Auch das Telefon gehört zum Netz-Betrug
Viele Betrugsmaschen beginnen nicht am Computer, sondern am Telefon. Die Anrufer sind geschult, klingen freundlich oder streng und haben für alles eine Antwort. Deshalb vorweg das Wichtigste: Sie dürfen jederzeit auflegen. Das ist nicht unhöflich, sondern klug. Ein echter Anrufer mit einem echten Anliegen findet einen anderen Weg, Sie zu erreichen.
Die falsche Polizei
Ein Anrufer gibt sich als Polizist aus. Angeblich wurde in Ihrer Nähe eingebrochen, und Ihr Geld sei auf der Bank nicht mehr sicher. Man werde es „in Sicherheit bringen“ oder abholen. Manchmal zeigt das Telefon sogar die Notrufnummer 110 an, denn die angezeigte Nummer lässt sich technisch fälschen.
Merken Sie sich: Die echte Polizei ruft nie unter 110 an, fragt nie nach Geld oder Wertsachen und holt niemals etwas bei Ihnen ab. Legen Sie auf. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie danach selbst die 110 an und fragen nach.
Der falsche Computer-Support
Ein Anrufer behauptet, er sei von einer großen Computerfirma. Ihr Gerät sei von Viren befallen, er müsse sofort helfen. Er will, dass Sie ein Programm installieren, das ihm Zugriff auf Ihren Computer gibt, oder dass Sie etwas bezahlen.
Die Wahrheit ist einfach: Keine Firma kann von außen sehen, ob Ihr Computer ein Problem hat, und keine seriöse Firma ruft deshalb an. Solche Anrufe sind ausnahmslos Betrug. Legen Sie auf und lassen Sie niemanden auf Ihren Computer, den Sie nicht kennen.
Der Enkeltrick und der Schockanruf
Beim Enkeltrick gibt sich der Anrufer als Enkel, Kind oder naher Verwandter aus: „Rate mal, wer dran ist!“ Dann folgt eine Notlage, etwa ein Unfall oder eine dringende Rechnung, und die Bitte um Bargeld. Beim Schockanruf weint angeblich ein Angehöriger im Hintergrund, ein angeblicher Anwalt oder Polizist übernimmt und fordert eine Kaution, also eine sofortige Geldzahlung.
So schützen Sie sich: Nennen Sie am Telefon nie selbst Namen („Bist du es, Peter?“), denn damit liefern Sie dem Betrüger das Stichwort. Legen Sie auf und rufen Sie den echten Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an. In fast allen Fällen ist dort alles in Ordnung.
Die goldenen Telefonregeln
- Legen Sie bei seltsamen Anrufen einfach auf. Das dürfen Sie immer.
- Geben Sie am Telefon nie Kontodaten, Geheimzahlen oder Auskünfte über Wertsachen.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Abholer.
- Rufen Sie zur Kontrolle nur Nummern an, die Sie selbst herausgesucht haben.
Merksatz: Auflegen ist immer erlaubt. Wer Sie unter Druck setzt, hat Ihre Höflichkeit nicht verdient.
Das Wichtigste in Kürze
- Die echte Polizei fragt nie nach Wertsachen und holt nie Geld ab.
- Kein seriöser Computer-Support ruft unaufgefordert an.
- Beim Enkeltrick hilft: auflegen und den Angehörigen selbst unter der bekannten Nummer anrufen.
- Die angezeigte Telefonnummer kann gefälscht sein.
- Auflegen ist nicht unhöflich, sondern der beste Schutz.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Jemand ruft an, gibt sich als Polizist aus und will Ihr Geld „in Sicherheit bringen“. Was stimmt?
Die echte Polizei nimmt niemals Geld oder Schmuck in Verwahrung und fragt am Telefon nicht nach Wertsachen. Solche Anrufe sind immer Betrug.
Frage 2 von 3: Ein Anrufer sagt, er sei vom Computer-Support und habe einen Virus auf Ihrem Gerät bemerkt. Was stimmt?
Solche Anrufe sind immer Betrug. Keine Firma sieht von außen, ob Ihr Computer einen Virus hat, und keine ruft deshalb an.
Frage 3 von 3: Was ist die beste Reaktion, wenn Ihnen ein Anruf komisch vorkommt?
Auflegen ist erlaubt und richtig. Rufen Sie danach nur Nummern an, die Sie selbst herausgesucht haben, nie die vom Anrufer genannte.