Lektion 6 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Ernstfallprobe: vollständige Wiederherstellung testen

Ungeprüft ist nur gehofft

Ihre Strategie steht: Automatik läuft, Versionen werden aufgehoben, eine Fassung liegt außer Haus. Ein Baustein fehlt noch, und er trennt die Hoffnung von der Gewissheit: der Test. In Rechenzentren gilt ein alter Grundsatz: Eine Sicherung, deren Wiederherstellung nie geprobt wurde, ist keine — sie ist ein Versprechen ohne Beleg. Eine Sicherung kann monatelang unbemerkt stillstehen, einen wichtigen Ordner auslassen oder auf einer Platte liegen, die selbst schon Fehler hat. All das merkt man entweder jetzt, bei Kaffee und Ruhe — oder im Ernstfall, wenn es zu spät ist.

Die kleine Probe: einzelne Dateien zurückholen

Beginnen Sie mit der Übung, die zehn Minuten dauert. Legen Sie auf dem Computer einen Ordner „Wiederherstellungs-Probe“ an — dorthin wird zurückgeholt, damit keine echte Datei überschrieben wird. Dann:

  1. Öffnen Sie Ihr Sicherungsprogramm — den Dateiversionsverlauf bei Windows, Time Machine beim Mac.
  2. Suchen Sie drei Stichproben heraus: ein Foto vom letzten Monat, ein Dokument aus dem letzten Jahr und eine Datei, die Sie erst diese Woche geändert haben — von ihr eine ältere Version.
  3. Stellen Sie alle drei in den Probe-Ordner wieder her und öffnen Sie jede: Lässt sich das Foto anzeigen, der Brief lesen?

Machen Sie dieselbe Stichprobe beim Online-Speicher und beim Handy: eine Datei aus der Cloud auf den Computer laden und öffnen; in der Handy-Sicherung nachsehen, wann sie zuletzt gelaufen ist.

Die große Probe: der gedachte Totalausfall

Einmal im Jahr lohnt die größere Frage: Wenn dieser Computer heute Nacht gestohlen würde — was hätte ich morgen wieder, und was wäre weg? Gehen Sie die Antwort konkret durch. Öffnen Sie die Übersicht Ihrer Sicherung und prüfen Sie, ob wirklich alle wichtigen Ordner erfasst sind. Klassische Lücken: der Ordner direkt auf der Festplatte statt unter „Dokumente“, die Steuer-Dateien im Programm-Ordner, die eingescannten Unterlagen auf dem Schreibtisch. Finden Sie so eine Lücke, ist das kein Versagen, sondern der Gewinn der ganzen Übung — nehmen Sie den Ordner in die Sicherung auf. Bei dieser Gelegenheit prüfen Sie auch die Gesundheit der externen Platte: Meldet das Sicherungsprogramm Fehler? Ist noch Platz? Externe Platten sind Verschleißteile; nach fünf bis sieben Jahren darf eine neue einziehen, die alte wird zur Zweitsicherung.

Feste Termine statt gutem Willen

Damit die Probe kein einmaliges Ereignis bleibt, bekommt sie Termine — im Kalender, nicht im Kopf. Bewährt hat sich: die kleine Stichprobe zweimal im Jahr, etwa bei der Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst, die große Probe einmal jährlich. Das sind zusammen keine zwei Stunden pro Jahr. Notieren Sie sich außerdem auf einem Blatt, wo Ihre Sicherungen liegen und wie man sie öffnet — auch Angehörige sollten Ihre Fotos retten können, falls Sie es einmal nicht selbst tun können. Damit schließt sich der Kreis dieses Kurses: Ihre Daten sind jetzt dreifach vorhanden, geprüft und auffindbar.

Merksatz: Erst die geprobte Wiederherstellung macht aus der Sicherung eine Gewissheit — zwei kleine Tests und eine große Probe pro Jahr, fest im Kalender.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Warum sollte man die Wiederherstellung testen, obwohl die Sicherung täglich läuft?

Frage 2 von 3: Wohin stellen Sie Dateien bei der Ernstfallprobe wieder her?

Frage 3 von 3: Sie testen die Wiederherstellung und merken: Der Ordner mit den eingescannten Verträgen wurde nie mitgesichert. Was ist das für ein Ergebnis?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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