Der Blick von außen
Zum Abschluss dieses Kurses drehen wir die Perspektive um. Bisher ging es darum, was Sie nach außen geben. Jetzt schauen wir nach, was draußen schon über Sie zu finden ist. Das Mittel dafür ist verblüffend einfach: Sie suchen sich selbst.
Öffnen Sie eine Suchmaschine und geben Sie Ihren Vor- und Nachnamen ein, am besten in Anführungszeichen, also etwa „Erika Mustermann“. Die Anführungszeichen sorgen dafür, dass die Suchmaschine genau diese Wortfolge sucht. Probieren Sie auch Kombinationen wie Name plus Wohnort oder Name plus Verein. Sehen Sie sich neben den Treffern auch die Bildersuche an.
Das fühlt sich anfangs vielleicht eitel an, ist aber schlicht vernünftig: Sie sehen damit genau das, was jeder Fremde, jeder neue Nachbar und jeder Enkeltrick-Betrüger mit zwei Klicks sehen kann. Erst wer das eigene Schaufenster kennt, kann entscheiden, was darin liegen soll.
Die Fundstücke in Ruhe einordnen
Bei einem häufigen Namen finden Sie viele Namensvettern, das ist normal. Achten Sie auf Treffer, die wirklich Sie betreffen, und sortieren Sie gedanklich in drei Stapel:
- Unbedenklich: der Bericht vom Vereinsjubiläum, die Ergebnisliste vom Volkslauf. Solche Treffer sind harmlos und dürfen bleiben.
- Unangenehm, aber selbst veröffentlicht: alte eigene Beiträge, öffentliche Fotos, ein vergessenes Profil. Das können Sie selbst ändern.
- Heikel und fremd veröffentlicht: Ihre Adresse oder Telefonnummer auf einer fremden Seite, ein Foto, das Sie dort nie wollten. Darum kümmern wir uns gleich.
Und wenn Sie gar nichts finden? Auch gut. Dann ist Ihr Schaufenster eben fast leer, das ist kein Mangel.
Aufräumen, Stapel für Stapel
Bei eigenen Inhalten ist es am einfachsten: Melden Sie sich beim jeweiligen Dienst an und löschen Sie den Beitrag oder stellen Sie ihn auf privat, so wie in der letzten Lektion geübt. Stoßen Sie auf ein altes Konto, das Sie nicht mehr nutzen, löschen Sie am besten gleich das ganze Konto. Suchen Sie dazu in den Konto-Einstellungen nach „Konto löschen“. Jedes vergessene Konto ist eine unbewachte Tür, hinter der Ihre Daten liegen.
Bei fremden Seiten haben Sie mehr Rechte, als viele denken. Der Datenschutz in Europa gibt Ihnen einen Anspruch darauf, dass persönliche Daten auf Wunsch gelöscht werden. Der erste Schritt ist eine freundliche Nachricht an den Seitenbetreiber: kurz schildern, um welchen Eintrag es geht, mit Link, und um Löschung bitten. Die Kontaktadresse steht im Impressum der Seite. Bei Suchmaschinen können Sie zusätzlich beantragen, dass bestimmte Treffer zu Ihrem Namen nicht mehr angezeigt werden. Hilfe und Musterschreiben dazu finden Sie bei der Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de). Rechnen Sie mit etwas Geduld, solche Anfragen dauern manchmal Wochen. Und falls einmal etwas nicht verschwindet: Auch damit sind Sie nicht allein, für hartnäckige Fälle gibt es Beratungsstellen.
Einmal im Jahr wiederholen
Diese Selbstsuche ist keine einmalige Aktion, sondern eine gute Gewohnheit, etwa einmal im Jahr, zum Beispiel immer im Januar. Sie dauert dann nur noch zehn Minuten, weil das meiste schon aufgeräumt ist. Zusammen mit den Berechtigungen und dem privaten Profil aus den letzten Lektionen haben Sie damit die Grundeinstellungen Ihrer Privatsphäre im Griff. Mehr braucht es für den Alltag zunächst nicht, Vertiefungen folgen später in eigenen Kursen für Fortgeschrittene.
Merksatz: Suchen Sie sich einmal im Jahr selbst. Was Sie im eigenen Schaufenster nicht sehen möchten, räumen Sie heraus, Sie haben das Recht dazu.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Suche nach dem eigenen Namen zeigt, was Fremde über Sie finden können.
- Anführungszeichen um den Namen machen die Suche genauer.
- Eigene alte Beiträge löschen oder auf privat stellen, ungenutzte Konten ganz löschen.
- Bei fremden Seiten haben Sie ein Recht auf Löschung persönlicher Daten, das Impressum nennt den Kontakt.
- Hilfe und Musterschreiben bietet die Verbraucherzentrale.
- Wiederholen Sie die Selbstsuche etwa einmal im Jahr.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Warum lohnt es sich, den eigenen Namen in eine Suchmaschine einzugeben?
Die Selbstsuche zeigt Ihnen das Bild, das jeder Fremde mit zwei Klicks bekommt. Erst wenn Sie es kennen, können Sie entscheiden, ob Sie etwas ändern möchten.
Frage 2 von 3: Sie finden bei der Selbstsuche einen alten Foreneintrag mit Ihrer privaten Handynummer. Was ist ein sinnvoller Weg?
Betreiber von Internetseiten müssen sich um Löschanfragen zu persönlichen Daten kümmern. Ein kurzer Hinweis mit Link zum Eintrag genügt meist als Anfang.
Frage 3 von 3: Was gilt für alte Konten bei Diensten, die Sie längst nicht mehr nutzen?
Vergessene Konten enthalten weiter Ihre Daten und können bei Datenlecks betroffen sein, ohne dass Sie es merken. Was Sie nicht mehr brauchen, löschen Sie am besten.