Länge schlägt alles
In der letzten Lektion haben Sie gesehen: Programme raten Passwörter, indem sie Millionen Möglichkeiten durchprobieren. Daraus folgt die wichtigste Eigenschaft eines guten Passworts, und sie ist erfreulich einfach: Es muss lang sein.
Jedes zusätzliche Zeichen vervielfacht die Zahl der Möglichkeiten, die ein Programm durchprobieren muss. Ein Passwort mit 6 Zeichen ist in Sekunden gefunden. Bei 12 Zeichen dauert dasselbe viele Jahre. Bei 16 Zeichen länger, als es Computer gibt. Sie sehen: Schon ein paar Zeichen mehr verwandeln ein schwaches Passwort in ein praktisch unknackbares.
Als Faustregel gilt: mindestens 12 Zeichen, gern mehr. Ein langes, einfaches Passwort ist besser als ein kurzes, kompliziertes.
Was noch dazugehört
Neben der Länge helfen drei weitere Eigenschaften:
- Kein einzelnes Wort aus dem Wörterbuch. Wortlisten werden automatisch durchprobiert. Mehrere Wörter hintereinander sind dagegen stark.
- Nichts Persönliches. Namen von Kindern und Enkeln, Geburtstage, der Wohnort oder das Autokennzeichen stehen oft öffentlich einsehbar im Internet und werden zuerst probiert.
- Eine kleine Mischung. Ein paar Großbuchstaben, eine Zahl oder ein Satzzeichen erhöhen die Zahl der Möglichkeiten zusätzlich. Sie müssen daraus aber keinen Zeichensalat machen.
Wichtig zur Entlastung: Ein Passwort wie „xK9!q&2p“ ist zwar schwer zu erraten, aber genauso schwer zu merken. Das ist nicht das Ziel. Ein Passwort wie „RoterDrachenFliegtUm8Uhr“ ist länger, stärker und lässt sich merken wie ein kleines Bild im Kopf.
Was ein Passwort schwach macht
Zur Sicherheit noch einmal die häufigsten Schwächen auf einen Blick. Ein Passwort ist schwach, wenn es:
- kurz ist (unter 10 Zeichen),
- ein einzelnes Wort ist (Sommer, Schatz, Fussball),
- eine Tastenreihe ist (123456, qwertz),
- Ihren Namen oder Ihr Geburtsjahr enthält (Sabine1958).
Vielleicht erkennen Sie eines Ihrer Passwörter wieder. Das ist kein Grund zur Scham: Solche Passwörter sind weit verbreitet, genau darum kennen die Knack-Programme sie ja. Sie können jedes Passwort in Ruhe ändern, und in der nächsten Lektion bekommen Sie eine Methode, mit der starke Passwörter fast von selbst entstehen.
Muss ich Passwörter regelmäßig ändern?
Früher hieß es oft: Passwörter alle drei Monate wechseln. Dieser Rat gilt heute als überholt. Ein starkes Passwort dürfen Sie behalten, solange nichts passiert ist. Ändern sollten Sie es nur, wenn es einen konkreten Anlass gibt, zum Beispiel die Nachricht über ein Datenleck bei einem Dienst, den Sie nutzen.
Merksatz: Lang, nicht persönlich, kein einzelnes Wörterbuch-Wort. Die Länge ist dabei der wichtigste Schutz.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Länge ist die wichtigste Eigenschaft: mindestens 12 Zeichen.
- Mehrere Wörter hintereinander sind stark und trotzdem gut zu merken.
- Namen, Geburtstage und Tastenreihen wie 123456 vermeiden.
- Zeichensalat ist nicht nötig, ein merkbarer langer Satz reicht.
- Regelmäßiges Ändern ist überholt, nur bei konkretem Anlass wechseln.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Welche Eigenschaft macht ein Passwort am stärksten?
Die Länge zählt am meisten. Jedes zusätzliche Zeichen macht das Durchprobieren für Knack-Programme um ein Vielfaches aufwendiger.
Frage 2 von 3: Wie lang sollte ein gutes Passwort mindestens sein?
Als Faustregel gelten mindestens 12 Zeichen. Mehr ist besser, und eine Obergrenze gibt es für Sie praktisch nicht.
Frage 3 von 3: Welches dieser Passwörter ist am besten?
Es ist lang, besteht aus mehreren Wörtern und enthält Zahl und Zeichen. Name plus Geburtsjahr und einzelne Wörter sind dagegen schnell erraten.