Der Lebenslauf ist Ihre Visitenkarte — und digital gut machbar
Wer sich heute bewirbt, tut das fast immer digital: Der Lebenslauf wird am Computer geschrieben und als Datei verschickt oder in ein Bewerbungsportal hochgeladen. Falls Ihre letzte Bewerbung länger zurückliegt — vielleicht Jahrzehnte —, ist das keine Hürde, sondern eine Erleichterung: Sie schreiben den Lebenslauf genau einmal und passen ihn danach für jede Bewerbung nur noch in Kleinigkeiten an. Kein Neutippen, kein Tipp-Ex, keine Fotokopien.
Alles, was Sie brauchen, ist ein Schreibprogramm: Microsoft Word, das kostenlose LibreOffice Writer oder Google Docs im Browser — die Grundschritte sind überall gleich.
Aufbau: klar und übersichtlich statt kunstvoll
Ein Lebenslauf ist eine geordnete Liste Ihres Werdegangs, meist auf ein bis zwei Seiten. Bewährt hat sich dieser Aufbau:
- Kopf: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Prüfen Sie die E-Mail-Adresse kritisch: Für Bewerbungen wirkt vorname.nachname@… seriöser als ein Spitzname. Notfalls legen Sie eine eigene Adresse nur für Bewerbungen an.
- Berufserfahrung: Ihre Stationen, die neueste zuerst, jeweils mit Zeitraum, Arbeitgeber und zwei, drei Stichworten zu den Aufgaben.
- Ausbildung: Schule, Lehre, Studium — ebenfalls das Neueste zuerst.
- Kenntnisse: Sprachen, Führerschein und ausdrücklich auch Computerkenntnisse. Was Sie in diesen Kursen gelernt haben — E-Mail, Textverarbeitung, Tabellen, Videokonferenzen — darf hier ehrlich stehen.
Viele Schreibprogramme bieten fertige Vorlagen an: vorgestaltete Musterdokumente, bei denen Sie nur noch Ihre Angaben in die Felder eintragen. Suchen Sie beim Anlegen eines neuen Dokuments nach „Lebenslauf“. Eine schlichte Vorlage ist völlig ausreichend — Personalverantwortliche wollen Inhalte schnell erfassen, kein Kunstwerk bestaunen.
Ein Wort an Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger: Der Lebenslauf muss nicht jede Station seit der Schulzeit ausbreiten. Die letzten zehn bis fünfzehn Jahre gehören in den Mittelpunkt, Älteres darf kurz zusammengefasst werden. Auch Familienzeiten oder Pflege von Angehörigen sind normale Lebensstationen — nennen Sie sie schlicht beim Namen, das wirkt souveräner als eine Lücke.
Warum PDF? Weil es überall gleich aussieht
Verschicken Sie den Lebenslauf nie als Word- oder Writer-Datei, sondern immer als PDF. Die Abkürzung steht für „Portable Document Format“, gesprochen „Pe-De-Eff“ — ein Dateiformat, das sich verhält wie ein Ausdruck: Es sieht auf jedem Gerät exakt gleich aus, egal welches Programm der Empfänger benutzt. Eine Word-Datei kann beim Empfänger dagegen verrutschen, wenn dort andere Schriften installiert sind — und sie ließe sich versehentlich verändern. Viele Portale verlangen ohnehin ausdrücklich PDF.
Die Umwandlung ist eingebaut und kostenlos: In Word und LibreOffice finden Sie im Menü „Datei“ den Punkt „Exportieren als PDF“ oder „Speichern unter“ mit dem Dateityp PDF; in Google Docs heißt es „Datei → Herunterladen → PDF“. Ihr Original bleibt dabei erhalten — Sie erzeugen nur zusätzlich die PDF-Fassung. Behalten Sie beide: das Schreibdokument zum späteren Ändern, das PDF zum Versenden.
Zwei Feinheiten machen einen guten Eindruck: Geben Sie der Datei einen sprechenden Namen wie „Lebenslauf-Maria-Beispiel.pdf“ — Personalabteilungen bekommen täglich Dutzende Dateien namens „dokument1.pdf“. Und öffnen Sie das fertige PDF einmal selbst, bevor Sie es versenden: Sie sehen es dann genau so, wie der Empfänger es sehen wird.
Versenden per E-Mail
Beim Versand per E-Mail hängen Sie das PDF als Anhang an — die Büroklammer kennen Sie aus dem E-Mail-Kurs. In den Betreff gehört ein klarer Hinweis, etwa „Bewerbung als Verkaufsberaterin — Maria Beispiel“. Die E-Mail selbst bleibt kurz und freundlich: Anrede, ein bis zwei Sätze, worauf Sie sich bewerben, Verweis auf den Anhang, Gruß. Prüfen Sie vor dem Absenden dreierlei: Empfängeradresse richtig? Anhang wirklich angehängt? Ihr Name im Absender korrekt? Dann darf der Knopf gedrückt werden — und der erste Schritt Ihrer Bewerbung ist geschafft.
Merksatz: Lebenslauf einmal sauber im Schreibprogramm anlegen, als PDF exportieren, sprechend benennen — das PDF sieht beim Empfänger genau so aus wie bei Ihnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Lebenslauf am Computer schreiben: einmal anlegen, für jede Bewerbung nur anpassen.
- Aufbau: Kontaktdaten, Berufserfahrung (Neuestes zuerst), Ausbildung, Kenntnisse.
- Computerkenntnisse ausdrücklich nennen; seriöse E-Mail-Adresse verwenden.
- Immer als PDF versenden: sieht überall gleich aus und bleibt unverändert.
- PDF erzeugen über „Datei → Exportieren/Speichern als PDF“ — das Original behalten.
- Sprechender Dateiname („Lebenslauf-Vorname-Nachname.pdf“) und klarer E-Mail-Betreff.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Warum verschickt man den Lebenslauf als PDF und nicht als Word-Datei?
Eine Textdatei kann beim Empfänger verrutschen, wenn dort andere Schriften installiert sind — ein PDF ist wie ein Ausdruck: Es sieht überall gleich aus und bleibt unverändert.
Frage 2 von 3: Welcher Dateiname ist für den versendeten Lebenslauf am besten geeignet?
Personalabteilungen erhalten viele Dateien. Ein Name mit Inhalt und Ihrem Namen lässt sich zuordnen und wirkt sorgfältig — „dokument1_final_neu2“ dagegen unaufgeräumt.
Frage 3 von 3: Sie sind über 50 und unsicher, ob sich eine Bewerbung noch lohnt. Was stimmt?
Entscheidend sind Übersichtlichkeit und die jüngere Berufserfahrung. Lange zurückliegende Stationen dürfen kurz zusammengefasst werden. Erfahrung und Verlässlichkeit sind gerade bei Wiedereinsteigern gefragte Qualitäten.