Öffentlich oder privat: der große Unterschied
Soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram leben davon, dass Menschen etwas teilen: Fotos, Glückwünsche, kleine Neuigkeiten. Die entscheidende Frage ist nur: Wer darf das alles sehen?
Dafür gibt es bei fast allen Netzwerken zwei Grundzustände. Bei einem öffentlichen Profil kann jeder Mensch auf der Welt Ihre Beiträge ansehen, auch Fremde, auch ohne eigenes Konto, teils sogar über Suchmaschinen. Bei einem privaten Profil sehen Ihre Beiträge nur die Menschen, die Sie als Kontakt bestätigt haben.
Ein Vergleich hilft: Ein öffentliches Profil ist wie ein Aushang am Schwarzen Brett im Supermarkt, den jeder Passant lesen kann. Ein privates Profil ist wie ein Fotoabend im eigenen Wohnzimmer, zu dem Sie die Gäste selbst einladen. Beides hat seinen Platz. Wer etwas verkaufen oder als Verein sichtbar sein will, braucht vielleicht das Schwarze Brett. Für persönliche Fotos und Familiennachrichten ist das Wohnzimmer die bessere Wahl.
Warum viele Profile ungewollt öffentlich sind
Hier kommt der Haken: Bei etlichen Netzwerken ist ein neues Profil zunächst öffentlich eingestellt, denn den Anbietern nützt es, wenn viel sichtbar ist. Viele Menschen wissen gar nicht, dass ihre Urlaubsfotos für die ganze Welt einsehbar sind. Das ist keine Dummheit, sondern schlicht eine Voreinstellung, die niemand erklärt hat. Falls es Ihnen so geht: Das lässt sich in wenigen Minuten ändern, und rückwirkend werden dabei meist auch Ihre alten Beiträge geschützt.
So stellen Sie um
Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Netzwerk und ändert sich gelegentlich, deshalb beschreiben wir das Muster, das überall gleich ist:
- Öffnen Sie Ihr Profil und suchen Sie die Einstellungen, meist hinter einem Zahnrad oder drei Strichen bzw. Punkten.
- Suchen Sie den Bereich „Privatsphäre“, „Konto“ oder „Zielgruppe“. Viele Apps haben oben eine Suchzeile: Tippen Sie dort „privat“ ein.
- Aktivieren Sie die Einstellung „Privates Konto“ oder wählen Sie bei „Wer kann meine Beiträge sehen?“ die Option „Freunde“ oder „Follower“.
Sehen Sie sich bei der Gelegenheit zwei Nachbarpunkte an: Wer darf Ihnen Nachrichten schreiben? Und wer darf Ihr Profil über Ihre Telefonnummer finden? Auch hier sind „Freunde“ oder „Kontakte“ meist die ruhigere Wahl. Ab jetzt gilt außerdem: Neue Kontaktanfragen bestätigen Sie nur, wenn Sie die Person wirklich kennen. Ein privates Profil schützt nur so gut wie Ihre Gästeliste.
Privat heißt nicht geheim
Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss: Auch ein privates Profil ist kein Tresor. Was Sie posten, sieht der Anbieter weiterhin, und jeder Ihrer Kontakte könnte einen Beitrag abfotografieren und weitergeben. Das passiert selten in böser Absicht, aber es ist möglich. Deshalb gilt im Netz dieselbe Regel wie auf einer Postkarte: Schreiben Sie nichts, was nicht notfalls auch ein Dritter lesen dürfte. Für alles wirklich Vertrauliche gibt es persönliche Nachrichten oder das Telefon.
Merksatz: Öffentlich ist das Schwarze Brett, privat das eigene Wohnzimmer. Für persönliche Fotos und Familiennachrichten wählen Sie das Wohnzimmer.
Das Wichtigste in Kürze
- Öffentliches Profil: jeder kann mitlesen. Privates Profil: nur bestätigte Kontakte.
- Viele Profile sind ab Werk öffentlich, ohne dass die Besitzer es wissen.
- Umstellen: Einstellungen, dann „Privatsphäre“, dann „Privates Konto“ aktivieren.
- Prüfen Sie auch, wer Ihnen schreiben und Sie finden darf.
- Bestätigen Sie Kontaktanfragen nur von Menschen, die Sie wirklich kennen.
- Auch privat gilt die Postkarten-Regel: nichts posten, was kein Dritter je sehen dürfte.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was bedeutet es, wenn ein Profil in einem sozialen Netzwerk „öffentlich“ ist?
Öffentlich heißt: sichtbar für alle, auch für völlig Fremde und für Suchmaschinen. Bei einem privaten Profil sehen dagegen nur bestätigte Kontakte Ihre Beiträge.
Frage 2 von 3: Wo finden Sie in einer Social-Media-App die Umstellung auf „privat“?
Jedes große Netzwerk hat in den Konto-Einstellungen einen Bereich für Privatsphäre. Der genaue Name variiert, aber die Suche nach „privat“ oder „Privatsphäre“ führt hin.
Frage 3 von 3: Sie haben Urlaubsfotos gepostet, Ihr Profil ist öffentlich. Eine fremde Person kommentiert seltsam. Was ist ein sinnvoller erster Schritt?
Ein privates Profil sperrt Fremde von Ihren Beiträgen aus, und Blockieren beendet unerwünschten Kontakt. Beides ist in wenigen Minuten erledigt und jederzeit erlaubt.