Lektion 4 von 6 im Modul „Lektionen“ — Lesezeit etwa 7 Minuten

Gerät befallen: trennen und bereinigen

Woran Sie merken, dass etwas nicht stimmt

Ein Gerät kann auf zwei Wegen „befallen“ sein: Entweder hat sich Schadsoftware eingenistet, also ein schädliches Programm, oder ein Fremder hatte direkten Zugriff, zum Beispiel nach einem Anruf vom falschen Computer-Support, bei dem Sie ein Fernwartungsprogramm installiert haben.

Mögliche Anzeichen: Das Gerät ist plötzlich sehr langsam, es erscheinen ständig Warnfenster oder Werbung, der Mauszeiger bewegt sich von selbst, unbekannte Programme tauchen auf, oder Ihre Startseite im Browser sieht anders aus. Wichtig: Nicht jedes langsame Gerät ist befallen. Aber wenn mehrere Anzeichen zusammenkommen oder ein Fremder nachweislich Zugriff hatte, handeln Sie besser einmal zu vorsichtig.

Erste Hilfe: die Verbindung kappen

Der wichtigste Sofortschritt ist einfach: Trennen Sie das Gerät vom Internet. Schalten Sie das WLAN aus oder ziehen Sie das Netzwerkkabel; zur Not schalten Sie das Gerät ganz aus. Ein Angreifer ohne Verbindung ist wie ein Einbrecher vor verschlossener Tür: Er kommt nicht mehr an Ihre Daten, kann nichts mehr steuern und nichts mehr nachladen.

Hatten Sie ein Fernwartungsprogramm auf Anweisung eines Anrufers installiert, notieren Sie sich dessen Namen, falls Sie ihn noch wissen. Das hilft später beim Bereinigen und bei der Anzeige.

Passwörter ändern, aber am sauberen Gerät

Nun sichern Sie Ihre Konten, allen voran E-Mail und Onlinebanking. Aber Achtung, hier machen viele einen verständlichen Fehler: Sie tippen die neuen Passwörter am womöglich befallenen Gerät ein. Manche Schadsoftware liest Tastatureingaben mit, dann kennt der Angreifer sofort auch die neuen Passwörter.

Nutzen Sie darum ein anderes, sauberes Gerät: Ihr Handy, wenn nur der Computer betroffen ist, oder das Gerät eines Angehörigen oder guten Nachbarn. Trauen Sie sich, darum zu bitten. Ein Satz genügt: „Ich hatte ein Problem mit Betrügern, darf ich kurz an deinem Computer ein Passwort ändern?“ Die meisten Menschen helfen gern, und viele haben Ähnliches selbst schon erlebt. War möglicherweise Ihr Bankzugang betroffen, rufen Sie zusätzlich die Bank an und lassen Sie den Onlinebanking-Zugang vorsorglich sperren.

Das Gerät bereinigen

Jetzt hat es Zeit. Zum Bereinigen gibt es drei Stufen:

  1. Selbst prüfen: Deinstallieren Sie Programme, die Sie nicht kennen oder die der Anrufer installieren ließ, und lassen Sie den eingebauten Virenschutz eine vollständige Prüfung durchführen. Bei Windows heißt er „Windows-Sicherheit“. Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Gerät; suchen Sie nach „vollständige Überprüfung“.
  2. Hilfe holen: Wenn Sie unsicher sind, bitten Sie eine erfahrene Person aus der Familie oder eine Computerwerkstatt vor Ort um eine Prüfung. Das ist so normal wie der Gang zur Autowerkstatt.
  3. Neu aufsetzen: Bei hartnäckigem Befall ist das Zurücksetzen des Geräts auf den Auslieferungszustand der sicherste Weg. Dabei wird alles gelöscht, deshalb ist eine Datensicherung so wertvoll; ihr widmet sich ein eigener Kurs.

Erst wenn das Gerät sauber ist, gehen Sie damit wieder ins Onlinebanking.

Merksatz: Erst die Internetverbindung trennen, dann Passwörter an einem sauberen Gerät ändern, zuletzt in Ruhe bereinigen. Um Hilfe bitten ist dabei ausdrücklich erlaubt.

Das Wichtigste in Kürze

Testen Sie Ihr Wissen

3 kurze Fragen zu dieser Lektion. Klicken Sie auf die Antwort, die Sie für richtig halten.

Frage 1 von 3: Sie vermuten, dass ein Betrüger per Fernzugriff auf Ihrem Computer war. Was ist der wichtigste erste Schritt?

Frage 2 von 3: Warum sollten Sie wichtige Passwörter nach einem Befall nicht am betroffenen Gerät ändern?

Frage 3 von 3: Ein Anrufer hatte Fernzugriff auf Ihren Computer, danach lief er seltsam. Was ist eine sinnvolle Reihenfolge?

Die Lektion bekommt ihren grünen Haken, sobald Sie alle Fragen oben richtig beantwortet haben. Weiterblättern können Sie jederzeit.

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