Lektion 4 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Versionen und Ransomware-Schutz

Das Gedächtnis Ihrer Sicherung

In der ersten Lektion war es die dritte Eigenschaft einer echten Sicherung: ältere Stände aufbewahren. Fachleute sprechen von Versionen — mehreren aufgehobenen Fassungen derselben Datei aus verschiedenen Tagen. Dateiversionsverlauf und Time Machine tun genau das von selbst; daher ihre Namen. Warum das Gold wert ist, zeigt ein Alltagsfall: Sie überarbeiten einen wichtigen Brief, löschen dabei versehentlich zwei Seiten und speichern. Eine einfache Spiegelkopie enthält jetzt ebenfalls nur noch den kaputten Brief. Die Version von vorgestern dagegen hat die zwei Seiten noch. Versionen verzeihen Fehler, die erst später auffallen — und genau solche Fehler sind die häufigsten.

Ransomware: der Ernstfall unter den Ernstfällen

Ihre volle Bedeutung zeigen Versionen bei einem Angriff mit Ransomware, gesprochen „Ränsom-wär“, von englisch „ransom“ für Lösegeld. Diese Schadsoftware — Grundwissen dazu haben Sie im Einsteiger-Bereich erworben — verschlüsselt alle erreichbaren Dateien und zeigt dann eine Forderung: Zahlen Sie, sonst bleiben Fotos und Dokumente unlesbar. Für Betroffene ohne Sicherung ist das eine Katastrophe; Fachleute und Polizei raten vom Zahlen ab, denn eine Garantie gibt es nicht, und jede Zahlung finanziert die Täter.

Mit einer durchdachten Sicherung verliert die Erpressung ihren Schrecken: Computer bereinigen lassen, Dateien aus der Sicherung zurückholen, fertig. Doch dafür muss die Sicherung zwei Bedingungen erfüllen.

Bedingung eins: in die Zeit vor dem Schaden zurückkönnen

Ihre Automatik sichert treu, was sie vorfindet — im schlimmsten Fall also auch die frisch verschlüsselten Dateien. Die neueste Sicherung kann dann selbst schon Schrott sein. Die Rettung sind die Versionen: Sie führen zurück zum Stand von vor drei Tagen, als noch alles heil war. Deshalb: Knausern Sie nicht beim Aufbewahren. Lassen Sie Dateiversionsverlauf oder Time Machine ältere Stände über Wochen und Monate behalten, solange die externe Platte Platz hat. Speicherplatz ist billig, verlorene Fotos sind unbezahlbar.

Bedingung zwei: eine Sicherung außer Reichweite

Ransomware verschlüsselt nicht nur die eingebaute Festplatte, sondern alles, was der Computer in diesem Moment erreicht — auch die angeschlossene externe Platte. Eine dauerhaft angesteckte Sicherungsplatte kann also mit untergehen. Das ist kein Grund, sie abzustecken und die Automatik zu opfern. Es ist der Grund für die zweite Sicherung aus der 3-2-1-Regel, die außer Reichweite liegt: eine zweite Platte, die nur zum Sichern angeschlossen wird und sonst im Schrank oder außer Haus liegt — oder ein Online-Speicher mit eigenem Passwort und Versionen, um den es in der nächsten Lektion geht. Wichtig ist die Trennung: Was der Computer nicht erreichen kann, kann auch die Schadsoftware nicht erreichen.

Merksatz: Gegen Ransomware helfen zwei Dinge: Versionen, die in die Zeit vor dem Schaden zurückführen, und eine Sicherung, die außerhalb der Reichweite des Computers liegt.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was ist Ransomware?

Frage 2 von 3: Warum reicht die neueste Sicherung allein gegen Ransomware nicht aus?

Frage 3 von 3: Ihre externe Festplatte hängt Tag und Nacht am Computer. Was bedeutet das für den Ransomware-Schutz?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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