Der Blick aufs Namensschild
In der letzten Lektion haben Sie gelernt: Die Domain ist der Hausname einer Webseite. Heute lernen Sie, dieses Namensschild genau zu lesen. Denn daran erkennen Sie, wer hinter einer Seite steckt. Das ist eine der nützlichsten Fähigkeiten im Internet.
Die Endung: das Länderkennzeichen
Jede Domain hat eine Endung, das ist der Teil nach dem letzten Punkt. Die häufigsten:
- .de steht für Deutschland. Beispiel: tagesschau.de
- .at steht für Österreich, .ch für die Schweiz.
- .com ist eine internationale Endung, ursprünglich für Firmen. Beispiel: google.com
- .org nutzen oft Organisationen und Vereine. Beispiel: wikipedia.org
- .net und .info sind weitere allgemeine Endungen.
Die Endung ist wie ein Länderkennzeichen am Auto: Sie gibt einen Hinweis auf die Herkunft. Aber Vorsicht: Eine Endung ist kein Gütesiegel. Eine .de-Adresse kann jeder auf der Welt für wenige Euro im Jahr registrieren, also anmelden. Die Endung sagt nichts darüber aus, ob eine Seite vertrauenswürdig ist.
Wo die echte Domain steht
Jetzt kommt der wichtigste Punkt dieser Lektion. Betrüger bauen gern lange Adressen, in denen ein bekannter Name auftaucht. Ein Beispiel:
service.beispielbank.de.sicher-login.com
Auf den ersten Blick denkt man: Das ist meine Bank, da steht doch beispielbank.de. Aber das stimmt nicht. Die Regel lautet:
Merksatz: Die echte Domain steht immer ganz hinten, direkt vor dem ersten Schrägstrich. Lesen Sie die Adresse von dort aus rückwärts.
In unserem Beispiel ist die echte Domain also sicher-login.com. Alles davor sind nur frei erfundene Vorbauten, sogenannte Subdomains. Die kann der Besitzer von sicher-login.com beliebig benennen, auch mit dem Namen Ihrer Bank. Das Haus gehört trotzdem ihm.
Nachgemachte Namen erkennen
Ein zweiter Trick sind Namen, die dem Original ähneln:
- sparkasse-kundencheck.net statt sparkasse.de
- arnazon.de statt amazon.de (mit r und n statt m)
- paypal-sicherheit.info statt paypal.de
Solche Adressen gehören nicht der echten Firma. Wenn Sie unsicher sind: Tippen Sie die Ihnen bekannte Hauptadresse selbst in die Adressleiste ein, zum Beispiel sparkasse.de. So landen Sie garantiert beim Original.
Am Smartphone oder Tablet
Am Smartphone zeigt die Adressleiste oft nur die Domain an, der Rest ist ausgeblendet. Das ist praktisch: Genau dieser angezeigte Teil ist das echte Namensschild. Tippen Sie einmal auf die Adressleiste, sehen Sie die vollständige Adresse.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Endung (.de, .com, .org) gibt einen Herkunftshinweis, ist aber kein Gütesiegel.
- Die echte Domain steht ganz hinten, direkt vor dem ersten Schrägstrich.
- Bekannte Namen in langen Adressen können frei erfunden sein.
- Ähnlich klingende Namen mit Zusätzen sind ein Warnsignal.
- Im Zweifel: die bekannte Hauptadresse selbst eintippen.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Welcher Teil der Adresse service.beispielbank.de.sicher-login.com zählt wirklich?
Die echte Domain steht immer ganz hinten, direkt vor dem ersten Schrägstrich. Hier ist das sicher-login.com, nicht die Bank.
Frage 2 von 3: Was bedeutet die Endung .de?
Die Endung .de steht für Deutschland. Sie sagt aber nichts darüber aus, ob eine Seite geprüft, seriös oder kostenlos ist.
Frage 3 von 3: Warum ist eine Adresse wie sparkasse-kundencheck.net verdächtig?
Betrüger hängen gern Zusätze an bekannte Namen. Die echte Seite der Sparkasse ist sparkasse.de, alles andere sollte Sie stutzig machen.