Lektion 1 von 5 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Inventar: welche Konten existieren überhaupt

Warum ein Konto-Inventar so viel bringt

Aus dem Einsteiger-Bereich kennen Sie die wichtigsten Schutzmaßnahmen: eigene Passwörter für jeden Dienst, Zwei-Faktor-Anmeldung, gesundes Misstrauen bei E-Mails. Doch all das schützt nur die Konten, an die Sie denken. Die meisten Menschen haben deutlich mehr Konten, als sie glauben — Studien kommen auf 70 bis 100 pro Person. Das alte Forum, der Online-Shop von 2015, die Reise-App aus einem einzigen Urlaub: alles Konten mit Ihren Daten.

Ein Inventar, also eine vollständige Bestandsliste, ist deshalb der erste Schritt jeder Konto-Hygiene. Was nicht auf der Liste steht, können Sie weder absichern noch aufräumen. Die gute Nachricht: Diese Liste erstellen Sie nur einmal gründlich. Danach pflegen Sie sie nebenbei.

Vier Fundstellen für Ihre Konten

Niemand hat alle Konten im Kopf. Suchen Sie stattdessen an diesen vier Stellen:

So sieht eine brauchbare Liste aus

Notieren Sie pro Konto drei Dinge: den Namen des Dienstes, die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, mit der Sie dort angemeldet sind, und eine grobe Einstufung der Wichtigkeit. Bewährt haben sich drei Stufen:

  1. Kritisch: E-Mail-Konten, Bank und Bezahldienste, der Passwortmanager selbst, große Konten wie Google oder Apple, über die Sie sich woanders anmelden.
  2. Wichtig: Shops mit hinterlegter Zahlungsart, Krankenkasse, Versicherungen, soziale Netzwerke.
  3. Unwichtig: Newsletter, alte Foren, einmalig genutzte Dienste.

Ob Sie die Liste auf Papier führen oder als Datei, ist Geschmackssache. Wichtig ist nur: Passwörter gehören nicht auf diese Liste. Die Liste ist Ihr Lageplan, der Passwortmanager Ihr Tresor. Wer beides mischt, baut sich selbst ein Datenleck.

Merksatz: Sie können nur schützen, was Sie kennen. Eine einmal erstellte Kontoliste macht aus einem unübersichtlichen Haufen Zugänge eine überschaubare Aufgabe.

Was Sie mit der Liste vorhaben

Die Liste ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für die nächsten Lektionen: Unwichtige und alte Konten schließen Sie. Bei den kritischen prüfen Sie Wiederherstellungswege und Absicherung. Und wenn künftig ein Datenleck bekannt wird, sehen Sie auf einen Blick, ob es Sie betrifft. Rechnen Sie für die erste Bestandsaufnahme mit ein bis zwei Stunden, gern verteilt auf mehrere Tage. Das ist gut investierte Zeit — vergleichbar mit dem einen Wochenende, an dem man den Keller einmal richtig aufräumt.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Warum ist ein vergessenes Konto ein Sicherheitsrisiko, obwohl Sie es gar nicht mehr benutzen?

Frage 2 von 3: Welcher Suchbegriff im eigenen E-Mail-Postfach hilft am besten, alte Konten aufzuspüren?

Frage 3 von 3: Sie erstellen Ihre Kontoliste. Was gehört NICHT hinein?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

Alle Angaben ohne Gewähr. Wir prüfen die Inhalte sorgfältig, aber Abläufe, Preise, Gesetze und Bildschirme ändern sich. Bevor Sie etwas Wichtiges entscheiden — etwa bei Geld, Verträgen, Gesundheit oder Behörden —, informieren Sie sich bitte unbedingt selbst direkt beim Anbieter oder bei der zuständigen Stelle.