Was LinkedIn und Xing eigentlich sind
LinkedIn (gesprochen „Linkt-in“) und Xing sind soziale Netzwerke für das Berufsleben. Statt Urlaubsfotos und Katzenvideos stehen dort Lebensläufe, Stellenangebote und Fachbeiträge; statt „Freunden“ sammelt man berufliche „Kontakte“. LinkedIn ist weltweit das größte Netzwerk dieser Art, Xing ist vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet. Beide sind in der Grundnutzung kostenlos; die beworbenen Bezahl-Zugänge brauchen Sie nicht.
Der Gedanke dahinter: Ihr Profil ist ein dauerhaft sichtbarer, kurzer Lebenslauf. Personalvermittler und Firmen suchen dort aktiv nach Leuten — manchmal findet die Stelle also Sie, nicht umgekehrt. Außerdem lassen sich alte berufliche Kontakte wiederfinden: die frühere Kollegin, der Meister aus der Ausbildung.
Brauchen Sie das überhaupt?
Ehrliche Antwort: nicht unbedingt. Für viele Berufe — Handwerk, Verkauf, Pflege, Lager — läuft die Stellensuche vor allem über Jobbörsen und Bewerbungen, wie in den letzten Lektionen gelernt. Ein Netzwerkprofil ist dort nettes Beiwerk, keine Pflicht. In Büroberufen, in der Verwaltung und überall, wo Personalvermittler unterwegs sind, kann ein Profil dagegen spürbar helfen, gerade bei Wiedereinstieg oder Jobwechsel: Es zeigt, dass Sie da sind und was Sie können.
Entscheiden Sie also nach Ihrem Berufsfeld — und wissen Sie: Ein Profil lässt sich jederzeit anlegen und jederzeit wieder löschen. Wer es nur zum Mitlesen von Stellenangeboten nutzen will, darf das auch. Niemand ist verpflichtet, dort aktiv zu schreiben.
Profil mit Maß: was hineingehört — und was nicht
Hier kommt der wichtigste Gedanke dieser Lektion. Ein Netzwerkprofil ist öffentlich wie ein Aushang am Schwarzen Brett: Es kann von Fremden gefunden werden, oft sogar über die Google-Suche. Deshalb gilt die Regel „Profil mit Maß“ — bewusst entscheiden, was sichtbar ist.
Hinein gehört, was einem Arbeitgeber nützt:
- Name und ein freundliches, aktuelles Foto — ein schlichtes Porträt genügt, es muss kein Fotostudio sein.
- Eine Zeile zu Ihnen: Beruf oder Wunschrichtung, etwa „Bürokauffrau mit 20 Jahren Erfahrung, offen für Teilzeit“.
- Berufsstationen und Ausbildung in Kurzform — wie im Lebenslauf, nur knapper.
- Kenntnisse: Fachliches, Sprachen, Computerkenntnisse.
Draußen bleibt, was niemanden etwas angeht: Wohnadresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Familienstand, Gesundheit, politische oder religiöse Ansichten. Auch das Geburtsjahr dürfen Sie weglassen. Prüfen Sie nach dem Anlegen die Privatsphäre-Einstellungen: Dort legen Sie fest, ob Ihr Profil über Suchmaschinen auffindbar ist und wer Ihre Kontaktliste sieht. Aus dem Kurs zur Privatsphäre kennen Sie das Prinzip — so wenig freigeben wie nötig.
Beim Vernetzen gilt dieselbe Gelassenheit: Nehmen Sie Kontaktanfragen von Menschen an, die Sie kennen oder deren berufliches Interesse nachvollziehbar ist. Sie müssen nicht jede Anfrage annehmen, und Ablehnen wird dem anderen nicht gemeldet.
Vorsicht vor falschen Vermittlern
Wo sich Jobsuchende aufhalten, sind Betrüger nicht weit. Ein bekanntes Muster: Ein Unbekannter mit beeindruckendem Profil bietet unaufgefordert einen sehr gut bezahlten Job an — Heimarbeit, kaum Aufwand — und bittet dann um einen Klick auf einen Link, eine „Verifizierung“ mit Ausweis oder Bankdaten oder eine Vorabzahlung. Alles davon ist ein Warnsignal. Seriöse Vermittler drängen nicht, verlangen kein Geld und keine sensiblen Daten im Chat. Antworten Sie nicht, klicken Sie nichts an und nutzen Sie die Meldefunktion des Netzwerks — die gibt es bei jedem Profil und jeder Nachricht.
Merksatz: Ein Berufsprofil ist ein öffentlicher Aushang: Werdegang und Können hinein, Privates heraus — und unaufgeforderte Traumjob-Angebote sind fast immer Betrug.
Das Wichtigste in Kürze
- LinkedIn und Xing sind soziale Netzwerke für den Beruf; die Grundnutzung ist kostenlos.
- Ein Profil ist kein Muss — in Büro- und Verwaltungsberufen hilft es, in vielen anderen reichen Jobbörsen.
- Profil mit Maß: Foto, Kurzbeschreibung, Stationen, Kenntnisse — keine Adresse, kein Geburtsdatum, nichts Privates.
- Privatsphäre-Einstellungen prüfen: Sichtbarkeit für Suchmaschinen bewusst wählen.
- Kontaktanfragen nur annehmen, wenn Person oder Anliegen nachvollziehbar sind.
- Unaufgeforderte Jobangebote mit Links, Datenabfragen oder Gebühren: melden und ignorieren.
Testen Sie Ihr Wissen
3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.
Frage 1 von 3: Was ist ein berufliches Netzwerk wie LinkedIn oder Xing?
LinkedIn und Xing funktionieren wie soziale Netzwerke, nur mit beruflichem Inhalt: Profil statt Urlaubsfotos, Kontakte statt Freunde. Die Grundnutzung ist kostenlos.
Frage 2 von 3: Was bedeutet „Profil mit Maß“?
Ein berufliches Profil ist öffentlich sichtbar wie ein Aushang. Deshalb gehört hinein, was Arbeitgeber interessiert — und draußen bleibt, was niemanden etwas angeht.
Frage 3 von 3: Ein Unbekannter schreibt Ihnen im Netzwerk, er habe einen hochbezahlten Job für Sie, Sie müssten nur einem Link folgen und sich mit Ihren Bankdaten „verifizieren“. Was tun Sie?
Auch in Berufsnetzwerken gibt es Betrüger. Unaufgeforderte Traumjob-Angebote mit Links und Datenabfragen sind ein bekanntes Muster — melden und ignorieren.