Lektion 3 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Geld überwiesen oder Karte betroffen

Bei Geld zählt Tempo, nicht Perfektion

Wenn Geld betroffen ist, ist die Bank Ihr erster Ansprechpartner, noch vor der Polizei. Rufen Sie an, sobald Sie den Verdacht haben, auch abends, auch am Wochenende, auch wenn Sie sich nicht sicher sind. Ein unnötiger Anruf kostet nichts. Ein verpasster Anruf kann Geld kosten. Die Mitarbeiter der Banken kennen solche Fälle gut; niemand dort wird Sie auslachen oder ausschimpfen. Solche Anrufe gehören für Banken zum Alltag.

Halten Sie beim Anruf bereit, was Sie haben: Ihre Kontonummer beziehungsweise IBAN, den Betrag, das Datum und Ihre Notizen. Es macht nichts, wenn etwas fehlt.

Sie haben selbst überwiesen

Der schwierigste Fall: Sie haben das Geld selbst überwiesen, etwa an einen falschen Shop oder nach einem Betrugsanruf. Eine Überweisung ist wie ein eingeworfener Brief: Einmal unterwegs, lässt sie sich nur schwer stoppen. Aber schwer heißt nicht unmöglich.

Rufen Sie sofort Ihre Bank an. Ist die Überweisung noch nicht ausgeführt oder das Geld beim Empfänger noch nicht gutgeschrieben, kann die Bank sie manchmal anhalten. Ist das Geld schon angekommen, kann Ihre Bank einen sogenannten Rückruf versuchen, also die Empfängerbank um Rücküberweisung bitten. Das klappt nicht immer, ist aber jeden Versuch wert. Zusätzlich sollten Sie in diesem Fall Anzeige erstatten; dazu kommt später eine eigene Lektion.

Abbuchung, die Sie nicht erlaubt haben

Entdecken Sie auf dem Kontoauszug eine Lastschrift, die Sie nicht kennen? Eine Lastschrift ist eine Abbuchung, die der Empfänger auslöst, zum Beispiel bei Vereinsbeiträgen oder Stromrechnungen. Hier sind Sie gut geschützt: Eine Lastschrift, der Sie zugestimmt hatten, können Sie acht Wochen lang ohne Begründung zurückgeben. Eine Lastschrift, die Sie nie erlaubt haben, sogar bis zu 13 Monate lang.

Das geht oft direkt im Onlinebanking mit einem Klick auf „Lastschrift zurückgeben“ oder mit einem Anruf bei der Bank. Prüfen Sie deshalb regelmäßig Ihre Kontoauszüge, mindestens einmal im Monat.

Karte missbraucht: sperren lassen

Tauchen fremde Zahlungen mit Ihrer girocard (der üblichen Bankkarte) oder Kreditkarte auf, oder ist die Karte weg? Dann lassen Sie die Karte sofort sperren. Dafür gibt es den Sperr-Notruf 116 116, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Auch Ihre Bank sperrt die Karte, telefonisch oder in der App. Schreiben Sie sich die 116 116 am besten gleich in Ihr Adressbuch.

Die gute Nachricht: Nach der Sperrung haften Sie nicht mehr für Missbrauch. Und auch für nicht erlaubte Kartenzahlungen davor muss in der Regel die Bank aufkommen, solange Sie nicht grob leichtsinnig waren, etwa indem Sie die Geheimzahl auf die Karte geschrieben haben. Melden Sie fremde Kartenzahlungen der Bank und verlangen Sie die Erstattung; das ist Ihr gutes Recht und kein Betteln.

Merksatz: Bei Geld sofort die Bank anrufen, Karten über 116 116 sperren. Lieber einmal zu oft angerufen als einmal zu spät.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Sie haben Geld an Betrüger überwiesen und merken es eine Stunde später. Was tun Sie?

Frage 2 von 3: Von Ihrem Konto wurde per Lastschrift ein Betrag abgebucht, den Sie nie erlaubt haben. Was gilt?

Frage 3 von 3: Wofür ist die Telefonnummer 116 116 da?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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