Das Funknetz bekommt Ihre Handschrift
Ab Werk funkt Ihr WLAN mit einem kryptischen Namen wie „FRITZ!Box 7590 XY“ und einem Passwort vom Aufkleber. Das funktioniert — aber es gibt drei gute Gründe, hier einmal aufzuräumen: ein Name, den Sie auf Anhieb erkennen, ein Passwort, das Sie selbst gewählt haben, und die Gewissheit, dass die Verschlüsselung auf dem Stand der Zeit ist. Alle drei Einstellungen finden Sie in der Router-Oberfläche, die Sie in der letzten Lektion geöffnet haben, im Bereich WLAN (bei der Fritzbox: „WLAN → Funknetz“ und „WLAN → Sicherheit“).
Der Name: erkennbar, aber nicht verräterisch
Der WLAN-Name — technisch SSID genannt — ist der Eintrag, der auf allen Geräten in der Netzliste erscheint. Wichtig zu wissen: Dieser Name wird ständig in die Umgebung gefunkt. Jeder Nachbar, jeder Passant mit Handy sieht ihn. Deshalb zwei Regeln:
- Kein Klarname, keine Wohnungsnummer. „WLAN-Familie-Schmidt-3.OG“ verrät jedem in Funkreichweite, welches Netz zu welcher Tür gehört.
- Ein eigener, neutraler Name statt der Werkseinstellung. Erstens finden Sie Ihr Netz dann sofort in der Liste, auch wenn drei Nachbarn dasselbe Router-Modell haben. Zweitens zeigt der Werksname mit Modellbezeichnung ungebeten an, welches Gerät bei Ihnen steht.
Erlaubt ist, was gefällt: „Wolke7“, „Datenautobahn“ oder „Villa Kunterbunt“ — Hauptsache, es lässt keine Rückschlüsse auf Sie zu.
Das Passwort: lang schlägt kompliziert
Für das WLAN-Passwort gilt dieselbe Faustregel wie überall: Länge ist wichtiger als Sonderzeichen-Akrobatik. Gut geeignet ist eine Folge mehrerer Wörter, gern mit Zahlen dazwischen — mindestens zwölf, besser zwanzig Zeichen. Bedenken Sie beim Wählen: Dieses Passwort tippen Sie und Ihre Gäste gelegentlich mühsam auf Fernseher-Fernbedienungen und Handytastaturen ein. Drei Wörter mit Ziffern sind da angenehmer als ein Zeichensalat, und sicher sind sie trotzdem.
Und nun eine Ankündigung, damit kein Schreck entsteht: In dem Moment, in dem Sie das neue Passwort speichern, verlieren alle Geräte die Verbindung. Das ist kein Fehler, sondern Logik — das alte gespeicherte Passwort passt ja nicht mehr. Handy, Tablet, Laptop, Fernseher, Drucker: Jedes Gerät muss sich einmalig neu anmelden, mit dem neuen Passwort. Danach verbinden sich alle wieder automatisch wie zuvor. Planen Sie dafür eine halbe Stunde Ruhe ein und gehen Sie die Geräte der Reihe nach durch. Falls ein Gerät zickt: Netzeintrag löschen („dieses Netzwerk ignorieren“ bzw. „entfernen“) und frisch verbinden.
Die Verschlüsselung: kurz prüfen, meist fertig
Die Verschlüsselung sorgt dafür, dass der Funkverkehr zwischen Geräten und Router für Außenstehende unlesbar ist. Im Router-Menü finden Sie dazu Kürzel: WPA2 ist seit vielen Jahren der sichere Standard, WPA3 der modernere Nachfolger. Die richtige Wahl ist heute die Kombi-Einstellung „WPA2 + WPA3“, die neuere Router ab Werk setzen — damit kommen auch ältere Geräte noch ins Netz. Steht dort nur WPA2: ebenfalls in Ordnung. Nur zwei Dinge dürfen es nie sein: WEP, ein Uralt-Verfahren, das seit Langem geknackt ist, oder „unverschlüsselt/offen“. Beides ist bei aktuellen Routern praktisch ausgestorben — ein prüfender Blick kostet trotzdem nur eine Minute.
Übrigens: Manche Oberflächen bieten an, den WLAN-Namen zu „verstecken“. Das klingt nach Sicherheit, bringt aber praktisch nichts und macht nur das Verbinden umständlicher. Ein starkes Passwort und WPA2/WPA3 sind der echte Schutz.
Merksatz: Neutraler Fantasiename, langes Mehr-Wörter-Passwort, Verschlüsselung auf WPA2/WPA3 — und nach der Passwort-Änderung meldet sich jedes Gerät einmal neu an.
Das Wichtigste in Kürze
- Der WLAN-Name ist öffentlich sichtbar: neutraler Fantasiename statt Nachname oder Werksbezeichnung.
- Passwort: lang und gut tippbar — mehrere Wörter mit Zahlen, mindestens zwölf Zeichen.
- Nach dem Ändern verlieren alle Geräte die Verbindung und brauchen einmalig das neue Passwort.
- Verschlüsselung prüfen: WPA2 oder WPA2/WPA3 ist richtig; WEP oder „offen“ darf es nie sein.
- Den Namen zu verstecken bringt keine echte Sicherheit — starkes Passwort und moderne Verschlüsselung schon.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was sollte der WLAN-Name (SSID) am besten nicht verraten?
Der WLAN-Name wird ständig in die Nachbarschaft gefunkt. Ein neutraler Fantasiename verrät nicht, welches Netz zu welcher Wohnung und Familie gehört.
Frage 2 von 3: Welche Verschlüsselung sollte im Router eingestellt sein?
WPA2 und WPA3 gelten als sicher. Das alte WEP ist seit Jahren geknackt und heute zum Glück kaum noch anzutreffen — unverschlüsselt sollte ein Heimnetz nie sein.
Frage 3 von 3: Sie ändern das WLAN-Passwort. Was passiert mit Handy, Tablet und Fernseher?
Das alte gespeicherte Passwort passt nicht mehr. Jedes Gerät muss sich einmal neu mit dem neuen Passwort anmelden — danach verbindet es sich wieder von selbst.