Fahrkarte ohne Automat und Kleingeld
Der Fahrkartenautomat hat seine Tücken: Man steht davor, der Bus kommt, das Kleingeld fehlt, und welches Ticket ist überhaupt das richtige? Das Handyticket löst diese Probleme. Sie kaufen die Fahrkarte in der App, bezahlt wird bargeldlos, und die App wählt anhand Ihrer Verbindung gleich das passende Ticket samt Preisstufe aus. Die Fahrkarte liegt danach in Ihrem Telefon und kann, anders als das Papierticket, nicht aus der Manteltasche fallen.
Wichtig zu wissen: Der Automat und der Schalter verschwinden dadurch nicht. Das Handyticket ist ein zusätzlicher Weg, kein Zwang. Aber es ist oft der bequemste, und manche Angebote gibt es sogar nur digital.
Einmal einrichten, dann geht es schnell
Vor dem ersten Kauf verlangt die App zwei Dinge, beides nur ein einziges Mal:
- Ein Konto, also eine Anmeldung mit E-Mail-Adresse und Passwort. So gehen Ihre Tickets nicht verloren, selbst wenn das Telefon wechselt.
- Eine Zahlungsart, meist Lastschrift vom Bankkonto, Kreditkarte oder ein Bezahldienst wie PayPal. Bei der Lastschrift geben Sie Ihre IBAN ein, wie bei einem Dauerauftrag.
Das Eintippen dauert ein paar Minuten und fühlt sich beim ersten Mal ungewohnt an, das geht vielen so. Danach ist jeder Ticketkauf eine Sache von drei Tipps: Verbindung suchen, Ticket auswählen, Kauf bestätigen.
Kaufen Sie das Ticket vor dem Einsteigen. Ein Kauf nach Fahrtbeginn gilt bei einer Kontrolle in der Regel als Fahren ohne Fahrschein, auch wenn es nur eine Minute war. Ein paar Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig gekauft, ist völlig ausreichend.
Das Ticket vorzeigen
Kommt die Kontrolle, öffnen Sie die App und tippen auf „Meine Tickets“ oder ähnlich. Das Ticket erscheint als Bild mit einem QR-Code, gesprochen „Kuh-Er-Code“: ein quadratisches Muster aus schwarzen und weißen Kästchen, eine Art Strichcode zum Abscannen. Der Kontrolleur hält sein Lesegerät kurz davor, fertig. Drehen Sie die Bildschirmhelligkeit ruhig etwas hoch, dann klappt das Scannen besser.
Zwei Dinge sollten Sie beachten. Erstens der Akku: Ein Handyticket zählt nur, wenn es sich anzeigen lässt. Ein leerer Akku ist bei der Kontrolle wie eine vergessene Fahrkarte. Vor längeren Fahrten also mit gut geladenem Telefon los. Zweitens funktioniert das Anzeigen in den meisten Apps auch ohne Internetverbindung, das Ticket ist ja bereits gespeichert, etwa im Zug auf freier Strecke.
Das Deutschlandticket: eines für fast alles
Wer regelmäßig fährt, sollte das Deutschlandticket kennen. Es ist ein monatliches Abo-Ticket und gilt deutschlandweit in Bussen, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen sowie Regionalzügen, nicht jedoch in Fernzügen wie ICE oder IC. Der Charme liegt in der Einfachheit: keine Tarifzonen, keine Preisstufen, keine Gedanken darüber, ob das Ticket noch bis zur übernächsten Haltestelle reicht. Erhältlich ist es in den Apps der Bahn und der Verkehrsverbünde, als monatlich kündbares Abo. Ob es sich für Sie lohnt, hängt davon ab, wie oft Sie fahren; die Preisauskunft gibt jede Verkehrsverbund-App tagesaktuell.
Merksatz: Ticket vor dem Einsteigen kaufen, Akku geladen halten. Dann ist das Handyticket bequemer als jeder Automat.
Das Wichtigste in Kürze
- Handytickets kauft man in der App, bezahlt wird per Lastschrift, Karte oder Bezahldienst.
- Konto und Zahlungsart richtet man nur einmal ein, danach geht der Kauf in Sekunden.
- Immer vor dem Einsteigen kaufen, sonst gilt man als ohne Fahrschein unterwegs.
- Vorgezeigt wird der QR-Code in der App, das geht auch ohne Internetverbindung.
- Auf den Akku achten: Ein nicht anzeigbares Ticket zählt nicht.
- Das Deutschlandticket gilt als monatlich kündbares Abo im gesamten Nahverkehr.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was ist ein Handyticket?
Das Handyticket ersetzt die Papierfahrkarte. Es liegt in der App und wird bei der Kontrolle als Bild mit QR-Code auf dem Bildschirm gezeigt.
Frage 2 von 3: Wann sollten Sie das Ticket in der App kaufen?
Das Ticket muss beim Einsteigen gültig sein. Wer erst bei der Kontrolle kauft, gilt als ohne Fahrschein unterwegs, und das kostet ein erhöhtes Beförderungsentgelt.
Frage 3 von 3: Der Kontrolleur kommt, doch Ihr Telefon-Akku ist fast leer. Was lernen Sie daraus für die Zukunft?
Ein Ticket, das sich nicht anzeigen lässt, ist bei der Kontrolle wie kein Ticket. Vor längeren Fahrten deshalb auf den Akkustand achten.