Der Umzug ist ein Nachmittagsprojekt
Ihre Passwörter liegen bisher im Browser oder auf dem Handy — jetzt sollen sie in den neuen Tresor. Die gute Nachricht: Dafür müssen Sie nicht hunderte Einträge abtippen. Browser und Passwort-Manager kennen ein gemeinsames Verfahren aus Export und Import. Planen Sie einen ruhigen Nachmittag ein und erledigen Sie den Umzug am Computer, nicht am Handy — am großen Bildschirm behalten Sie leichter den Überblick.
Schritt eins: Export aus dem alten Speicher
Export heißt Ausfuhr: Der Browser schreibt alle gespeicherten Zugangsdaten in eine Datei. Die Funktion finden Sie in den Einstellungen des Browsers im Bereich für Passwörter; der genaue Weg unterscheidet sich je nach Programm, suchen Sie nach „Passwörter exportieren“. Meist entsteht eine sogenannte CSV-Datei, gesprochen „Ze-Es-Vau“ — eine einfache Tabelle als Textdatei.
Jetzt kommt der wichtigste Warnhinweis dieser Lektion: In dieser Datei stehen alle Ihre Passwörter unverschlüsselt, für jeden lesbar, der die Datei öffnet. Das ist für die Dauer des Umzugs in Ordnung — aber nur dann. Speichern Sie die Datei direkt auf dem Computer, nicht in einem Cloud-Ordner, und verschicken Sie sie niemals per E-Mail.
Schritt zwei: Import in den neuen Tresor
Im Passwort-Manager gibt es das Gegenstück, den Import, also die Einfuhr. Sie wählen dort aus, aus welchem Browser die Datei stammt, zeigen auf die CSV-Datei — und wenige Sekunden später sind alle Einträge im Tresor. Öffnen Sie danach stichprobenartig drei, vier Einträge und prüfen Sie, ob Name, Adresse und Passwort angekommen sind.
Direkt danach folgt der Sicherheitsschritt: Löschen Sie die Export-Datei, und leeren Sie anschließend auch den Papierkorb des Computers. Die Datei hat ihren Zweck erfüllt und ist jetzt nur noch ein Risiko.
Schritt drei: alte Speicher stilllegen
Damit künftig nur noch ein Ort gilt, schalten Sie im Browser das Speichern und automatische Ausfüllen von Passwörtern aus und löschen die dort gespeicherten Einträge. Das fühlt sich im ersten Moment ungewohnt an — das geht vielen so. Aber zwei parallele Speicher laufen unweigerlich auseinander, und genau dieses Durcheinander wollten Sie ja beenden. Installieren Sie stattdessen die Browser-Erweiterung und die Handy-App Ihres Passwort-Managers: Sie übernehmen ab jetzt das Ausfüllen.
Schritt vier: beim Aufräumen aufblühen
Der Umzug ist die perfekte Gelegenheit zur Inventur. Die meisten Manager zeigen eine Prüfliste: doppelt verwendete, schwache und in Datenlecks aufgetauchte Passwörter. Erschrecken Sie nicht, wenn die Liste lang ist — das ist sie bei fast allen. Sie müssen nicht alles sofort erledigen. Nehmen Sie sich pro Woche eine Handvoll Konten vor, die wichtigsten zuerst: E-Mail, Bank, Einkaufskonten mit hinterlegter Zahlungsart. Bei jedem vergeben Sie ein neues Zufallspasswort aus dem Manager.
Merksatz: Exportieren, importieren, Export-Datei löschen, alten Speicher abschalten — nach dem Umzug gibt es nur noch einen Ort für Passwörter.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Umzug läuft über Export aus dem Browser und Import in den Manager, ohne Abtippen.
- Die Export-Datei enthält alles im Klartext: nicht in die Cloud, nicht per E-Mail, nach dem Import löschen.
- Stichprobe machen: einige Einträge im neuen Tresor öffnen und prüfen.
- Passwort-Speichern im Browser ausschalten und alte Einträge dort löschen.
- Aufräumen mit der Prüfliste des Managers: doppelte und schwache Passwörter nach und nach ersetzen, wichtige Konten zuerst.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was ist eine Export-Datei mit Passwörtern?
Der Export legt alle Passwörter lesbar in eine Datei, meist im CSV-Format. Für den Umzug ist das nötig, danach ist die Datei ein Risiko und wird gelöscht.
Frage 2 von 3: Sie haben alle Passwörter in den neuen Manager übernommen. Der Browser fragt beim nächsten Anmelden: „Passwort speichern?“ Was tun Sie?
Zwei parallele Speicherorte geraten auseinander, und bald weiß niemand mehr, wo der aktuelle Stand liegt. Nach dem Umzug speichert nur noch der Manager.
Frage 3 von 3: Beim Aufräumen finden Sie dasselbe schwache Passwort bei fünf Konten. Was ist der sinnvollste Weg?
Mehrfach genutzte Passwörter sind das größte Risiko. Sie müssen nicht alles an einem Tag schaffen — wichtig ist die Reihenfolge: E-Mail und Bank zuerst.