Was ist ein Kettenbrief?
Vielleicht kennen Sie Kettenbriefe noch aus der Papierzeit: „Schreiben Sie diesen Brief zehnmal ab und schicken Sie ihn weiter, sonst passiert ein Unglück.“ Im Messenger gibt es dasselbe, nur schneller. Ein Kettenbrief ist eine Nachricht, deren einziges Ziel es ist, weiterverbreitet zu werden.
Typische Beispiele:
- Falsche Warnungen: „Achtung, ein gefährlicher Virus geht um! Leiten Sie das an alle weiter!“
- Glücksversprechen: „Schicke dies an zehn Freunde, dann hast du morgen Glück.“
- Drohungen: „Wenn du das nicht weiterleitest, wird dein Konto gelöscht.“
- Falsche Gewinnspiele: „Ein bekannter Supermarkt verschenkt Gutscheine, hier tippen!“
Der Inhalt ist fast immer erfunden. Das Ziel der Urheber: Unruhe stiften, Menschen auf gefährliche Webseiten locken oder einfach sehen, wie weit sich der Unsinn verbreitet.
Woran Sie Kettenbriefe erkennen
Es gibt verlässliche Warnzeichen. Je mehr davon zutreffen, desto sicherer handelt es sich um einen Kettenbrief:
- Die Nachricht fordert zum Weiterleiten auf. Das ist das wichtigste Zeichen. Echte Warnungen von Behörden oder Firmen tun das nie.
- Sie macht Druck: große Gefahr, große Eile, großes Glück oder große Strafe.
- Es fehlt eine nachprüfbare Quelle. Eine Quelle ist die Angabe, woher eine Information stammt. „Ein Bekannter von der Polizei“ ist keine Quelle.
- Viele Ausrufezeichen, GROSSBUCHSTABEN und dramatische Worte.
Das Wort „Weitergeleitet“ beachten
Messenger wie WhatsApp zeigen über manchen Nachrichten den Hinweis Weitergeleitet oder sogar Häufig weitergeleitet. Das bedeutet: Die Person, die Ihnen das schickte, hat den Text nicht selbst geschrieben, sondern nur weitergereicht, wie einen Zettel, der durch viele Hände ging. Bei „Häufig weitergeleitet“ ging der Zettel schon durch sehr viele Hände. Genau bei solchen Nachrichten ist besondere Vorsicht angebracht.
So gehen Sie richtig damit um
- Ruhe bewahren. Ein Kettenbrief kann Ihnen nichts tun, solange Sie nur lesen. Nichts passiert, wenn Sie ihn nicht weiterleiten, ganz gleich, was er behauptet.
- Nicht weiterleiten. Damit endet die Kette bei Ihnen. Das ist die beste Hilfe für alle.
- Im Zweifel prüfen. Die Webseite mimikama.org sammelt bekannte Falschmeldungen. Tippen Sie dort ein paar Stichworte der Nachricht in die Suche.
- Löschen. Weg damit, das Thema ist erledigt.
Kommt der Kettenbrief von einer Ihnen bekannten Person, dürfen Sie freundlich Bescheid geben: „Das ist ein Kettenbrief, der Inhalt stimmt nicht.“ Viele wissen es schlicht nicht besser und sind dankbar.
Merksatz: Wer zum Weiterleiten auffordert, will fast nie Ihr Bestes. Die Kette endet bei Ihnen, und das ist gut so.
Das Wichtigste in Kürze
- Kettenbriefe erkennen Sie an der Aufforderung zum Weiterleiten und an Druck.
- Der Hinweis „Weitergeleitet“ zeigt: Der Absender hat den Text nicht selbst geschrieben.
- Nicht weiterleiten, im Zweifel bei mimikama.org prüfen, dann löschen.
- Solange Sie nur lesen und nichts antippen, kann nichts passieren.
- Bekannte Absender freundlich aufklären, das hilft allen.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Woran erkennen Sie einen typischen Kettenbrief?
Das Kennzeichen jedes Kettenbriefs ist die Aufforderung zum Weiterleiten, oft verbunden mit Druck wie Drohungen oder Glücksversprechen.
Frage 2 von 3: Was bedeutet das Wort „Weitergeleitet“ über einer Nachricht?
„Weitergeleitet“ heißt nur: Der Text stammt von woanders. Der Absender hat ihn nicht selbst verfasst. Über die Wahrheit des Inhalts sagt das nichts aus.
Frage 3 von 3: Was ist die beste Reaktion auf einen Kettenbrief mit einer Warnung, die Sie beunruhigt?
Warnungen in Kettenbriefen sind fast immer erfunden. Prüfseiten wie mimikama.org klären auf. Nicht weiterleiten, im Zweifel einfach löschen.