Drei Wege zum Termin
Die Zeiten, in denen Arzttermine nur am Telefon zu bekommen waren, in der Warteschleife zwischen acht und neun, sind vorbei. Heute führen drei Wege zum Termin, und alle drei funktionieren rund um die Uhr, auch sonntagabends vom Sofa aus:
- Die Website der Praxis. Viele Praxen bieten auf ihrer eigenen Seite eine Terminbuchung an, oft über einen Knopf wie „Termin online buchen“.
- Terminportale. Das sind Buchungsdienste, bei denen viele Praxen ihre freien Termine einstellen, bekannte Beispiele sind Doctolib oder jameda. Sie legen dort einmalig ein kostenloses Konto an und können dann bei allen angeschlossenen Praxen buchen. Praktisch: Die Portale zeigen freie Termine im Kalender, erinnern per E-Mail oder App an den Termin und machen Verschieben und Absagen zur Sache von zwei Klicks.
- Der Terminservice der 116117. Die 116117 kennen Sie vielleicht als Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts. Dahinter steht auch der offizielle Terminservice der gesetzlichen Krankenversicherung: telefonisch und im Internet vermittelt er Termine bei Haus-, Kinder- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten, kostenlos.
Welcher Weg der richtige ist? Der, den Ihre Praxis anbietet. Schauen Sie einmal auf die Website Ihrer Hausarztpraxis, dort steht, ob und wo online gebucht wird. Und das Telefon bleibt selbstverständlich erlaubt, Online-Buchung ist ein Zusatzangebot, kein Ersatz.
So läuft eine Online-Buchung ab
Ob Praxisseite oder Portal, der Ablauf ähnelt sich: Sie wählen die Besuchsart (etwa „Vorsorge“, „akute Beschwerden“ oder „Folgetermin“), damit die Praxis die richtige Zeit einplant, dazu ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind und ob Sie schon einmal da waren. Dann zeigt der Kalender die freien Zeiten, Sie wählen eine aus, geben Name und Kontaktdaten an, fertig. Die Bestätigung kommt per E-Mail, meist gefolgt von einer Erinnerung kurz vor dem Termin.
Zwei Hinweise dazu. Erstens, zur Datensparsamkeit: Ein Buchungsformular braucht eine grobe Angabe zum Anliegen, mehr nicht. Ausführliche Beschreibungen Ihrer Beschwerden oder gar Diagnosen müssen nicht in ein Freitextfeld eines Portals, das gehört ins vertrauliche Gespräch in der Praxis. Zweitens: Absagen nicht vergessen. Was Sie online gebucht haben, können Sie online auch stornieren, und ein rechtzeitig abgesagter Termin hilft der Praxis und dem nächsten Patienten.
Der Weg zum Facharzt
Bei Fachärzten, etwa Haut- oder Augenärzten, sind Wartezeiten oft lang, und hier lohnt sich ein besonderes Wissen: Wenn Ihre Hausärztin eine Überweisung als dringlich einstuft, bekommt die Überweisung einen Vermittlungscode aufgedruckt. Mit diesem Code vermittelt der Terminservice der 116117, am Telefon oder online auf der Terminservice-Seite der 116117, innerhalb kurzer Zeit einen Facharzttermin, meist binnen vier Wochen. Sie geben den Code ein, sehen die vermittelbaren Termine und wählen aus. Der Haken, ehrlich gesagt: Sie können sich die Praxis dabei nicht immer aussuchen, dafür geht es schnell.
Auch ohne Dringlichkeit hilft Beharrlichkeit im Netz: In Terminportalen lassen sich freie Termine mehrerer Praxen einer Fachrichtung nebeneinander sehen, und kurzfristig abgesagte Termine tauchen dort laufend wieder auf, ein Blick am Morgen lohnt sich, genau wie bei den Behördenterminen aus dem vorigen Kurs.
Was online nicht hingehört
Ein klares Wort zum Schluss: Online-Terminbuchung ist für planbare Anliegen da. Bei einem Notfall, etwa Anzeichen von Schlaganfall oder Herzinfarkt, wählen Sie die 112, sofort und ohne Umweg über Websites. Bei akuten Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten, die keinen Rettungswagen brauchen, ist die 116117 telefonisch der richtige Weg. Das Internet ist gut fürs Planen, nicht fürs Drängende.
Merksatz: Termine gibt es über die Praxis-Website, Terminportale oder die 116117, rund um die Uhr. Beim dringlichen Facharzttermin hilft der Vermittlungscode auf der Überweisung, und Notfälle gehören an die 112, nie ins Buchungsformular.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Wege: Praxis-Website, Terminportale wie Doctolib oder jameda, und der Terminservice der 116117.
- Online buchen geht rund um die Uhr, mit Bestätigung und Erinnerung; das Telefon bleibt als Weg erhalten.
- Im Buchungsformular nur die nötige Kurzangabe machen, Details gehören ins Behandlungszimmer.
- Gebuchte Termine bei Verhinderung online absagen, das geht mit wenigen Klicks.
- Dringliche Facharzttermine vermittelt die 116117 mit dem Vermittlungscode von der Überweisung.
- Notfälle: immer 112; akute Fälle außerhalb der Praxiszeiten: 116117 anrufen.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was ist die 116117?
Unter 116117 erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxiszeiten und den Terminservice der Kassenärzte, auch online. Bei Lebensgefahr gilt dagegen immer die 112.
Frage 2 von 3: Wofür ist der Vermittlungscode auf einer Überweisung gut?
Bei dringlichen Überweisungen zum Facharzt steht auf der Überweisung ein Vermittlungscode. Mit ihm vermittelt der Terminservice der 116117, online oder am Telefon, zeitnah einen Termin.
Frage 3 von 3: Ein Terminportal fragt bei der Buchung nach dem Grund Ihres Besuchs. Was ist ein vernünftiger Umgang damit?
Die Praxis braucht eine grobe Angabe, um die Terminlänge zu planen. Ausführliche Gesundheitsdetails müssen nicht in ein Buchungsformular, sie gehören ins vertrauliche Gespräch mit dem Arzt.