Lektion 2 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Alte Konten finden und schließen

Warum weniger Konten mehr Sicherheit bedeuten

Jedes Konto, das existiert, kann von einem Datenleck betroffen sein. Ihre Adresse, Ihr Geburtsdatum, vielleicht Zahlungsdaten — all das liegt bei jedem Anbieter, bei dem Sie je ein Konto angelegt haben. Fachleute sprechen von der Angriffsfläche: je mehr Türen, desto mehr Möglichkeiten für Einbrecher. Ein gelöschtes Konto dagegen kann nicht mehr gestohlen, nicht mehr übernommen und nicht mehr missbraucht werden.

Nehmen Sie Ihre Kontoliste aus der vorigen Lektion zur Hand und markieren Sie alles, was Sie seit mehr als einem Jahr nicht genutzt haben und absehbar nicht mehr brauchen. Das sind Ihre Kandidaten.

Löschen ist nicht dasselbe wie Deaktivieren

Viele Anbieter bieten zwei Wege an, und der Unterschied ist wichtig:

Achten Sie beim Aufräumen also auf das Wort „löschen“ oder „Konto endgültig schließen“. Manche Dienste bauen absichtlich Umwege ein, damit Sie vorher aufgeben. Lassen Sie sich davon nicht beirren — die Funktion existiert fast immer, meist in den Kontoeinstellungen unter „Datenschutz“, „Konto“ oder „Mitgliedschaft“. Finden Sie sie nicht, hilft eine Suche nach „Konto löschen“ plus dem Namen des Dienstes.

Ihr gutes Recht: die DSGVO

In Europa gilt die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO. Sie gibt Ihnen ein Recht auf Löschung Ihrer Daten. Reagiert ein Anbieter nicht, schreiben Sie ihm eine E-Mail: „Ich verlange die Löschung meines Kontos und aller zugehörigen personenbezogenen Daten nach Artikel 17 DSGVO.“ Darauf muss der Anbieter innerhalb eines Monats reagieren. Die Verbraucherzentrale stellt auf verbraucherzentrale.de Musterschreiben bereit. Hilft auch das nicht, können Sie sich kostenlos bei der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes beschweren. So weit kommt es selten — die meisten Anbieter löschen auf die erste förmliche Aufforderung hin.

Vor dem Löschen: kurz nachdenken

Löschen ist endgültig. Prüfen Sie deshalb vorher drei Dinge:

  1. Brauchen Sie noch etwas aus dem Konto? Rechnungen für die Garantie, Fotos, alte Nachrichten — jetzt herunterladen, danach ist es zu spät.
  2. Hängt etwas an dem Konto? Manche Konten dienen als Anmeldung für andere Dienste („Weiter mit Google“). Solche Verknüpfungen erst umstellen, dann löschen.
  3. Gibt es einen Grund zu behalten? Ein Konto mit langjähriger Bestellhistorie beim regelmäßig genutzten Shop darf bleiben. Dann gilt: starkes Passwort, Zahlungsdaten entfernen, wo es geht.

Das passiert vielen: Man löscht schwungvoll und merkt eine Woche später, dass die Waschmaschinen-Rechnung im gelöschten Konto lag. Ein kurzer Blick vorher erspart den Ärger.

Merksatz: Das sicherste Konto ist das, das es nicht mehr gibt. Was Sie ein Jahr nicht gebraucht haben, darf in der Regel weg — nach einem kurzen Blick auf Rechnungen und Verknüpfungen.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was ist der Unterschied zwischen „Konto deaktivieren“ und „Konto löschen“?

Frage 2 von 3: Ein Anbieter versteckt die Löschfunktion und reagiert nicht auf Ihre Anfrage. Was können Sie tun?

Frage 3 von 3: Vor dem Löschen eines alten Shop-Kontos sollten Sie noch etwas erledigen. Was?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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