Die beruhigende Wahrheit
Rund um Virenschutz wird viel Angst verkauft, im Wortsinn: Werbung und aufdringliche Angebote leben davon, dass Menschen sich unsicher fühlen. Die nüchterne Wahrheit ist erfreulich: Der wichtigste Virenschutz steckt schon in Ihrem Gerät, kostet nichts und ist bereits eingeschaltet.
Was Windows schon mitbringt
Jeder moderne Windows-Computer enthält den Microsoft Defender. Das ist ein vollwertiges Virenschutz-Programm, also ein Wächter, der Dateien und Programme im Hintergrund prüft und Verdächtiges blockiert. Er aktualisiert sich selbst, meldet sich nur bei echten Funden und will Ihnen nichts verkaufen. Fachzeitschriften bescheinigen ihm seit Jahren gute Erkennungsraten. Für den normalen Alltag, also E-Mail, Surfen, Fotos und Online-Einkäufe, reicht der Defender aus.
Ob er aktiv ist, sehen Sie in den Einstellungen unter „Datenschutz und Sicherheit“ beziehungsweise „Update und Sicherheit“ im Bereich Windows-Sicherheit. Ein grünes Häkchen bedeutet: alles in Ordnung.
Wichtig zu wissen: Zwei Virenschutz-Programme gleichzeitig sind nicht doppelt sicher, sondern behindern sich gegenseitig. Installieren Sie ein gekauftes Programm, schaltet sich der Defender selbst ab. Ein zusätzliches Programm ist erlaubt, aber für die meisten Menschen schlicht unnötig.
Und am Smartphone?
iPhones und iPads sind so gebaut, dass Apps streng voneinander getrennt laufen und nur aus dem offiziellen App-Store kommen. Klassische Virenscanner gibt es dort praktisch nicht, weil sie technisch kaum etwas prüfen könnten. Auch bei Android-Handys prüft der offizielle Store die Apps. Solange Sie Apps nur aus dem offiziellen Store laden, brauchen Sie in der Regel keinen zusätzlichen Virenscanner. Wichtiger sind Updates und Vorsicht bei Links, wie im Betrugs-Kurs besprochen.
Woran Sie Abzocke erkennen
Rund um den Virenschutz gibt es drei unschöne Muster:
- Schreckfenster im Browser: Beim Surfen erscheint eine grelle Meldung: „Ihr Gerät ist infiziert! 5 Viren gefunden!“ Das ist keine echte Prüfung, denn eine Webseite kann Ihr Gerät nicht untersuchen. Es ist Werbung oder Betrug. Schließen Sie das Fenster einfach. Laden Sie niemals das dort angebotene „Reinigungsprogramm“.
- Angstwerbung und Abofallen: Manche Anbieter verkaufen teure Jahresabos mit automatischer Verlängerung, oft zum späteren, deutlich höheren Preis. Nötig ist das, wie beschrieben, meist nicht.
- Angebliche Optimierer: Programme, die versprechen, das Gerät zu „reinigen“ und zu beschleunigen, bringen selten Nutzen und manchmal sogar Schadsoftware mit.
Was wirklich schützt, kurz sortiert
Erstens Updates, zweitens gesunde Vorsicht bei Anhängen und Links, drittens der eingebaute Virenschutz, viertens Datensicherung für den Notfall. Alles davon ist kostenlos. Wer Ihnen erzählt, ohne teures Zusatzprogramm sei Ihr Gerät verloren, möchte vor allem eines: verkaufen.
Merksatz: Guter Virenschutz ist schon an Bord. Echte Warnungen kommen leise vom eigenen Schutzprogramm, nicht grell aus dem Internet.
Das Wichtigste in Kürze
- Der eingebaute Microsoft Defender reicht am Windows-Computer für den Alltag.
- Smartphones brauchen mit offiziellem App-Store meist keinen zusätzlichen Virenscanner.
- Grelle Virenwarnungen auf Webseiten sind unecht: Fenster schließen, nichts installieren.
- Zwei Virenschutz-Programme gleichzeitig nützen nichts.
- Die beste Reihenfolge: Updates, Vorsicht, eingebauter Schutz, Datensicherung.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Welchen Virenschutz braucht ein normaler Windows-Computer?
Windows bringt mit dem Defender einen soliden Virenschutz mit. Er ist kostenlos, schon eingeschaltet und für den Alltag ausreichend.
Frage 2 von 3: Beim Surfen erscheint plötzlich ein Fenster: „5 Viren gefunden! Jetzt Schutz kaufen!“ Was ist das?
Webseiten können Ihr Gerät nicht auf Viren prüfen. Solche Schreckmeldungen wollen Ihnen etwas verkaufen oder Schadsoftware unterschieben.
Frage 3 von 3: Was gilt für Virenschutz auf dem iPhone und auf Android-Geräten mit offiziellem App-Store?
Smartphones sind durch ihr geschlossenes System und die App-Store-Kontrolle gut geschützt. Wichtiger sind Updates und gesunde Vorsicht.