Drei Fragen wie beim Einkauf auf dem Markt
Stellen Sie sich vor, jemand verkauft Ihnen auf dem Wochenmarkt Eier. Sie würden vielleicht fragen: Woher kommen die? Wer ist der Händler? Und wie frisch sind sie? Genau diese drei Fragen helfen auch bei Meldungen im Internet: Woher stammt die Information (Quelle)? Wer hat sie geschrieben (Autor)? Und von wann ist sie (Datum)?
Diese Prüfung dauert keine zwei Minuten. Sie müssen dafür kein Experte sein und nichts installieren. Sie müssen nur wissen, wo Sie hinschauen.
Die Quelle: Woher stammt die Meldung?
Die Quelle ist der Ursprung einer Information. Schauen Sie zuerst, auf welcher Internetseite Sie sich überhaupt befinden. Der Name steht oben in der Adresszeile des Browsers, also des Programms, mit dem Sie Internetseiten öffnen. Kennen Sie die Seite? Ist es eine bekannte Zeitung, ein öffentlich-rechtlicher Sender, eine Behörde? Oder ein Name, den Sie noch nie gehört haben?
Gute Artikel nennen außerdem ihre eigenen Quellen: „nach Angaben der Polizei“, „laut Statistischem Bundesamt“, „wie das Unternehmen mitteilte“. Solche Angaben machen eine Meldung überprüfbar. Ein Text, der aufregende Behauptungen aufstellt, aber nirgends verrät, woher er sie hat, verdient Misstrauen. Das ist wie ein Gerücht im Treppenhaus: „Man sagt ja, dass …“ — wer ist „man“?
Der Autor: Wer hat das geschrieben?
Seriöse Artikel nennen einen Verfasser, oft am Anfang oder Ende des Textes, manchmal nur ein Kürzel oder eine Nachrichtenagentur wie „dpa“. Eine Nachrichtenagentur ist ein Betrieb, der Meldungen sammelt und an viele Zeitungen liefert.
Steht gar kein Autor da, ist das allein noch kein Beweis für eine Fälschung — aber ein Puzzleteil. Steht ein Name da, können Sie ihn in eine Suchmaschine eingeben: Hat diese Person schon mehr geschrieben? Für welche Seiten? Auch das dauert nur einen Moment und sagt oft viel.
Das Datum: Von wann ist das?
Das Datum ist die am häufigsten übersehene Angabe — und eine der wichtigsten. Im Internet verschwinden alte Artikel nicht. Eine sechs Jahre alte Meldung über einen Lebensmittel-Rückruf kann heute wieder herumgereicht werden, als wäre sie von gestern. Der Rückruf ist längst erledigt, die Aufregung aber neu. Das passiert vielen, denn beim schnellen Weiterleiten schaut kaum jemand aufs Datum.
Suchen Sie das Datum direkt unter der Überschrift oder am Ende des Artikels. Fehlt es ganz, ist auch das ein Warnzeichen.
Merksatz: Quelle, Autor, Datum — diese drei Angaben sind der Kassenzettel einer Meldung. Fehlen alle drei, kaufen Sie die Geschichte besser nicht.
Wenn die Prüfung kein klares Ergebnis bringt
Manchmal bleibt ein ungutes Gefühl: unbekannte Seite, kein Autor, kein Datum. Dann gibt es einen einfachen Ausweg: Geben Sie das Thema in eine Suchmaschine ein und schauen Sie, ob bekannte Nachrichtenseiten dasselbe berichten. Eine echte, wichtige Neuigkeit steht nie nur auf einer einzigen unbekannten Seite. Berichtet sonst niemand darüber, warten Sie ab — und teilen die Meldung nicht weiter.
Das Wichtigste in Kürze
- Prüfen Sie bei Meldungen drei Dinge: Quelle, Autor und Datum.
- Die Quelle erkennen Sie an der Internetadresse und an Angaben wie „laut Polizei“.
- Ein fehlender Autor ist ein Warnzeichen, ein genannter Autor lässt sich nachschlagen.
- Alte Meldungen wirken oft wie neue — immer aufs Datum schauen.
- Wichtige Neuigkeiten stehen nie nur auf einer einzigen unbekannten Seite.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was ist mit der „Quelle“ einer Meldung gemeint?
Die Quelle ist der Ursprung einer Information — zum Beispiel eine Redaktion, eine Behörde oder ein Augenzeuge. Je klarer die Quelle, desto besser prüfbar die Meldung.
Frage 2 von 3: Eine Bekannte schickt Ihnen einen aufregenden Artikel. Sie sehen: Er ist von vor sechs Jahren. Was bedeutet das?
Alte Meldungen werden oft geteilt, als wären sie aktuell. Der Inhalt kann längst überholt oder widerlegt sein — deshalb immer aufs Datum schauen.
Frage 3 von 3: Auf einer Seite steht weder ein Autor noch eine Quellenangabe, dafür eine dramatische Überschrift. Wie gehen Sie am besten vor?
Fehlen Autor und Quelle, ist Vorsicht angebracht. Prüfen Sie, ob seriöse Medien dasselbe berichten — wenn nicht, teilen Sie die Meldung nicht.