Ihr Standort ist wertvoll, in beide Richtungen
In diesem Kurs haben Sie erlebt, wie nützlich die Ortung ist: Die Karte weiß, wo Sie sind, die Fahrplan-App findet die nächste Haltestelle. All das funktioniert nur, weil Ihr Gerät seinen Standort kennt und ihn an die jeweilige App weitergibt. Diese Weitergabe heißt Standortfreigabe.
Gleichzeitig ist der Standort eine sehr persönliche Information. Wer weiß, wo Sie sich aufhalten, weiß viel über Ihr Leben: wo Sie wohnen, welche Ärzte Sie besuchen, wann Sie nicht zu Hause sind. Deshalb gilt: Die Ortung ist weder gut noch böse, es kommt darauf an, wer sie bekommt. Die gute Nachricht: Genau das entscheiden Sie, für jede App einzeln.
Die drei Stufen der Erlaubnis
Fragt eine App zum ersten Mal nach dem Standort, bietet Ihr Gerät meist drei Antworten an:
- „Immer erlauben“: Die App darf auch dann orten, wenn sie geschlossen ist. Das ist nur selten nötig.
- „Nur bei Verwendung der App“: Die App bekommt den Standort, solange Sie sie geöffnet haben. Für Karten- und Fahrplan-Apps ist das die richtige Wahl und für fast alle anderen auch.
- „Nicht erlauben“: Die App bekommt den Standort gar nicht.
Die einfache Faustregel dazu: Braucht die App den Ort für ihre Aufgabe? Eine Navigations-App offensichtlich ja. Ein Spiel oder eine Taschenlampen-App offensichtlich nein, dort dürfen Sie ruhig ablehnen. Die App funktioniert trotzdem, und Sie haben nichts verschenkt. Und keine Sorge vor Fehlentscheidungen: Jede Erlaubnis lässt sich später ändern. Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Gerät, suchen Sie in den Einstellungen nach „Standort“ oder „Berechtigungen“. Dort sehen Sie auch eine Liste aller Apps mit Standortzugriff, ein Blick hinein lohnt sich gelegentlich, wie ein Kassensturz.
Standort teilen: praktisch im richtigen Moment
Die Standortfreigabe kann auch zwischen Menschen sehr hilfreich sein. Messenger wie WhatsApp können Ihren Live-Standort für eine begrenzte Zeit mit einer Person teilen, etwa 15 Minuten oder eine Stunde. Die Person sieht Sie dann als Punkt auf der Karte, der sich mitbewegt.
Das ist Gold wert, wenn die Tochter Sie am Bahnhof abholt und Sie den Ausgang nicht beschreiben können. Oder auf der Wanderung, damit die Familie weiß, wo man bleibt. Wichtig sind zwei Dinge: Teilen Sie den Standort nur mit Menschen, denen Sie vertrauen, und nur so lange wie nötig. Die zeitlich begrenzte Freigabe endet von selbst, das macht sie so angenehm unkompliziert.
Wenn das Gerät selbst verloren geht
Ein Sonderfall, der die Ortung von ihrer besten Seite zeigt: Geräte lassen sich selbst orten, wenn sie verloren oder gestohlen wurden. Die Funktionen heißen „Mein Gerät finden“ (Android) oder „Wo ist?“ (iPhone) und sind meist schon eingeschaltet. Im Ernstfall melden Sie sich auf einem anderen Gerät mit Ihrem Konto an und sehen auf der Karte, wo das Telefon liegt, oft ist es nur im Auto oder bei der Nachbarin. Prüfen Sie einmal in ruhiger Minute, ob diese Funktion bei Ihnen aktiv ist.
Merksatz: Der Standort ist Ihre Information. Geben Sie ihn wie Ihre Adresse weiter: gern an die richtigen Helfer, aber nicht an jeden, der fragt.
Das Wichtigste in Kürze
- Standortfreigabe entscheiden Sie pro App: immer, nur bei Verwendung oder gar nicht.
- „Nur bei Verwendung der App“ ist fast immer die richtige Wahl.
- Faustregel: Braucht die App den Ort für ihre Aufgabe? Wenn nein, ablehnen.
- Jede Erlaubnis lässt sich in den Einstellungen unter „Standort“ jederzeit ändern.
- Live-Standort im Messenger nur an vertraute Personen und zeitlich begrenzt teilen.
- „Mein Gerät finden“ bzw. „Wo ist?“ hilft, ein verlorenes Telefon wiederzufinden.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Welche Einstellung ist für die Standortfreigabe der meisten Apps eine gute Wahl?
Mit „Nur bei Verwendung“ bekommt die App den Standort genau dann, wenn Sie sie geöffnet haben, etwa zum Navigieren. Im Hintergrund bleibt sie außen vor.
Frage 2 von 3: Eine Taschenlampen-App möchte auf Ihren Standort zugreifen. Was ist eine vernünftige Reaktion?
Fragen Sie sich immer: Braucht die App den Ort für ihre Aufgabe? Eine Taschenlampe leuchtet überall gleich gut, die Anfrage dürfen Sie getrost ablehnen.
Frage 3 von 3: Ihre Tochter holt Sie vom Bahnhof ab, weiß aber nicht genau, wo Sie stehen. Wie kann die Standortfreigabe helfen?
Messenger können den eigenen Standort für eine begrenzte Zeit mit einer Person teilen. Nach Ablauf endet die Freigabe von selbst.