Lektion 4 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 6 Minuten

Faktenchecks nutzen

Sie müssen nicht alles selbst prüfen

Die gute Nachricht zuerst: Wenn Ihnen eine zweifelhafte Meldung begegnet, sind Sie fast nie die erste Person, die sie sieht. Falschmeldungen kursieren meist schon Tage oder Wochen, bevor sie bei Ihnen ankommen. Und in dieser Zeit haben sich oft schon Fachleute die Behauptung angesehen — die sogenannten Faktenchecker.

Ein Faktencheck, gesprochen „Faktentscheck“, ist eine journalistische Prüfung: Redaktionen nehmen eine kursierende Behauptung, recherchieren die Belege und veröffentlichen das Ergebnis. Am Ende steht ein klares Urteil wie „stimmt“, „stimmt teilweise“, „frei erfunden“ oder „alter Vorfall, falsch zugeordnet“. Sie können sich das wie die Warentester für Nachrichten vorstellen: Andere haben die aufwendige Prüfarbeit bereits gemacht, Sie müssen nur nachschlagen.

So schlagen Sie eine Meldung nach

Der einfachste Weg führt über eine Suchmaschine. Nehmen Sie zwei, drei markante Stichwörter aus der Meldung und ergänzen Sie das Wort „Faktencheck“. Ein Beispiel: Sie erhalten die Behauptung, eine bestimmte Heilpflanze ersetze alle Medikamente. Dann suchen Sie etwa nach: „Heilpflanze ersetzt Medikamente Faktencheck“. Sehr oft erscheint dann ein Prüfartikel unter den ersten Treffern.

Im deutschsprachigen Raum gibt es einige bekannte Anlaufstellen, zum Beispiel mimikama.org, ein österreichischer Verein, der seit vielen Jahren Internet-Gerüchte prüft, oder correctiv.org, eine gemeinnützige Rechercheredaktion. Auch große Nachrichtenagenturen und öffentlich-rechtliche Sender betreiben eigene Faktencheck-Redaktionen. Sie müssen sich diese Namen nicht alle merken — die Suche mit dem Wort „Faktencheck“ findet sie für Sie.

Woran Sie einen guten Faktencheck erkennen

Nicht alles, was sich „Faktencheck“ nennt, ist einer. Auch dieser Begriff wird gelegentlich als Verkleidung benutzt. Ein echter Faktencheck hat drei Merkmale:

Er zeigt seine Belege. Sie lesen, welche Dokumente, Zahlen oder Aussagen geprüft wurden, und können das selbst nachvollziehen.

Er erklärt den Weg. Ein guter Prüfartikel beschreibt Schritt für Schritt, wie das Ergebnis zustande kam — etwa: „Wir haben beim Gesundheitsamt nachgefragt und die Original-Studie gelesen.“

Er bleibt sachlich. Er beschimpft niemanden, sondern stellt richtig. Ein Text, der nur empört ist und selbst keine Belege nennt, ist kein Faktencheck, sondern eine Meinung.

Und wenn zwei Prüfungen sich widersprechen? Das ist selten, kommt aber vor. Dann gilt: Die Prüfung mit den besseren, nachvollziehbaren Belegen zählt — nicht die mit der lauteren Überschrift.

Merksatz: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Stichwörter plus „Faktencheck“ in die Suchmaschine — sehr oft hat jemand die Arbeit schon für Sie erledigt.

Was tun, wenn es noch keinen Faktencheck gibt?

Bei ganz frischen Meldungen finden Sie manchmal noch keine Prüfung. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern ein Hinweis: Die Lage ist noch unklar. Dann hilft die Regel aus den vorherigen Lektionen — berichten mehrere bekannte, seriöse Seiten unabhängig voneinander dasselbe? Wenn nicht: abwarten und nicht weiterleiten. Eine Meldung, die stimmt, ist morgen immer noch wahr. Eine falsche hat sich bis dahin oft von selbst erledigt.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was macht eine Faktencheck-Seite?

Frage 2 von 3: Sie erhalten eine unglaubliche Meldung über angeblich gefährliches Leitungswasser. Wie prüfen Sie sie mit wenig Aufwand?

Frage 3 von 3: Woran erkennen Sie einen guten Faktencheck?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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