Lektion 5 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Sich selbst suchen und aufräumen

Der Blick von außen

Zum Abschluss dieses Kurses drehen wir die Perspektive um. Bisher ging es darum, was Sie nach außen geben. Jetzt schauen wir nach, was draußen schon über Sie zu finden ist. Das Mittel dafür ist verblüffend einfach: Sie suchen sich selbst.

Öffnen Sie eine Suchmaschine und geben Sie Ihren Vor- und Nachnamen ein, am besten in Anführungszeichen, also etwa „Erika Mustermann“. Die Anführungszeichen sorgen dafür, dass die Suchmaschine genau diese Wortfolge sucht. Probieren Sie auch Kombinationen wie Name plus Wohnort oder Name plus Verein. Sehen Sie sich neben den Treffern auch die Bildersuche an.

Das fühlt sich anfangs vielleicht eitel an, ist aber schlicht vernünftig: Sie sehen damit genau das, was jeder Fremde, jeder neue Nachbar und jeder Enkeltrick-Betrüger mit zwei Klicks sehen kann. Erst wer das eigene Schaufenster kennt, kann entscheiden, was darin liegen soll.

Die Fundstücke in Ruhe einordnen

Bei einem häufigen Namen finden Sie viele Namensvettern, das ist normal. Achten Sie auf Treffer, die wirklich Sie betreffen, und sortieren Sie gedanklich in drei Stapel:

Und wenn Sie gar nichts finden? Auch gut. Dann ist Ihr Schaufenster eben fast leer, das ist kein Mangel.

Aufräumen, Stapel für Stapel

Bei eigenen Inhalten ist es am einfachsten: Melden Sie sich beim jeweiligen Dienst an und löschen Sie den Beitrag oder stellen Sie ihn auf privat, so wie in der letzten Lektion geübt. Stoßen Sie auf ein altes Konto, das Sie nicht mehr nutzen, löschen Sie am besten gleich das ganze Konto. Suchen Sie dazu in den Konto-Einstellungen nach „Konto löschen“. Jedes vergessene Konto ist eine unbewachte Tür, hinter der Ihre Daten liegen.

Bei fremden Seiten haben Sie mehr Rechte, als viele denken. Der Datenschutz in Europa gibt Ihnen einen Anspruch darauf, dass persönliche Daten auf Wunsch gelöscht werden. Der erste Schritt ist eine freundliche Nachricht an den Seitenbetreiber: kurz schildern, um welchen Eintrag es geht, mit Link, und um Löschung bitten. Die Kontaktadresse steht im Impressum der Seite. Bei Suchmaschinen können Sie zusätzlich beantragen, dass bestimmte Treffer zu Ihrem Namen nicht mehr angezeigt werden. Hilfe und Musterschreiben dazu finden Sie bei der Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de). Rechnen Sie mit etwas Geduld, solche Anfragen dauern manchmal Wochen. Und falls einmal etwas nicht verschwindet: Auch damit sind Sie nicht allein, für hartnäckige Fälle gibt es Beratungsstellen.

Einmal im Jahr wiederholen

Diese Selbstsuche ist keine einmalige Aktion, sondern eine gute Gewohnheit, etwa einmal im Jahr, zum Beispiel immer im Januar. Sie dauert dann nur noch zehn Minuten, weil das meiste schon aufgeräumt ist. Zusammen mit den Berechtigungen und dem privaten Profil aus den letzten Lektionen haben Sie damit die Grundeinstellungen Ihrer Privatsphäre im Griff. Mehr braucht es für den Alltag zunächst nicht, Vertiefungen folgen später in eigenen Kursen für Fortgeschrittene.

Merksatz: Suchen Sie sich einmal im Jahr selbst. Was Sie im eigenen Schaufenster nicht sehen möchten, räumen Sie heraus, Sie haben das Recht dazu.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Warum lohnt es sich, den eigenen Namen in eine Suchmaschine einzugeben?

Frage 2 von 3: Sie finden bei der Selbstsuche einen alten Foreneintrag mit Ihrer privaten Handynummer. Was ist ein sinnvoller Weg?

Frage 3 von 3: Was gilt für alte Konten bei Diensten, die Sie längst nicht mehr nutzen?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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