Lektion 1 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Absender und Antwortadresse wirklich lesen

Zwei Namen, eine Mail

Aus dem Einsteiger-Kurs zum Betrug im Netz kennen Sie die Grundregel: Auf die Absenderadresse achten. Jetzt schauen wir genauer hin, denn jede E-Mail trägt zwei Absenderangaben — und Betrüger nutzen aus, dass die meisten Menschen nur die erste sehen.

Der Anzeigename ist das, was Ihr Mail-Programm groß darstellt: „Sparkasse Kundenservice“ oder „DHL Paketdienst“. Diesen Namen darf jeder Absender frei erfinden, so wie jeder auf einen Briefumschlag „Bundeskanzleramt“ als Absender schreiben könnte. Er beweist nichts.

Die echte Absenderadresse steht dahinter, oft erst nach einem Klick oder Fingertipp sichtbar: etwa [email protected] — oder eben [email protected]. Am Computer zeigen Sie mit der Maus auf den Namen oder klicken ihn an; am Smartphone tippen Sie auf den Absendernamen, dann klappt die vollständige Adresse auf. Machen Sie das zur Gewohnheit bei jeder Mail, die etwas von Ihnen will.

Die Domain ist der Familienname

Der wichtigste Teil der Adresse ist die Domain, gesprochen „Domäjn“ — der Teil hinter dem @-Zeichen. Sie ist so etwas wie der Familienname einer Adresse: fest registriert und nicht beliebig kopierbar. Gelesen wird sie von hinten: Entscheidend sind die letzten beiden Bausteine vor dem Ende, etwa „dhl.de“ oder „sparkasse.de“. Alles davor kann der Inhaber der Domain frei ergänzen.

Genau da liegt der Trick. Vergleichen Sie:

Die Regel für das Lesen: Suchen Sie das Ende der Adresse und gehen Sie zwei Bausteine zurück. Nur dieser Teil zählt.

Die Antwortadresse: das übersehene Warnzeichen

E-Mails haben noch ein drittes Feld: die Antwortadresse, auf Englisch „Reply-To“, gesprochen „Riplai-tu“. Sie legt fest, wohin Ihre Antwort geht — und die kann von der Absenderadresse abweichen. Betrüger fälschen manchmal eine glaubwürdige Absenderadresse, lassen Antworten aber an ihr eigenes Postfach leiten. Sichtbar wird das, wenn Sie auf „Antworten“ klicken und die eingetragene Empfängeradresse prüfen, bevor Sie ein Wort tippen. Steht dort plötzlich eine wildfremde Adresse, brechen Sie ab.

Und eine wichtige Einschränkung zum Schluss: Selbst eine korrekt aussehende Absenderadresse ist kein Echtheitsbeweis. Absenderangaben lassen sich technisch fälschen, das nennt man Spoofing, gesprochen „Spufing“ — zu Deutsch etwa „Vortäuschen“. Die Adresse ist darum ein Werkzeug zum Entlarven, nicht zum Freisprechen: Eine falsche Domain überführt die Mail sicher als Fälschung. Eine richtige Domain macht sie nur „nicht sofort verdächtig“ — die übrigen Warnzeichen zählen weiter.

Merksatz: Der Anzeigename ist Schall und Rauch. Lesen Sie die Domain hinter dem @-Zeichen von hinten — und trauen Sie selbst ihr nur beim Entlarven, nie beim Freisprechen.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Eine Mail zeigt als Absender „Sparkasse Kundenservice“. Was sagt dieser Name über die Echtheit aus?

Frage 2 von 3: Die Absenderadresse lautet [email protected]. Was fällt beim genauen Lesen auf?

Frage 3 von 3: Absender und Inhalt einer Mail wirken echt, aber die Antwortadresse führt zu einer völlig fremden Adresse. Was tun Sie?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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