Was ein Fake-Shop ist
Ein Fake-Shop ist ein gefälschter Online-Laden. „Fake“ ist englisch und bedeutet Fälschung. Die Seite sieht aus wie ein richtiger Shop: mit Fotos, Preisen, Warenkorb und Bestellknopf. Doch dahinter steckt kein Geschäft. Wer bestellt und bezahlt, bekommt nichts oder minderwertige Ware. Danach ist der Shop oft schon wieder verschwunden.
Solche Seiten tauchen häufig in Suchergebnissen und in Werbung auf. Auch das ist kein Grund zur Sorge: Solange Sie nur schauen, kann nichts passieren. Kritisch wird es erst beim Bestellen und Bezahlen.
Das größte Warnzeichen: der Preis
Fake-Shops locken mit Preisen, die deutlich unter allen anderen liegen. Das begehrte Gerät, das überall 800 Euro kostet, gibt es angeblich für 250 Euro. Dazu kommt oft künstlicher Druck: „Nur noch 2 Stück auf Lager“ oder ein Countdown, also eine ablaufende Uhr.
Hier hilft eine alte Kaufmannsregel: Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch. Niemand verkauft neue Markenware zum halben Preis. Der Traumpreis ist der Köder.
Weitere Prüfpunkte vor dem Kauf
Nehmen Sie sich vor einer Bestellung in einem unbekannten Shop ein paar Minuten Zeit und prüfen Sie:
- Zahlungsarten: Bleibt am Ende nur Vorkasse per Überweisung übrig, Finger weg. Bei Vorkasse zahlen Sie zuerst und hoffen dann auf die Lieferung. Seriöse Shops bieten mehrere Wege an, zum Beispiel Kauf auf Rechnung oder Lastschrift.
- Impressum: Das Impressum ist die Pflichtangabe, wer den Shop betreibt, mit Name und Anschrift. Sie finden es meist ganz unten auf der Seite. Fehlt es oder wirkt es zusammengestückelt, ist das ein schlechtes Zeichen.
- Die Webadresse: Passt die Adresse zum Shop? Betrüger nutzen gern Adressen, die bekannten Namen ähneln, aber kleine Abweichungen enthalten, etwa zusätzliche Wörter oder seltsame Endungen.
- Der Gesamteindruck: Übertriebene Rabatte auf alles, seltsames Deutsch, keine erreichbare Telefonnummer.
Ein zusätzlicher einfacher Trick: Suchen Sie im Internet nach dem Namen des Shops zusammen mit dem Wort „Erfahrungen“. Bei Fake-Shops finden sich oft schnell Warnungen anderer Kunden.
Wenn Sie schon bestellt haben
Auch dann gibt es Wege. Haben Sie per Lastschrift gezahlt, können Sie das Geld über Ihre Bank zurückholen lassen. Bei einer Überweisung rufen Sie sofort Ihre Bank an; kurz nach der Zahlung lässt sie sich manchmal noch stoppen. Erstatten Sie außerdem Anzeige bei der Polizei. Das geht in vielen Bundesländern auch bequem im Internet über die Online-Wache. Und: Schämen müssen Sie sich nicht. Diese Seiten sind professionell gemacht und täuschen auch erfahrene Käufer.
Merksatz: Traumpreis plus Vorkasse gleich Finger weg. Ein paar Minuten Prüfung sparen viel Ärger.
Das Wichtigste in Kürze
- Fake-Shops kassieren, liefern aber nicht.
- Auffällig niedrige Preise sind der wichtigste Köder.
- Nur Vorkasse als Zahlungsart ist ein starkes Warnzeichen.
- Vor dem Kauf: Impressum, Webadresse und Erfahrungen anderer prüfen.
- Nach einem Fehlkauf sofort die Bank anrufen und Anzeige erstatten.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was ist ein Fake-Shop?
Ein Fake-Shop sieht aus wie ein echter Online-Laden. Er nimmt das Geld, liefert aber nichts oder wertlosen Ramsch.
Frage 2 von 3: Ein Shop verlangt als einzige Zahlungsart Vorkasse per Überweisung. Was bedeutet das?
Bei Vorkasse ist das Geld weg, wenn nichts geliefert wird. Seriöse Shops bieten immer mehrere Zahlungsarten an, etwa Rechnung oder Lastschrift.
Frage 3 von 3: Ein neues Markengerät kostet überall etwa 800 Euro, ein unbekannter Shop bietet es für 250 Euro an. Was ist die vernünftigste Annahme?
Niemand verschenkt Markenware. Ein Preis weit unter dem üblichen Niveau ist der klassische Köder eines Fake-Shops.