Lektion 2 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Konto gehackt: die ersten fünf Schritte

Woran Sie einen gehackten Zugang erkennen

„Gehackt“ bedeutet: Ein Fremder hat sich Zugriff auf eines Ihrer Konten verschafft, zum Beispiel auf Ihr E-Mail-Postfach oder Ihr Konto bei einem Onlineshop. Typische Anzeichen sind: Ihr Passwort funktioniert plötzlich nicht mehr, Freunde bekommen seltsame Nachrichten von Ihnen, Sie erhalten Anmelde-Warnungen aus fremden Städten, oder im Postfach liegen Bestellbestätigungen für Dinge, die Sie nie gekauft haben.

Ein gehacktes Konto ist unangenehm, aber in den meisten Fällen gut zu reparieren. Gehen Sie die folgenden fünf Schritte in Ruhe durch, am besten mit Ihrem Notizzettel aus der ersten Lektion.

Schritt 1: Passwort ändern

Wenn Sie noch in das Konto hineinkommen, ändern Sie sofort das Passwort. Wählen Sie ein neues, das Sie nirgendwo sonst verwenden. Kommen Sie nicht mehr hinein, nutzen Sie die Funktion „Passwort vergessen“ auf der Anmeldeseite. Der Dienst schickt Ihnen dann einen Link oder Code, meist an Ihre E-Mail-Adresse oder Ihr Handy.

Ein wichtiger Sonderfall: Ist Ihr E-Mail-Postfach selbst betroffen, kümmern Sie sich zuerst darum. Das Postfach ist der Generalschlüssel, denn über „Passwort vergessen“ lassen sich von dort aus fast alle anderen Konten öffnen.

Schritt 2: Überall abmelden

Viele Dienste bieten in den Einstellungen einen Punkt wie „Alle Geräte abmelden“ oder „Aktive Sitzungen beenden“. Damit werfen Sie den Eindringling auch dann hinaus, wenn er noch angemeldet ist. Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Dienst; suchen Sie in den Konto- oder Sicherheitseinstellungen nach „Geräte“ oder „Sitzungen“.

Schritt 3: Einstellungen und Spuren prüfen

Sehen Sie sich das Konto danach genau an. Betrüger hinterlassen gern versteckte Hintertüren:

Entfernen Sie alles, was Sie nicht selbst eingerichtet haben, und notieren Sie es vorher als Beweis, gern mit Bildschirmfoto.

Schritt 4: Andere Konten mit demselben Passwort ändern

Haben Sie dasselbe Passwort auch anderswo benutzt? Das ist keine Schande, das haben viele Menschen. Aber jetzt müssen diese Konten ebenfalls neue Passwörter bekommen, denn Betrüger probieren erbeutete Passwörter automatisch bei vielen Diensten aus. Beginnen Sie mit den wichtigen Konten: E-Mail, Bank, Shops mit hinterlegter Zahlungsart.

Schritt 5: Menschen warnen und Konto absichern

Schreiben oder sagen Sie Ihren Kontakten kurz Bescheid: „Mein Konto war gehackt. Wenn seltsame Nachrichten von mir kamen, klicken Sie nichts an und überweisen Sie kein Geld.“ Das kostet Überwindung, schützt aber Ihre Familie und Freunde. Niemand wird schlecht über Sie denken; die meisten kennen so etwas aus dem eigenen Umfeld.

Zum Schluss sichern Sie das Konto für die Zukunft ab: Schalten Sie, wo möglich, die Zwei-Faktor-Anmeldung ein, also die Bestätigung per zweitem Gerät. Wie das geht, zeigt ein eigener Kurs auf dieser Plattform.

Merksatz: Passwort ändern, alle Geräte abmelden, Einstellungen prüfen, gleiche Passwörter ersetzen, Kontakte warnen. Das E-Mail-Postfach kommt immer zuerst.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Sie kommen noch in Ihr gehacktes E-Mail-Postfach hinein. Was tun Sie zuerst?

Frage 2 von 3: Warum ist das E-Mail-Postfach nach einem Hack besonders wichtig?

Frage 3 von 3: Warum sollten Sie nach einem Hack Ihre Familie und Freunde warnen?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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