Warum dieser Schritt so wichtig ist
Ein neues Handy ist eine schöne Sache, und meistens denkt man an Fotos, Kontakte und Apps. An eines denken viele nicht: Der zweite Faktor wohnt auf dem alten Gerät. Wer das alte Handy löscht und verkauft, bevor der zweite Faktor umgezogen ist, steht schlimmstenfalls vor verschlossenen Konten, wie jemand, der den Haustürschlüssel in der alten Wohnung eingeschlossen hat.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Reihenfolge ist der Umzug unkompliziert. Die Regel lautet: Erst umziehen, dann löschen. Behalten Sie das alte Handy, bis alles auf dem neuen läuft, am besten noch ein bis zwei Wochen als Reserve in der Schublade.
Schritt 1: Bestandsaufnahme auf dem alten Handy
Gehen Sie einmal durch, wo Ihr zweiter Faktor überall steckt. Typisch sind drei Fälle:
- SMS-Codes an Ihre Handynummer,
- eine Authentifizierungs-App, die sechsstellige Codes anzeigt,
- die TAN-App Ihrer Bank für das Online-Banking.
Schreiben Sie die betroffenen Konten kurz auf einen Zettel. Meist sind es nur eine Handvoll: E-Mail, Bank, vielleicht zwei oder drei weitere.
Schritt 2: Die drei Fälle umziehen
SMS-Codes sind der einfachste Fall: Sie hängen an Ihrer Handynummer, nicht am Gerät. Sobald Ihre SIM-Karte oder Ihre Nummer im neuen Handy steckt, kommen die Codes dort an. Hier müssen Sie nichts weiter tun.
Die Authentifizierungs-App zieht nicht von selbst um, denn ihre Codes stecken im Gerät. Die meisten Apps bieten aber eine eingebaute Umzugshilfe, meist unter einem Namen wie „Konten übertragen“ oder „Auf neues Gerät umziehen“: Die App auf dem alten Handy zeigt einen quadratischen Muster-Code an, den Sie mit dem neuen Handy abfotografieren, und schon sind alle Einträge drüben. Falls Ihre App das nicht kann, melden Sie sich bei jedem Konto einzeln an und richten den zweiten Faktor dort neu ein, mit dem alten Handy als Bestätigung in der Hand.
Die TAN-App der Bank ist der Fall mit Vorlauf. Banken sichern diese Apps besonders ab, deshalb muss die App auf dem neuen Gerät neu freigeschaltet werden. Oft schickt die Bank dafür einen Freischaltcode per Brief, und das dauert ein paar Tage. Stoßen Sie diesen Schritt deshalb früh an, nicht erst am Tag, an dem das alte Handy weggegeben wird. Der Weg steht in der Banking-App oder auf der Hilfeseite der Bank, und die Hotline kennt das Anliegen bestens.
Schritt 3: Prüfen, dann erst löschen
Bevor das alte Handy gelöscht wird, machen Sie die Probe: Melden Sie sich mit dem neuen Handy testweise bei Ihrem E-Mail-Konto und Ihrer Bank an. Klappt beides, hat der Umzug funktioniert. Erst jetzt wird das alte Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.
Und falls das alte Handy schon weg ist, kaputt oder gestohlen? Dann kommen Ihre Wiederherstellungscodes aus der letzten Lektion zum Einsatz: Mit ihnen melden Sie sich an und richten den zweiten Faktor auf dem neuen Gerät frisch ein. Genau für diesen Moment liegt das Blatt bei Ihren Unterlagen.
Merksatz: Erst umziehen, dann löschen. Das alte Handy bleibt Reserve, bis E-Mail und Bank auf dem neuen nachweislich funktionieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Der zweite Faktor zieht nicht automatisch mit auf das neue Handy.
- SMS-Codes folgen der Handynummer, Authentifizierungs-Apps haben eine Übertragen-Funktion.
- Die TAN-App der Bank braucht eine neue Freischaltung, oft per Brief, also früh anstoßen.
- Altes Handy erst löschen, wenn die Anmeldung mit dem neuen geprüft ist.
- Ist das alte Handy schon weg, helfen die Wiederherstellungscodes.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Wann kümmern Sie sich am besten um den Umzug des zweiten Faktors?
Mit dem alten Handy in der Hand können Sie jede Anmeldung noch bestätigen und in Ruhe umziehen. Ist es erst gelöscht, bleiben nur die Wiederherstellungscodes.
Frage 2 von 3: Sie haben eine Authentifizierungs-App auf dem alten Handy. Was gehört zum Umzug?
Die Codes der App stecken im Gerät und ziehen nicht automatisch mit um. Die meisten Apps haben dafür eine Funktion wie „Konten übertragen“.
Frage 3 von 3: Was hat die TAN-App der Bank beim Handywechsel an sich?
Banken sichern ihre TAN-Apps besonders ab. Für die Freischaltung auf einem neuen Gerät verlangen sie meist eine eigene Bestätigung, die per Brief einige Tage dauern kann.