Erst einmal: Ruhe bewahren
Vielleicht fragen Sie sich manchmal: Woher wüsste ich überhaupt, ob mein Gerät befallen ist? Diese Lektion gibt Ihnen dafür ein Gespür. Vorweg das Wichtigste: Ein einzelnes seltsames Verhalten ist fast nie ein Beweis. Computer haben, wie Autos, auch harmlose Macken. Und falls doch einmal etwas ist, lässt es sich fast immer beheben, ohne dass Ihre Daten verloren gehen.
Diese Anzeichen sind verdächtig
Aufmerksam werden sollten Sie, wenn mehrere dieser Dinge gleichzeitig und plötzlich auftreten:
- Werbeflut: Ständig öffnen sich Werbefenster, auch wenn Sie gar nicht im Internet unterwegs sind.
- Ungefragte Änderungen: Die Startseite des Browsers ist plötzlich eine andere, es gibt neue Symbolleisten oder Programme, die Sie nie installiert haben.
- Das Gerät arbeitet ohne Sie: Der Lüfter läuft dauerhaft auf Hochtouren, der Akku leert sich rasend schnell, das Gerät ist heiß, obwohl Sie nichts tun.
- Ihr Konto verschickt Dinge: Bekannte berichten von seltsamen Nachrichten, die angeblich von Ihnen kommen.
- Schutz abgeschaltet: Der Virenschutz oder die Updates lassen sich plötzlich nicht mehr einschalten.
- Gesperrte Dateien: Dateien lassen sich nicht mehr öffnen, und eine Meldung fordert Geld. Das ist die Ransomware aus der ersten Lektion.
Das ist dagegen meist harmlos
Ein über Monate langsam gewordener Computer, ein einzelner Absturz, ein voller Speicher, ein Neustart nach einem Update: Das alles ist normaler Alltag und kein Grund zur Sorge. Auch die grellen Warnfenster auf Webseiten („Ihr Gerät ist infiziert!“) sind, wie Sie aus der letzten Lektion wissen, keine echten Funde, sondern Werbung oder Betrug.
Was Sie bei einem Verdacht tun
Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor, ganz ohne Hektik:
- Nichts kaufen, niemanden anrufen, dessen Nummer aus einem Warnfenster stammt. Echte Hilfe drängt nicht.
- Vollständige Prüfung starten: Öffnen Sie am Windows-Computer die Windows-Sicherheit und starten Sie unter „Viren- und Bedrohungsschutz“ eine vollständige Überprüfung. Das dauert eine Weile, das Gerät prüft dabei jede Datei. Gefundene Schädlinge entfernt das Programm selbst.
- Updates installieren, falls welche ausstehen.
- Passwörter ändern, wenn der Verdacht besteht, dass jemand mitgelesen hat, allen voran das Passwort des E-Mail-Kontos. Tun Sie das am besten von einem anderen, sauberen Gerät aus.
- Hilfe holen, wenn es nicht reicht: Ein Computergeschäft vor Ort oder eine vertraute Person kann das Gerät gründlich säubern oder frisch aufsetzen. Das ist Routine und keine Katastrophe.
Am Smartphone gilt: Löschen Sie zuletzt installierte Apps, die Sie nicht kennen, und starten Sie das Gerät neu. Bei hartnäckigen Problemen hilft der Fachhandel.
Merksatz: Ein Anzeichen allein ist eine Macke, viele plötzliche Anzeichen sind ein Verdacht. Und ein Verdacht ist lösbar: prüfen, aktualisieren, notfalls Hilfe holen.
Das Wichtigste in Kürze
- Verdächtig sind plötzliche Werbefluten, ungefragte Änderungen und Aktivität ohne Ihr Zutun.
- Langsamkeit allein ist meist harmlos.
- Grelle Warnfenster aus dem Internet sind keine echten Virenfunde.
- Erste Hilfe: vollständige Prüfung mit dem eingebauten Virenschutz, dann Updates.
- Im Zweifel Passwörter ändern und fachliche Hilfe holen. Alles ist behebbar.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Welches Anzeichen deutet am ehesten auf Schadsoftware hin?
Ungefragte Änderungen und Werbefluten sind typische Zeichen unerwünschter Programme. Neustarts nach Updates und leere Akkus sind dagegen normal.
Frage 2 von 3: Was ist ein sinnvoller erster Schritt bei einem Verdacht auf Schadsoftware am Windows-Computer?
Die vollständige Überprüfung mit dem Defender findet und entfernt die meiste Schadsoftware. Nummern aus Warnfenstern führen zu Betrügern.
Frage 3 von 3: Ihr Computer ist seit Monaten einfach nur etwas langsamer geworden. Was bedeutet das?
Langsamkeit allein hat viele harmlose Gründe, etwa volle Speicher oder viele Programme im Hintergrund. Erst mehrere Anzeichen zusammen sind verdächtig.