Die wichtigste Regel des ganzen Kurses
Wenn Sie aus diesem Kurs nur eine einzige Sache mitnehmen, dann diese: Benutzen Sie nie dasselbe Passwort für mehrere Konten. Diese Regel schützt Sie mehr als jede andere. Warum, das sehen Sie in dieser Lektion.
Ein Schlüssel für alle Türen
Erinnern Sie sich an die Datenlecks aus der ersten Lektion: Immer wieder werden bei Firmen Kundendaten gestohlen, darunter E-Mail-Adressen und Passwörter. Das können Sie nicht verhindern, denn es passiert bei der Firma, nicht bei Ihnen.
Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Kriminelle wissen, dass viele Menschen überall dasselbe Passwort verwenden. Darum nehmen sie die gestohlene Liste und probieren jede Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort automatisch bei hunderten anderen Diensten aus: beim E-Mail-Anbieter, bei Einkaufsseiten, bei Bezahldiensten. Das erledigen Programme in wenigen Minuten.
Stellen Sie es sich so vor: Wenn ein Schlüssel für Haustür, Auto, Garage und Bankschließfach passt, dann genügt eine verlorene Jacke, und alles steht offen. Mit verschiedenen Schlüsseln bleibt der Schaden auf eine Tür begrenzt.
Das heißt auch: Selbst das stärkste Passwort der Welt schützt Sie nicht, wenn Sie es überall verwenden. Denn beim Datenleck wird es nicht erraten, sondern gestohlen, und dann ist die Länge egal.
Womit Sie anfangen sollten
Vielleicht denken Sie jetzt an Ihre eigenen Konten und seufzen. Keine Sorge: Sie müssen nicht heute alles ändern. Gehen Sie es der Reihe nach an, die Reihenfolge richtet sich nach der Wichtigkeit:
- Zuerst das E-Mail-Konto. Es ist der Hauptschlüssel. Fast jeder Dienst bietet die Funktion „Passwort vergessen“ an und schickt dann eine Nachricht an Ihre E-Mail-Adresse. Wer Ihr Postfach kontrolliert, kann sich damit Zugang zu vielen anderen Konten verschaffen.
- Dann der Bankzugang, denn hier geht es direkt um Ihr Geld.
- Danach Konten, bei denen Zahlungsdaten hinterlegt sind, etwa Einkaufsseiten.
- Zum Schluss der Rest, in aller Ruhe, ein Konto pro Woche reicht völlig.
Für jedes dieser Konten bilden Sie mit der Merksatz-Methode aus der letzten Lektion ein eigenes Passwort.
Und wie soll ich mir das alles merken?
Das ist die berechtigte Frage, und die ehrliche Antwort lautet: gar nicht, jedenfalls nicht alles im Kopf. Niemand kann sich zwanzig verschiedene starke Passwörter merken, und niemand muss das. Es gibt bequeme und sichere Hilfen, vom Passwortspeicher im Browser bis zum Notfallblatt auf Papier. Genau darum geht es im nächsten Kurs. Für den Moment reicht: verschiedene Passwörter für die wichtigsten Konten.
Merksatz: Ein Datenleck bei einer Firma ist nur dann schlimm, wenn das gestohlene Passwort auch woanders passt. Jedes Konto bekommt darum ein eigenes.
Das Wichtigste in Kürze
- Nie dasselbe Passwort für mehrere Konten, das ist die wichtigste Regel.
- Gestohlene Passwörter werden automatisch bei vielen anderen Diensten probiert.
- Zuerst E-Mail-Konto und Bank mit eigenen, starken Passwörtern schützen.
- Das E-Mail-Konto ist der Hauptschlüssel, denn darüber laufen Passwort-Zurücksetzungen.
- Alles merken muss niemand, Hilfen dafür zeigt der nächste Kurs.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Warum ist dasselbe Passwort für mehrere Konten gefährlich?
Gestohlene Zugangsdaten werden automatisch bei E-Mail, Einkaufsseiten und anderen Diensten durchprobiert. Ein Leck öffnet dann viele Türen auf einmal.
Frage 2 von 3: Welche Konten brauchen auf jeden Fall ein eigenes, starkes Passwort?
Das E-Mail-Konto ist der Schlüssel zu fast allen anderen Konten, und beim Bankzugang geht es direkt um Ihr Geld. Diese beiden zuerst absichern.
Frage 3 von 3: Warum ist das E-Mail-Konto besonders schützenswert?
Die Funktion „Passwort vergessen“ schickt einen Zurücksetz-Verweis an die E-Mail-Adresse. Wer Ihr Postfach kontrolliert, kommt so in viele andere Konten.