Lektion 5 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 8 Minuten

Steuererklärung online: Einstieg

Keine Angst vor dem Wort Steuererklärung

Kaum ein Behördenthema löst so viel Respekt aus wie die Steuer. Deshalb zur Einordnung: Diese Lektion macht Sie nicht zum Steuerprofi und ersetzt keine Steuerberatung. Sie zeigt den Einstieg in den Online-Weg, denn der ist leichter, als sein Ruf vermuten lässt, und für viele Menschen, gerade Rentnerinnen und Rentner mit überschaubaren Einkünften, gut selbst zu bewältigen. Und für alle anderen gilt: Auch wer die Erklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein machen lässt, profitiert davon, das System einmal gesehen zu haben.

ELSTER: das offizielle Portal

ELSTER steht für „elektronische Steuererklärung“ und ist das gemeinsame Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung, zu finden unter elster.de. Zwei Dinge machen es besonders: Es ist kostenlos, und es ist offiziell, Ihre Erklärung geht dort direkt beim Finanzamt ein, ohne Umweg über eine Firma. Papierformulare nehmen die Finanzämter zwar in vielen Fällen noch an, für manche Gruppen ist die elektronische Abgabe aber längst Pflicht, und die Verwaltung baut den Papierweg spürbar ab.

Der Zugang läuft über ein Benutzerkonto bei „Mein ELSTER“. Und hier kommt die wichtigste praktische Information dieser Lektion: Die Registrierung braucht Vorlauf. Sie geben Ihre Daten und Ihre steuerliche Identifikationsnummer ein (die elfstellige Nummer, die auf jedem Brief vom Finanzamt steht), dann schickt ELSTER Ihnen aus Sicherheitsgründen einen Aktivierungscode per Post, das dauert einige Tage bis etwa zwei Wochen. Erst mit diesem Brief schließen Sie die Registrierung ab. Wer also im Juli abgeben will, registriert sich besser im Juni, nicht am letzten Abend.

Am Ende der Registrierung erhalten Sie eine Zertifikatsdatei: eine kleine Datei, die zusammen mit Ihrem Passwort als Ihr digitaler Schlüssel dient, mit ihr melden Sie sich künftig an und unterschreiben Ihre Erklärung elektronisch. Behandeln Sie diese Datei wie einen Schlüssel: sicher aufbewahren und in die Datensicherung einbeziehen, das Vorgehen kennen Sie aus dem Backup-Kurs. Alternativ lässt sich der Zugang inzwischen auch mit dem Online-Ausweis aus Lektion 2 einrichten, dann entfällt das Warten auf den Brief.

Hilfen, die die Arbeit klein machen

Einmal drin, warten mehrere Erleichterungen, die das Papierzeitalter nicht kannte:

Belege wie Spendenquittungen müssen übrigens meist gar nicht mehr mitgeschickt werden: Sie heben sie zu Hause auf und reichen sie nur nach, wenn das Finanzamt danach fragt.

Alternativen und Hilfe

Neben ELSTER gibt es kommerzielle Steuer-Programme und Steuer-Apps, die durch die Erklärung führen wie durch ein Interview und Spartipps geben, sie reichen die Erklärung am Ende ebenfalls elektronisch beim Finanzamt ein und kosten einmalig einen überschaubaren Betrag. Für wen sich das lohnt, ist Geschmackssache: ELSTER fragt in Amtssprache, die Programme in Alltagssprache.

Wenn Sie fachliche Hilfe möchten: Lohnsteuerhilfevereine beraten Arbeitnehmer und Rentner gegen einen Mitgliedsbeitrag, Steuerberater übernehmen den ganzen Vorgang. Und bei reinen Bedienfragen zu ELSTER hilft die Hotline der Finanzverwaltung, auch das Finanzamt selbst ist ansprechbar, es ist an einer korrekten Erklärung genauso interessiert wie Sie.

Merksatz: ELSTER ist das offizielle, kostenlose Steuerportal. Rechtzeitig registrieren, denn der Aktivierungscode kommt per Post, die Zertifikatsdatei sichern und den Belegabruf nutzen, dann füllt sich vieles von selbst.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Was ist ELSTER?

Frage 2 von 3: Warum sollte man die ELSTER-Registrierung nicht auf den letzten Tag vor der Abgabefrist legen?

Frage 3 von 3: Was leistet die „vorausgefüllte Steuererklärung“ (der Belegabruf)?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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