand, tippt in Windeseile herum, sagt „So, fertig“ und gibt es zurück. Das Problem ist gelöst, aber gelernt hat man nichts, und beim nächsten Mal steht man wieder genauso da. Oft bleibt sogar ein schales Gefühl zurück: „Ich bin wohl zu dumm dafür.“

Deshalb die goldene Regel: Die Hände des Lernenden bleiben am Gerät. Sie beschreiben den Weg, der andere geht ihn selbst. „Tippen Sie auf das Zahnrad, das sind die Einstellungen.“ Das dauert drei- bis fünfmal so lange, wie wenn Sie es selbst machen würden. Genau diese Zeit ist die eigentliche Hilfe. Ausnahme: Wenn jemand Sie ausdrücklich bittet, etwas einmalig einzurichten, dürfen Sie natürlich übernehmen, aber erklären Sie dabei laut, was Sie tun.

Kleine Schritte, einfache Worte, viel Geduld

Erinnern Sie sich, wie sich das alles am Anfang für Sie angefühlt hat. Genau dort steht Ihr Gegenüber jetzt. Daraus folgen drei Handwerksregeln:

Mut machen, Fehler entdramatisieren

Die größte Bremse beim Lernen ist nicht mangelnde Begabung, sondern Angst, etwas kaputt zu machen. Ihre wichtigste Aufgabe als Helfer ist deshalb Beruhigung: Durch normales Tippen und Wischen geht nichts kaputt. Wenn beim Üben etwas schiefgeht, ein Fenster verschwindet, eine App sich öffnet, sagen Sie: „Gut, dass das jetzt passiert, dann üben wir gleich, wie man es zurückholt.“ So wird aus dem Missgeschick eine Lektion. Loben Sie Fortschritte ruhig ausdrücklich, auch kleine. Und wenn Sie selbst einmal nicht weiterwissen: Sagen Sie es ehrlich und suchen Sie gemeinsam nach der Lösung, so wie Sie es in den ersten Lektionen dieses Kurses gelernt haben. Auch das ist Vorbild: zeigen, wie man sich selbst hilft.

Merksatz: Gute Hilfe gibt den Weg vor, nicht die Hand: Die Finger des Lernenden bleiben am Gerät, Ihre Worte führen, Ihre Geduld beruhigt.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Eine Bekannte bittet Sie um Hilfe mit ihrem Handy. Was ist der beste Grundsatz?

Frage 2 von 3: Warum sollte man beim Erklären Fachwörter vermeiden oder sofort übersetzen?

Frage 3 von 3: Ihr Nachbar hat beim Üben aus Versehen ein Fenster geschlossen und erschrickt. Was sagen Sie am besten?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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