Lektion 3 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Das Schloss und https richtig deuten

Ein kleines Symbol mit großem Missverständnis

Vorne in der Adressleiste zeigt der Browser bei den meisten Seiten ein kleines Schloss oder ein ähnliches Symbol. Viele Menschen glauben: Schloss bedeutet, die Seite ist sicher und seriös. Das ist leider ein Missverständnis, und es ist wichtig, das genau zu verstehen. Diese Lektion räumt damit auf.

Was das Schloss wirklich bedeutet

Das Schloss zeigt an, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Verschlüsselt heißt: Alles, was zwischen Ihrem Gerät und der Webseite hin- und hergeschickt wird, ist in eine Geheimsprache übersetzt. Niemand, der die Leitung unterwegs abhört, kann mitlesen.

Ein Bild dazu: Sie schicken einen Brief in einem versiegelten Umschlag statt auf einer offenen Postkarte. Der Briefträger und alle Zwischenstationen können nicht lesen, was drinsteht.

Technisch erkennen Sie das auch am Anfang der Adresse: Dort steht dann https statt http. Das http ist das Übertragungsverfahren für Webseiten, das angehängte s steht für sicher, also verschlüsselt. Viele Browser blenden diesen Teil aus und zeigen stattdessen nur das Schloss.

Was das Schloss NICHT bedeutet

Jetzt der entscheidende Punkt. Der versiegelte Umschlag garantiert nur, dass unterwegs niemand mitliest. Er sagt nichts darüber aus, wer den Brief empfängt und was diese Person mit dem Inhalt vorhat.

Genauso ist es im Internet:

Verschlüsselung kann heute jeder Seitenbetreiber kostenlos und in wenigen Minuten einrichten. Auch Betrüger tun das, gerade weil viele Menschen dem Schloss blind vertrauen. Eine gefälschte Bankseite kann also ein tadelloses Schloss haben. Der Umschlag ist versiegelt, aber der Empfänger ist ein Dieb.

Merksatz: Das Schloss sichert den Weg, nicht das Ziel. Es beantwortet die Frage „Kann jemand mitlesen?“, nicht die Frage „Kann ich diesen Leuten vertrauen?“.

Wie Sie das Schloss richtig nutzen

So setzen Sie das Wissen praktisch ein:

  1. Fehlt das Schloss und Sie sollen etwas eingeben, etwa ein Passwort oder Ihre Bankdaten: Geben Sie dort nichts ein. Ohne Verschlüsselung könnten Fremde mitlesen. Manche Browser warnen dann mit dem Hinweis „Nicht sicher“.
  2. Ist das Schloss da: Gut, eine Grundvoraussetzung ist erfüllt. Prüfen Sie nun trotzdem die Domain, wie Sie es in der letzten Lektion gelernt haben. Erst wenn beides stimmt, das Schloss und die richtige Domain, sind Sie auf der sicheren Seite.

Beim bloßen Lesen von Nachrichten oder Rezepten ist das alles übrigens weniger kritisch. Wichtig wird es immer dann, wenn Sie etwas eingeben: Passwörter, Adressen, Zahlungsdaten.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was bedeutet das Schloss-Symbol in der Adressleiste?

Frage 2 von 3: Kann eine Betrugsseite ein Schloss-Symbol haben?

Frage 3 von 3: Wofür steht das s in https?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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