Lektion 6 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Konten und Daten bewusst löschen

Digitaler Hausputz: weniger ist sicherer

Zum Abschluss dieses Kurses drehen wir den Blick um: Bisher ging es darum, Ordnung in das zu bringen, was Sie haben. Jetzt geht es darum, was Sie nicht mehr brauchen. Jedes Konto, das Sie besitzen, ist eine Kopie Ihrer persönlichen Daten bei einem Anbieter — Name, Adresse, manchmal Zahlungsdaten. Wird ein Anbieter gehackt, ein sogenanntes Datenleck, geraten auch die Daten längst vergessener Kunden in Umlauf. Deshalb gilt: Was Sie nicht mehr nutzen, löschen Sie am besten bewusst. Ein schlankes digitales Leben ist leichter zu schützen, leichter zu überblicken — und später auch leichter zu vererben, wie Sie aus der vorigen Lektion wissen.

Ihre Inventarliste aus der ersten Lektion ist dafür die perfekte Streichliste: Gehen Sie sie durch und markieren Sie alles, was Sie seit über einem Jahr nicht genutzt haben und absehbar nicht mehr brauchen.

Vor dem Löschen: sichern und prüfen

Löschen ist endgültig — das ist ja der Sinn der Sache. Deshalb kommen vor jedem Löschantrag drei Prüfschritte:

So läuft die Löschung ab

Wichtig zu wissen: Eine App vom Handy zu entfernen oder sich abzumelden löscht kein Konto. Die Löschung beantragen Sie beim Anbieter selbst — meist in den Kontoeinstellungen unter „Konto löschen“ oder „Konto schließen“, manchmal etwas versteckt. Finden Sie die Funktion nicht, hilft eine kurze E-Mail an den Anbieter mit der Bitte um Löschung Ihres Kontos und Ihrer Daten. Dass Anbieter dem nachkommen müssen, ist Ihr gutes Recht aus dem Datenschutz — wie Sie es förmlich durchsetzen und was ausnahmsweise gespeichert bleiben darf, behandelt auf dieser Plattform ein eigener Kurs zu Ihren Datenschutzrechten.

Manche Anbieter versuchen es beim Abschied mit sanftem Druck: „Nur pausieren statt löschen?“, „Wirklich alle Erinnerungen verlieren?“ Lassen Sie sich davon nicht umstimmen, wenn Ihre Entscheidung gefallen ist. Eine Bestätigungs-E-Mail der Löschung heben Sie kurz auf, dann streichen Sie das Konto von Ihrer Inventarliste — das ist der befriedigendste Teil.

Auch Geräte gehen bewusst

Zum Hausputz gehören die Geräte: Ein altes Handy in der Schublade ist ein vollwertiger Schlüsselbund mit Zugang zu E-Mails und Apps. Bevor Sie ein Gerät verkaufen, verschenken oder zum Recycling geben, melden Sie sich von allen Konten ab und setzen Sie es auf Werkseinstellungen zurück — diese Funktion finden Sie in den Einstellungen, der genaue Weg unterscheidet sich je nach Gerät, suchen Sie nach „Zurücksetzen“. Damit werden Ihre Daten und Anmeldungen entfernt. Behalten Sie das Gerät als Reserve, gilt trotzdem: sicherer Sperrcode und ab und zu ein Update, solange es welche gibt.

Merksatz: Erst sichern, dann kündigen, dann löschen — was Sie nicht mehr besitzen, kann niemand stehlen, und jede gestrichene Zeile macht Ihr digitales Leben leichter.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Warum sind ungenutzte alte Konten ein Sicherheitsrisiko?

Frage 2 von 3: Sie wollen ein altes Konto bei einem Fotodienst loswerden. Was ist die richtige Reihenfolge?

Frage 3 von 3: Sie verschenken Ihr altes Tablet an das Enkelkind. Was tun Sie vorher?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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