Ihr erstes richtiges Projekt
Jetzt fügen Sie alles zusammen: Zellen und Adressen, Formate, Formeln, Sortieren und Filtern. Das Ergebnis ist ein Haushaltsbuch — eine Liste aller Ausgaben eines Monats mit automatischer Auswertung. Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit, öffnen Sie Ihr Tabellenprogramm mit einem leeren Blatt und bauen Sie einfach mit. Wir verwenden erfundene Beispielzahlen; später ersetzen Sie sie durch Ihre eigenen.
Schritt 1: Die Kopfzeile
Tragen Sie in die erste Zeile vier Überschriften ein:
- A1: Datum
- B1: Betrag
- C1: Kategorie
- D1: Zweck
Die Regel dahinter kennen Sie aus der letzten Lektion: eine Zeile je Ausgabe, eine Spalte je Angabe. Die Kategorie (etwa Lebensmittel, Wohnen, Freizeit) wirkt zunächst wie Mehraufwand — sie ist aber der Schlüssel für die Auswertung am Ende. Bewährt haben sich fünf bis acht grobe Kategorien; zu feine Unterteilung macht nur Arbeit.
Schritt 2: Beispielausgaben erfassen
Tragen Sie nun diese acht Ausgaben ein, Zeile für Zeile ab Zeile 2 — Datum in Spalte A, den nackten Betrag ohne Eurozeichen in Spalte B, dann Kategorie und Zweck:
| Datum | Betrag | Kategorie | Zweck |
|---|---|---|---|
| 01.03. | 650 | Wohnen | Miete |
| 03.03. | 85,50 | Lebensmittel | Wocheneinkauf |
| 07.03. | 42 | Freizeit | Kino und Eis |
| 10.03. | 92,30 | Lebensmittel | Wocheneinkauf |
| 14.03. | 60 | Gesundheit | Brillenreparatur |
| 18.03. | 78,90 | Lebensmittel | Wocheneinkauf |
| 22.03. | 35 | Freizeit | Vereinsbeitrag |
| 27.03. | 86,30 | Lebensmittel | Wocheneinkauf |
Markieren Sie anschließend die Betragszellen B2 bis B9 und weisen Sie ihnen das Währungsformat zu — aus 650 wird 650,00 €. Wenn eine Spalte zu schmal ist und Rauten zeigt: Spaltengrenze im Kopf doppelt anklicken, dann passt sie sich an.
Schritt 3: Die Auswertung mit Formeln
Jetzt kommt der Teil, den kein Papier-Haushaltsbuch kann. Schreiben Sie in Spalte A unter die Liste die Beschriftungen und daneben in Spalte B die Formeln:
- A11: Summe — B11:
=SUMME(B2:B9)→ das Programm zeigt 1.130,00 € - A12: Durchschnitt je Ausgabe — B12:
=MITTELWERT(B2:B9)→ 141,25 € - A13: Teuerste Ausgabe — B13:
=MAX(B2:B9)→ 650,00 € (MAX ist neu für Sie und funktioniert wie SUMME, liefert aber den größten Wert des Bereichs)
Kommen bei Ihnen dieselben Zahlen heraus? Dann stimmt alles. Falls nicht, prüfen Sie die Beträge in Spalte B: Stehen alle rechtsbündig? Ein linksbündiger Betrag ist als Text gespeichert und fehlt in der Summe — Zelle neu eintippen, nur die Zahl, und die Auswertung springt um.
Nun das Budget: Schreiben Sie in A15 Monatsbudget und in B15 die Zahl 1400, ebenfalls als Währung formatiert. In A16 schreiben Sie Übrig und in B16 die Formel =B15-B11. Ergebnis: 270,00 €. Und in B17 können Sie mit =B11/B15 und dem Prozentformat sehen, dass Sie rund 81 % des Budgets verbraucht haben.
Schritt 4: Auswerten mit Sortieren und Filtern
Zwei Fragen beantwortet Ihr Haushaltsbuch jetzt auf Knopfdruck. Erstens: Was waren die größten Posten? Klicken Sie in die Tabelle und sortieren Sie nach der Betragsspalte absteigend — die Miete steht oben, danach die Wocheneinkäufe. Zweitens: Was kosten die Lebensmittel insgesamt? Schalten Sie den Filter ein, wählen Sie im Pfeilknopf der Kategorie-Spalte nur „Lebensmittel“ und markieren Sie die vier sichtbaren Beträge: Unten am Fensterrand lesen Sie die Summe ab — 343,00 €, knapp ein Drittel der Monatsausgaben. Danach den Filter wieder aufheben, und die volle Liste ist zurück.
Schritt 5: Speichern und weiterführen
Speichern Sie die Datei unter einem sprechenden Namen, etwa „Haushaltsbuch 2026“. Wer mag, legt je Monat ein eigenes Tabellenblatt an — die Reiter dafür finden Sie am unteren Rand des Fensters. Und dann beginnt der eigentliche Nutzen: Tragen Sie einen Monat lang jede Ausgabe ein, am besten immer gleich oder einmal pro Woche gesammelt vom Kontoauszug. Die Formeln müssen Sie nie wieder anfassen; jede neue Zahl fließt automatisch in Summe, Durchschnitt und Budget ein. Nach zwei, drei Monaten sehen Sie schwarz auf weiß, wohin Ihr Geld geht — und genau dafür haben Sie diesen Kurs gemacht.
Merksatz: Eine Zeile je Ausgabe, Formeln einmal anlegen — danach wertet sich das Haushaltsbuch bei jeder neuen Zahl von selbst aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Aufbau: Kopfzeile mit Datum, Betrag, Kategorie, Zweck — eine Zeile je Ausgabe.
- Beträge als nackte Zahl eintragen und der Spalte das Währungsformat geben.
- Auswertung: =SUMME(B2:B9), =MITTELWERT(B2:B9), =MAX(B2:B9) für den größten Posten.
- Budgetvergleich: =B15-B11 zeigt den Rest, =B11/B15 mit Prozentformat den Verbrauch.
- Sortieren zeigt die größten Posten, der Kategorie-Filter die Ausgaben je Bereich.
- Linksbündige Beträge sind Textzellen und fehlen in der Summe — neu als Zahl eintippen.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Warum bekommt im Haushaltsbuch jede Ausgabe eine eigene Zeile mit Datum, Kategorie, Zweck und Betrag?
Die Form „eine Zeile je Ausgabe, eine Spalte je Angabe“ macht die Liste auswertbar: Der Filter zeigt einzelne Kategorien, die Sortierung die größten Beträge, und SUMME rechnet über die Betragsspalte.
Frage 2 von 3: Die Monatssumme steht in B11 (1.130 €), Ihr Monatsbudget in B15 (1.400 €). Welche Formel zeigt, wie viel Geld übrig bleibt?
Budget minus Ausgaben: =B15-B11 ergibt 270 €. Ohne das Gleichheitszeichen würde die Rechnung nur als Text in der Zelle stehen.
Frage 3 von 3: Sie tragen nachträglich eine vergessene Ausgabe von 40 € ein — innerhalb des Bereichs, über den die SUMME-Formel geht. Was passiert mit der Monatssumme?
Die Formel verweist auf den Zellbereich, nicht auf feste Zahlen. Jede Änderung im Bereich fließt sofort ins Ergebnis ein — genau das ist der Gewinn gegenüber dem Papier-Haushaltsbuch.