Lektion 4 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 8 Minuten

Wiederherstellungspunkte und Systemreparatur

Die eingebaute Zeitmaschine

Nach den fünf Schritten der Fehlersuche bleibt manchmal ein zäher Rest: Windows verhält sich seit Tagen seltsam, und keine einzelne Änderung lässt sich mehr als Ursache dingfest machen. Für solche Fälle hat Windows zwei eingebaute Notfallwerkzeuge — eine Art Zeitmaschine und einen Frischestart. Beide sind Bordmittel, beide kostenlos, und beide sollte man vor dem Ernstfall einmal verstanden haben. Genau dafür ist diese Lektion da. Vorweg die beruhigende Einordnung: Die meisten Menschen brauchen diese Werkzeuge selten. Aber wer weiß, dass es sie gibt, gerät nicht in Panik — und nicht in die Arme teurer „PC-Notdienste“.

Werkzeug 1: die Systemwiederherstellung

Windows kann sich Schnappschüsse seines eigenen Zustands merken — sogenannte Wiederherstellungspunkte. Gespeichert wird dabei der Systemzustand: installierte Programme, Einstellungen, Treiber (das sind die Vermittlungsprogramme zwischen Windows und Geräten wie Drucker oder Grafikkarte). Solche Punkte entstehen oft automatisch vor Updates und Installationen; Sie können sie auch von Hand anlegen — ein guter Handgriff, bevor Sie etwas Größeres installieren. Sie finden die Funktion über die Windows-Suche: Tippen Sie unten in die Suche „Wiederherstellungspunkt“ und öffnen Sie den Treffer „Wiederherstellungspunkt erstellen“.

Läuft nach einer Installation etwas schief, drehen Sie die Zeit zurück: Im selben Fenster gibt es die Schaltfläche „Systemwiederherstellung“. Sie wählen einen Punkt von vor dem Ärger, Windows startet neu und versetzt das System in den damaligen Zustand. Zwei Dinge muss man dazu wissen:

Ein Pflegetipp am Rande: Prüfen Sie in dem Fenster einmal, ob der „Computerschutz“ für das Laufwerk C: auf „Ein“ steht — nur dann entstehen überhaupt Punkte.

Werkzeug 2: „Diesen PC zurücksetzen“

Wenn das System so gründlich verfahren ist, dass auch die Zeitmaschine nicht hilft, gibt es die große Lösung: Windows baut sich selbst frisch auf. Zu finden unter Einstellungen → System → Wiederherstellung → „Diesen PC zurücksetzen“. Dabei fragt Windows das Entscheidende:

Und hier die eiserne Regel, die vor jedem großen Eingriff steht, auch vor dem milderen: Erst das Backup prüfen. Ist die letzte Sicherung Ihrer Dateien aktuell und lesbar? Wenn nicht: jetzt sichern, dann eingreifen. Nicht weil „Dateien beibehalten“ unzuverlässig wäre — sondern weil man große Hebel nie ohne Netz bewegt.

Und am Handy?

Smartphones kennen keine Wiederherstellungspunkte — sie sind gegen Systemschäden von Haus aus robuster abgeschottet. Die Entsprechungen sind gröber: Bei einer einzelnen zickenden App helfen „Cache leeren“ (Android, in den App-Einstellungen — löscht nur Zwischengespeichertes, keine Daten) oder das Neuinstallieren der App. Die Entsprechung zum großen Zurücksetzen ist der Werksreset in den Einstellungen — auch er kommt in der nächsten Lektion an die Reihe, denn dort gehört er hin: ans Lebensende oder die Weitergabe des Geräts, abgesichert durch die Cloud-Sicherung von Fotos, Kontakten und Co.

Merksatz: Die Systemwiederherstellung dreht das System zurück, „Zurücksetzen mit Dateien behalten“ baut es frisch — beides Bordmittel, beides kein Backup: Vor jedem großen Eingriff steht die geprüfte Datensicherung.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was macht die Windows-Systemwiederherstellung?

Frage 2 von 3: Wobei hilft die Systemwiederherstellung NICHT?

Frage 3 von 3: Windows ist gründlich zerkonfiguriert, nichts hilft mehr. Welche Reihenfolge ist richtig?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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