Lektion 5 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Was man nie eingibt

Das vertrauliche Gefühl täuscht

Ein Gespräch mit einem Chatbot fühlt sich an wie ein Vieraugengespräch: nur Sie und das Textfenster, geduldig, freundlich, verschwiegen. Genau dieses Gefühl ist die Falle dieser Lektion. Denn technisch ist es kein Vieraugengespräch: Jede Eingabe wird über das Internet an den Anbieter übertragen und dort verarbeitet. Je nach Anbieter und Einstellung werden Gespräche gespeichert, von Menschen stichprobenartig geprüft und für das Training künftiger Programmversionen verwendet. Ihr Gesprächsverlauf liegt zudem in Ihrem Konto — wer da hineinkommt, liest mit.

Das ist kein Skandal, sondern der normale Betrieb solcher Dienste, und für harmlose Inhalte völlig unbedenklich. Aber es bedeutet: Für das Chat-Fenster gilt dieselbe Postkarten-Regel, die Sie von E-Mail und sozialen Netzwerken kennen — schreiben Sie nichts hinein, was nicht notfalls auch ein Fremder lesen dürfte. Bei einigen Anbietern lässt sich die Verwendung fürs Training in den Einstellungen widersprechen und der Verlauf löschen; das ist sinnvoll, ändert aber nichts an der Grundregel.

Die Nie-Liste

Manche Daten haben in einem Chatbot unter keinen Umständen etwas verloren — hier gibt es kein Abwägen:

Die Mit-Bedacht-Liste

Daneben gibt es Themen, bei denen Chatbots durchaus helfen dürfen — aber anonym:

Die Faustregel für alle Zweifelsfälle: Fragen Sie allgemein, nicht persönlich. Der Chatbot muss nicht wissen, wer Sie sind, um Ihnen etwas zu erklären — und was er nicht bekommt, kann nirgends gespeichert werden. Datensparsamkeit, das Prinzip aus dem Datenschutz-Kurs, gilt hier in Reinform.

Ein Wort zu Gefühlen und Geheimnissen

Manche Menschen erzählen Chatbots sehr Persönliches — Sorgen, Einsamkeit, Konflikte. Das Programm antwortet geduldig und freundlich, und das kann guttun; niemand muss sich dafür schämen. Zwei Dinge sollten Sie dabei nur wissen: Erstens gilt auch für das Seelische die Postkarten-Regel — der Anbieter liest mit, eine Schweigepflicht wie bei Arzt oder Seelsorger gibt es nicht. Zweitens ist die Anteilnahme gelernter Stil, kein Gegenüber: Bei echten Krisen ersetzt kein Programm ein menschliches Ohr — Angehörige, Hausarzt oder die Telefonseelsorge (kostenlos unter 0800 111 0 111) sind dann die richtigen Adressen.

Merksatz: Das Chat-Fenster ist eine Postkarte, kein Beichtstuhl: Zugangsdaten und Firmengeheimnisse nie, Gesundheit und Geld nur anonym — fragen Sie allgemein, nicht persönlich.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Warum sollte man einem Chatbot keine vertraulichen Daten anvertrauen?

Frage 2 von 3: Welche dieser Angaben gehört unter keinen Umständen in einen Chatbot?

Frage 3 von 3: Sie möchten sich einen Bescheid erklären lassen. Wie machen Sie es datensparsam?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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