Lektion 4 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 6 Minuten

Das Notfallblatt auf Papier

Papier ist erlaubt

Vielleicht haben Sie schon oft gehört: Passwörter darf man niemals aufschreiben. Dieser Satz ist so pauschal falsch. Richtig ist: Passwörter gehören nicht auf einen Zettel am Bildschirm. Ein ordentlich geführtes Blatt an einem sicheren Ort ist dagegen eine ausgesprochen gute Idee, und Fachleute empfehlen es ausdrücklich.

Denn denken Sie einen Moment an den Ernstfall: Das Handy ist kaputt oder verloren, und mit ihm der Passwortspeicher. Oder Sie liegen im Krankenhaus, und Ihre Familie muss an wichtige Konten, um Rechnungen zu regeln. In beiden Fällen ist ein Blatt Papier Gold wert. Papier braucht keinen Strom, kein Passwort und geht nicht kaputt.

Ein Einbrecher wiederum interessiert sich erfahrungsgemäß für Schmuck und Bargeld und blättert nicht durch Aktenordner. Die Programme, die Passwörter im Internet stehlen, kommen an Ihr Papier ohnehin nie heran. Das Risiko eines gut verwahrten Blattes ist darum klein, sein Nutzen groß.

So legen Sie das Blatt an

Nehmen Sie ein Blatt Papier oder ein kleines Heft und schreiben Sie für jedes Konto drei Dinge auf:

  1. Der Dienst: zum Beispiel „E-Mail bei Web.de“ oder „Sparkasse Online-Banking“.
  2. Der Benutzername: oft die E-Mail-Adresse. Er wird gern vergessen, dabei ist er die halbe Anmeldung.
  3. Das Passwort: genau so, wie Sie es eingeben, mit Groß- und Kleinschreibung. Schreiben Sie leserlich und machen Sie Verwechselbares eindeutig, etwa den Unterschied zwischen der Ziffer 0 und dem Buchstaben O.

Dazu gehören außerdem: die PIN Ihres Smartphones, das Anmelde-Passwort des Computers und die Zugangsdaten des E-Mail-Kontos an oberster Stelle. Notieren Sie auch das Datum der letzten Änderung, das hilft beim Aktuellhalten.

Wichtig fürs Weiterpflegen: Wenn sich ein Passwort ändert, streichen Sie den alten Eintrag durch und schreiben den neuen dazu. Ein Blatt mit falschen Angaben hilft im Notfall niemandem.

Der richtige Aufbewahrungsort

Das Blatt gehört an einen festen, verschlossenen Ort in Ihrer Wohnung:

Nicht geeignet sind: der Monitorrand, die Schreibtischunterlage, die Geldbörse und die Handtasche. Alles, was mit aus dem Haus geht, kann verloren gehen.

Zum Schluss der wichtigste Gedanke: Weihen Sie eine Person Ihres Vertrauens ein, wo das Blatt liegt, zum Beispiel Tochter, Sohn oder eine enge Freundin. Nicht die Passwörter selbst verraten, nur den Ort. So ist im Notfall alles auffindbar.

Merksatz: Aufschreiben ist erlaubt, offen liegen lassen nicht. Ein aktuelles Blatt am verschlossenen Ort ist Ihre Versicherung für den Notfall.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Wo bewahren Sie das Notfallblatt am besten auf?

Frage 2 von 3: Was gehört auf das Notfallblatt?

Frage 3 von 3: Was tun Sie, wenn Sie ein Passwort geändert haben?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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